450 Gäste beim Empfang der Handelskammer

Erfolgsmodell Wirtschaft

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Harald Emigholz und Eric Schweitzer (rechts) beim Wirtschaftsempfang der Handelskammer.

Bremen - Von Elena Zelle. Berufliche Ausbildung und internationale Handelsbeziehungen –  das sind nur einige der zentralen Themen des zehnten Wirtschaftsempfangs gewesen. Etwa 450 Gäste kamen am Donnerstagabend zur Veranstaltung der Handelskammer in die Lloyd-Garagen.

Der Präsident des Deutschen Industrie- und Handelskammertages, Eric Schweitzer, betonte in seiner Festrede zum Thema „Erfolgsmodell deutsche Wirtschaft – Herausforderungen im In- und Ausland im Jahr der Bundestagswahl“ aber auch die Bedeutung des Bundeslandes Bremen für die Wirtschaft: Das liege vor allem an der Hafenanbindung: „Jeder fünfte Euro, den wir beim Außenhandel über See in Deutschland verdienen, wird in den Bremischen Häfen erwirtschaftet“, erklärte er.

Ein Handelskrieg wäre nicht im Sinne Deutschlands

Und dadurch beeinflussten die Geschehnisse in der Welt die Wirtschaft in Deutschland und auch in Bremen. Schweitzer sprach sich daher vor allem mit Blick auf die USA gegen wirtschaftliche Abschottung und für Freihandel aus. Der Export sei für Deutschland von zentraler Bedeutung, jeder vierte Arbeitsplatz hänge hierzulande davon ab, betonte Schweitzer. Und machte deutlich: „Die Vereinigten Staaten von Amerika sind unser größter Kunde.“ Ein Handelskrieg könne daher nicht im Interesse der Deutschen sein. Er gehe aber auch nicht davon aus, dass US-Präsident Donald Trump tatsächlich die angekündigten Einfuhrzölle einführen wird. Schließlich, so Schweitzer, führe Aktion zu Reaktion und außerdem würden dadurch in den USA die Preise steigen.

So wichtig der Export für Deutschland sei – immer wieder hagele es dafür auch Kritik aus dem Ausland. Schweitzer entgegnete dem: Deutschland sei deshalb so erfolgreich, weil die Kunden die Produkte haben wollten. Dagegen könne man wenig tun – schlechter werden sei schließlich nicht im Interesse der deutschen Wirtschaft. Was laut Schweitzer ausgleichend wirken könnte, sei, mehr in Deutschland zu investieren und zudem steuerliche Erleichterungen.

Bildung ist wichtig, die Situation an Berufsschulen aber angespannt

Im Inland seien zwei Themen zentral, wie Schweitzer betonte: Zum einen sei das die Infrastruktur – Straßen Schienen und der Glasfaserausbau. Zum anderen sei das das Thema Berufsausbildung. Bislang würden die Berufsschulen stiefmütterlich behandelt, wie Schweitzer sagte. Und das, obwohl Deutschland weltweit für die berufliche Bildung beneidet werde. Derzeit seien die Berufsschulen allerdings in einem Zustand des vergangenen Jahhunderts, kritisierte Schweitzer.

So sieht es auch Harald Emigholz, Präses der Handelskammer. Er sagte in seiner Begrüßungsrede, die Bildung sei ein entscheidendes Zukunftsthema für Bremen. Aber: Die personelle Situation an den Berufsschulen sei „angespannt“, außerdem gebe Bremen weniger Geld für Berufsschüler aus als der Bundesdurchschnitt, und zu guter Letzt seien die baulichen Zustände an den Berufsschulen zum Teil „unerträglich“, kritisierte Emigholz. Als eine handfeste Herausforderung bezeichnete er auch die Finanzen des Landes. „Die strukturelle Gesundung der öffentlichen Haushalte muss konsequent weitergeführt werden“, forderte Emigholz.

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