Investition: „200 bis 300 Millionen Euro“

Kurt Zech baut am Kopf des Europahafens in Bremen

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Ein Ensemble aus vier Gebäuden soll am Kopf des Europahafens gebaut werden. Ins höchste der vier Bauwerke will Kurt Zech selbst mit einigen seiner Unternehmen einziehen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Einer der markantesten Plätze in der Überseestadt wird bebaut – am Kopf des Europahafens entsteht ein Ensemble aus vier unterschiedlich hohen Gebäuden. Das Projekt verbindet Innen- und Überseestadt und hat zugleich Signalwirkung für die Entwicklung des Kellogg-Areals. Das Architekturbüro Cobe (Kopenhagen/Berlin) hat den Wettbewerb gewonnen, an dem sechs Büros teilnahmen. Die Zech-Gruppe des Bremer Unternehmers Kurt Zech will hier „200 bis 300 Millionen Euro“ investieren, so der Chef. 2020 soll das erste Gebäude fertig sein.

Ein ehrgeiziger Zeitplan. Aber Zech ist nicht dafür bekannt, die Dinge langsam laufen zu lassen, wenn erstmal alles geklärt ist. „Sportlich“ findet auch Professorin Iris Reuther, Bremens Senatsbaudirektorin, das Tempo. Im Herbst erst hatte der Wettbewerb begonnen, nun schon liegt das – einstimmig gefasste – Ergebnis vor. Das Büro Cobe präsentiere „ein charaktervolles, ja, charismatisches Ensemble, das die zentrale Adresse am Europahafen mit drei Hochpunkten und vier Bausteinen weithin sichtbar prägen soll“ – markant aus Blickrichtung Innenstadt, markant auch aus Richtung Weser und Europahafen. Der Entwurf „hat uns extrem elektrisiert“.

Es war kein Architektenwettbewerb nach üblichem Muster. Die Organisatoren zogen ihn als „Ideenmeisterschaft“ auf, es gab viel Kommunikation. Die Architekten wurden im Bus durch die Überseestadt gefahren, um die Umgebung kennenzulernen, in die sich das Neue einfügen soll. Im Siegerentwurf äußert sich das nun unter anderem in der Materialwahl. „Die Farben der alten Überseestadt werden aufgenommen“, so Reuther. Und die Dächer zitieren Dachformen der Nachbarschaft. „Aus der Idee heraus Städtebau entwickeln“ – die Wettbewerbsform, das gemeinsame Weiterentwickeln, hat auch Zech begeistert. „Es ist der Tod des klassischen, anonymen Wettbewerbs.“ Und: „Wir sind hier alle euphorisch.“

Kurt Zech, Projektentwickler, Investor, Reeder.

2,2 Hektar Fläche, vier Gebäude, in der Mitte – auf Höhe des Hilde-Adolf-Parks – eine Freifläche, die in öffentlicher Hand bleibt. Arbeitswelt und Freizeit, Wohnraum und Mobilität werden gemischt. Eigentumswohnungen, Mietwohnungen, Sozialwohnungen – alles dabei. 300 bis 400 Wohneinheiten insgesamt sollen es werden, sagt Zech. Genauer geht es noch nicht. Nach der städtebaulichen Festlegung folgt die Feinplanung ja erst jetzt. 70 .000 Quadratmeter Fläche dürfte es geben, davon 25. 000 Quadratmeter für Büros.

Zwei „Lofthäuser“ flankieren das Bürohaus, das mit 18 Geschossen die anderen Gebäude überragt. Es wird etwa so hoch wie der „Landmark-Tower“ sein, aber niedriger als der „Weser-Tower“. Zech möchte natürlich Büroflächen vermieten, vor allem aber auch mit eigenen Firmen in das Bürohaus am Europahafen einziehen.

„Street-Food“-Halle mit Wasserblick

„Wir werden hier die schönsten und besten Arbeitsplätze in Bremen schaffen, die auch die neuesten Innovationen unserer digitalisierten Welt bieten werden“, sagt er. Denn: „Wir wollen junge Leute nach Bremen holen.“ Deshalb achten die Planer auch auf ein urban geprägtes Umfeld. So wird das Bürohaus keine klassische Kantine haben. Stattdessen eine – öffentliche – „Street-Food“-Halle mit Wasserblick in 7,50 Meter hohen Räumen.

1. 000 Parkplätze sollen auch entstehen. Eines der vier Gebäude – aus Blickrichtung Europahafen: der Bau ganz links – ist dem Thema „Mobilität“ gewidmet. Mit Parkplätzen, Fahrradverleih, Car-Sharing, E-Tankstelle. Nun leidet die Überseestadt morgens und abends unter extremen Verkehrsproblemen. Da müssten Lösungen gefunden werden, sagt Zech – und hat auch Vorschläge. Vertreter der Stadt verweisen darauf, dass alles in Arbeit sei.

Gleichwohl – in der Überseestadt geht es schnell voran, Zechs Pläne zum Umbau der Innenstadt brauchen viel mehr Zeit. Warum? Zech verweist auf die vielen Details, die in der City zu regeln sind, und sagt es so: „Wenn das hier in der Überseestadt eine Blinddarm-OP ist, dann ist es in der Innenstadt eine Herztransplantation.“

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