Studenten-Entwurf

Verbindungsgang der Berliner Freiheit neu gestaltet

Ihr Entwurf wurde umgesetzt: Sarah Kappel in dem neu gestalteten Verbindungsgang. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Thomas Kuzaj. 40 Meter lang und ziemlich schmal – der Flur, der das Einkaufszentrum Berliner Freiheit in der Vahr mit dem Ärztehaus nebenan verbindet, wirkte bislang nicht gerade einladend. Sondern eher wie ein Ort, den man möglichst schnell hinter sich lassen möchte. Dank einer Architekturstudentin hat sich das nun geändert.

40 Meter lang und ziemlich hell – so wirkt der Flur jetzt. Hinzu kommen farbige Elemente, die aber nicht quietschbunt sind, und Licht. „Ich wollte den Flur entschleunigen, ihn spannender machen und die Geschwindigkeit rausnehmen“, sagt die Studentin Sarah Kappel (26). „Man soll Lust haben, durch ihn hindurchzugehen.“ Dazu tragen etwa die farbigen Elemente bei. Für die Töne orientierte Kappel sich an einem Logo des Einkaufszentrums. Alles wirke nun „fröhlicher“. Hinzu komme der Eindruck von „Räumlichkeit“ durch die LED-Beleuchtung.

Sarah Kappel lebt in Soltau und studiert in Bremen. Mit ihrem Entwurf für den Verbindungsgang hatte sie einen Wettbewerb gewonnen. Vergleichbare Wettbewerbe gibt es häufiger mal – oft verstauben die Ergebnisse dann in irgendwelchen Schränken und Archiven. Nicht so an der Berliner Freiheit. Hier wurde der Siegerentwurf tatsächlich umgesetzt und nun sogar offiziell eingeweiht.

Kosten von 10.000 Euro

„Genial“ findet Centermanager Frank Springer die Lösung, die Kappel gefunden hat. „Was sie entworfen hat, hat dem Gang richtig viel gegeben.“ Etwa 10. 000 Euro habe die Umsetzung gekostet, so der Centermanager weiter.

An dem Architekturwettbewerb hatten sich 18 Studenten von der Bremer „School of Architecture“ beteiligt. Unter der Regie der Dozentin Lucia Kapisinská erarbeiteten sie Ideen, Vorschläge, Entwürfe (wir berichteten). Erklärtes Ziel war es, einen hellen und „kommunikativen Ort für kurze Begegnungen zu schaffen“, wie ein Sprecher es formulierte. Und weiter: „Die Herausforderung liegt darin, die Gestaltung mit den Brandschutzanforderungen, die dieser Flur als Fluchtweg hat, zu vereinen.“ All das ist gelungen.

Die Bandbreite der Entwürfe reichte dann von Arbeiten mit Lochblech, Plexiglas und Holz über Lichtinstallationen, Betonsteine, eine Decke voller Konservendosen und Spruchbänder – bis hin zu einem Märchenpfad im Verbindungsgang und interaktiven Bewegungsmeldern.

Gestaltungsvorschläge mit Bildern aus der Geschichte der Vahr waren ebenso dabei wie ein Entwurf mit Abbildungen zum Thema „Vier Jahreszeiten“. Die Entwürfe der Studenten wurden auch im Einkaufszentrum präsentiert. Am Ende zeichnete dann eine Fachjury Sarah Kappel mit dem ersten Preis aus – und das Centermanagement ließ aus dem Entwurf Wirklichkeit werden.

Die Berliner Freiheit – der Platz mit Geschäften, Einkaufszentrum, Marktplatz und Bürgerzentrum – gilt als zentraler Ort der Vahr. Hier liegt auch das 65 Meter hohe Aalto-Hochhaus, das in den Jahren 1959 bis 1961 nach Plänen des finnischen Architekten Alvar Aalto (1898 bis 1976) gebaut wurde. Es steht seit 1998 unter Denkmalschutz.

www.berliner-freiheit.de

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