Erlebnisraum für Fußgänger

Bremer City: Umbau der Martinistraße kommt in Fahrt

Deutlich mehr Platz für Fußgänger, außerdem Platz für Radfahrer neben den verbliebenden Autospuren – eine der Skizzen, die jetzt als Diskussionsgrundlage für den Umbau der Martinistraße dienen.
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Deutlich mehr Platz für Fußgänger, außerdem Platz für Radfahrer neben den verbliebenden Autospuren – eine der Skizzen, die jetzt als Diskussionsgrundlage für den Umbau der Martinistraße dienen.

Was wird aus einer von Bremens Hauptverkehrsadern, der Martinistraße? Autos sollen zurückgedrängt werden, Radfahrer und Fußgänger mehr Platz bekommen.

  • Die Martinistraße in Bremen vor der Neugestaltung.
  • Weniger Platz für Autos.
  • Vorrang für Radfahrer und Fußgänger?

Bremen – Die Neugestaltung der Martinistraße gilt als Schlüsselprojekt im Bremer „Aktionsprogramm Innenstadt“ und als Schlüsselprojekt auf dem Weg in eine Innenstadt mit weniger Autoverkehr. Im Frühjahr 2021 soll ihr Rückbau zunächst einmal provisorisch beginnen.

Ein Ziel ist es, die trennende Wirkung der Straße zwischen Innenstadt sowie Schlachte und Weser zu überwinden. Die Schneisen-Wirkung ist eine Folge der Nachkriegs-Verkehrsplanung, deren Ziel es war, Verkehrsströme vom Marktplatz fernzuhalten.

Die zwölf Meter breite Schneise überwinden – wie soll das gehen? Es gibt erste Bilder, die eine Vorstellung möglicher Lösungen vermitteln. Vorgelegt wurden diese Skizzen dieser Tage dem Projektbeirat zur Fortführung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) – einem Gremium, dem die verkehrspolitischen Sprecher der Bürgerschaftsfraktionen, Vertreter von ADAC (Autofahrer) und ADFC (Radfahrer) und der Handelskammer angehören.

1,3 Millionen Euro für die Bremer Martinistraße

Die im „Aktionsprogramm Innenstadt“ aufgeführte Umgestaltung der Martinistraße zu einem öffentlichen Erlebnisraum gilt als erster Schritt zur kompletten Neugestaltung. Im Frühjahr sollen dafür 1,3 Millionen Euro ausgegeben werden, das Geld kommt aus dem „Aktionsprogramm Innenstadt“.

Zwei Autospuren, nicht mehr vier. Deutlich mehr Platz für Fußgänger und Radfahrer. Tempo 30. Das sind die Grundideen, um die alles kreist. Nach jahrelangen Diskussionen werde die Martinistraße jetzt angepackt, sagt Bau- und Verkehrssenatorin Maike Schaefer (Grüne).

Bremen spricht jetzt von „klimafreundlicher Innenstadt“

Das Projekt Martinistraße gilt als Auftakt auf der großen Fahrt in eine „klimafreundliche Innenstadt“. Dieser Begriff wiederum soll die Wendung „autofreie Innenstadt“ ablösen, die oft heftige Reaktionen hervorruft. „Wir machen die Fußgängerzone größer“, so formuliert es Schaefers Sprecher Jens Tittmann auf Nachfrage. Darin liege eine „Aufwertung für den Einzelhandel an der Martinistraße“, heißt es weiter.

Das Parkhaus an der Langenstraße soll erreichbar bleiben.

Die Skizzen zeigen unterschiedliche Varianten und Ideen. Gedacht seien sie als „erste Visualisierungen“ für die Gespräche über die Martinistraße, betont Tittmann. „Das ist nicht so, wie‘s wird. Das ist eine allererste Diskussionsgrundlage.“

Verkehrsressort: Skizzen dienen als erste Gesprächsgrundlage

Eine dieser Grundlage-Skizzen zeigt die Martinistraße als Fahrradstraße mit Tempo 30 (eine Spur pro Richtung, Radverkehr genießt Vorrang). Tempo 30 gilt auch bei einer zweiten Variante mit separaten Autospuren und danebenliegenden Fahrradstreifen. Diese Variante lässt weniger Platz zum Flanieren.

Im Gespräch für das Frühjahr ist auch die Schaffung eines Platzes auf Höhe Pieperstraße – und damit an einem der Übergänge von der Innenstadt zur Schlachte. Der Platz würde die Martinistraße, bisher eine 800 Meter lange Verbindung von Tiefer und Brill-Kreuzung, zu einer doppelten Sackgasse machen: Autofahrer aus Richtung Tiefer beziehungsweise Brill müssten wenden. Das Parkhaus an der Langenstraße (die die Martinistraße ja gleichsam unmerklich quert) soll erreichbar bleiben.

Das Ziel aller Bemühungen ist es, die Martinistraße zum „Erlebnisraum“ für „Menschen in Bremen und aus der Region“ zu machen, wie es im „Aktionsprogramm Innenstadt“ heißt. Die nächste Etappe auf diesem Weg folgt im Januar: Im Rahmen eines Workshops soll ein genaueres Konzept entwickelt werden. Umsetzung: Frühjahr.

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