Entschärfte Holperstrecken

Baubeginn in der Neustadt für bundesweit erstes Fahrradquartier

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Inszenierter Spatenstich für die Fahrradzone Neustadt in der Großen Johannisstraße: Gunter Mischner (v. l.), Joachim Lohse, Brigitte Pieper, Karin Luckey, Annemarie Czichon und Jörg Broll-Bickhardt.

Bremen - Von Ralf Sussek. Mit einem inszenierten Spatenstich hat der Umbau einiger Straßen in der Bremer Neustadt zum ersten „Fahrradquartier“ Deutschlands begonnen.

Eingerahmt von Langemarckstraße, Osterstraße/Westerstraße, Friedrich-Ebert-Straße und Neustadtswall entsteht ein Modellquartier, das den Belangen des Radverkehrs in besonderem Maße Rechnung tragen soll. „Autos werden nicht ausgesperrt. Sie müssen sich unterordnen“, versuchte Umweltsenator beim offiziellen Spatenstich die Ängste von Autofahrern zu zerstreuen. „Das kann ein Vorzeigeprojekt für Bremen werden“, ergänzte die Leiterin des Amts für Straßen und Verkehr (ASV), Brigitte Pieper.

Gefördert von der Nationalen Klimaschutzinitiative des Bundesumweltministeriums, stehen 2,4 Millionen Euro zur Verfügung: für bessere Verkehrswege des Radverkehrs, mehr Stellplätze für Fahrräder, Ladestationen für E-Bikes und Leihradstationen. Abgerundet werden die Maßnahmen durch den Bau eines Fahrrad-Repair-Cafés auf dem Hochschulcampus.

Straßen werden im Quartier umgestaltet

Und weil Hansewasser in der Großen Johannisstraße, sozusagen mitten im neuen Fahrradquartier, einige Arbeiten vornimmt, wurde eine der Baustellen zum Ort des inszenierten Spatenstichs gemacht. Wenn die (vorgezogenen) Kanalarbeiten beendet sind, werden die Straßen im Quartier umgestaltet, das alte Kopfsteinpflaster aufgenommen und mittig durch ein Asphaltband ersetzt („holperfreies Fahren“). Keuzungen werden entschärft, illegale Parkmöglichkeiten abgebaut. 2019 sollen alle Maßnahmen umgesetzt sein.

Die Idee für das Projekt kommt aus der Hochschule selbst und stammt aus dem Studiengang Architektur, wie Hochschulsprecher Ulrich Berlin auf Nachfrage erklärte. Rektorin Prof. Dr. Karin Luckey unterstrich daher auch die Rolle der Hochschule: „Die HSB ist ein Knotenpunkt in der sich dynamisch entwickelnden Neustadt. Mit den Maßnahmen zur Förderung der klimagerechten Mobilität tragen wir dazu bei, die Alte Neustadt zu einem lebendigen Viertel der Innenstadt weiterzuentwickeln.“

Luckey gab gemeinsam mit dem Senator, mit ASV-Leiterin Pieper, Jörg Broll-Bickhardt (Geschäftsführer Hanse-Wasser), Neustadt-Ortsamtsleiterin Annemarie Czichon und Gunter Mischner (Fahrradclub ADFC) den Startschuss mit einem zünftigen Sandwurf.

Vorfreude auf Reparaturcafé

Neben einer zukünftigen Querung der Langemarckstraße können sich die Hochschulstudenten auf ein Fahrradreparatur-Café auf dem Campus Neustadtswall freuen. Dort können sie in einem rund 100 Quadratmeter großen Neubau aus Holz ihr Fahrrad selbst reparieren – oder von einem Betreiber reparieren lassen, während sie einen Kaffee trinken. Das Projekt „Fahrradmodellquartier“ ist Teil des Klimaschutzkonzepts der Hochschule.

Umweltresort und Hochschule hatten sich gemeinsam in einem Wettbewerbsverfahren um Fördermittel im „Bundeswettbewerb Klimaschutz im Radverkehr“ der Nationalen Klimaschutzinitiative (NKI) für ein „Fahrradmodellquartier Alte Neustadt Bremen – von der Fahrradstraße zur Fahrradzone“ beworben und nach mehreren Verhandlungsrunden durchgesetzt. Für die Umsetzung wurden dem Ressort rund 1,576 Millionen, der Hochschule 834 835 Euro Fördermittel zur Verfügung gestellt. Mit Planung und Umsetzung ist das ASV betraut.

www.radquartier-bremen.de

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