Freie und kirchliche Kita-Träger fordern mehr Flexibilität und weniger Bürokratie

Entgelte statt Zuwendungen

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„Es muss weniger aufwendig ablaufen.“ Vertreter der Träger von freien und kirchlichen Kindertageseinrichtungen fordern weniger Bürokratie und mehr Verantwortung. Von links gesehen: Arnold Knigge, Sylvia Gerking und Carsten Schlepper.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Weg von zentraler Planung, hin zu Entgelten – Änderungen in der Organisation des Bremer Kita-Angebots fordern die Landesarbeitsgemeinschaft der freien Wohlfahrtspflege (LAG) und der Landesverband evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder. Vorbild soll Hamburg sein.

„Es muss weniger aufwendig ablaufen“, sagt LAG-Vorstandssprecher Arnold Knigge. „Unser Ziel ist es, eine bedarfsgerechte Versorgung sicherzustellen.“ Der Kita-Ausbau für Kinder unter drei Jahren „muss weitergehen“, heißt es bei den Vertretern der Träger von freien und kirchlichen Kindertageseinrichtungen. Und: „Wir sind bereit, uns an einer weiteren Aufstockung zu beteiligen.“

Knigge und Carsten Schlepper, Leiter des Landesverbands evangelischer Tageseinrichtungen für Kinder, erwarten, dass die erreichte Versorgungsquote von 45 Prozent zum nächsten Kindergartenjahr angehoben werden muss – wegen der steigenden Nachfrage. Der Senat habe für weitere 100 Plätze im Haushalt finanziell vorgesorgt. Aber ob das reicht? Sollte der tatsächliche Bedarf höher ausfallen, müsse „notfalls im Haushalt nachgesteuert werden“, so Knigge.

Zum 1. August 2014 wollen die Wohlfahrtsverbände bis zu 85 weitere Plätze bereitstellen, die evangelische Kirche plant mit bis zu 30 weiteren Plätzen.

Darüber hinaus aber seien grundlegende Änderungen bei Planung und Finanzierung vonnöten. „Wir wollen ein Verfahren aus einer Hand“, sagt Knigge. Von Behördenseite sind mit einem Kindergartenplatz gegenwärtig neben dem Sozialressort auch der Bausena tor und die Finanzsenatorin beschäftigt. „Baufachtechnische Zuwendungsprüfung“ – so das entsprechende Verwaltungsfachwort, das Knigge mit gewisser Freude am Absurden zitiert, um sogleich anzufügen: „Ein Ungetüm von einem Wort, und entsprechend läuft dann manchmal die Prüfung ab.“ Schlepper fordert, die Finanzierung der Kindertagesbetreuung deutlich zu vereinfachen. „Wir erhalten Zuwendungen für verschiedene Bereiche.“ Für Null- bis Dreijährige, für Drei- bis Sechsjährige, für Sprachförderung, für zusätzliche Kinder in Krippen. Und so weiter, und so fort.

Erschwerend wirke zudem die „starre Anmeldestruktur“. Im Januar müssten die Eltern ihre kleine Tochter oder ihren kleinen Sohn für ein Kindergartenjahr anmelden, das im August beginnt. Schlepper: „Eltern können im Januar noch nicht sagen, in welchem Umfang ein Kind ein Dreivierteljahr später eine Krippe besuchen kann.“

Der Wechsel von der Zuwendung zum Entgelt soll die Lösung sein. Eine Entgeltfinanzierung, die auf festen Vereinbarungen zwischen den Kita-Trägern und Sozialbehörde fußt – so, wie es in Hamburg und Leipzig gemacht wird.

Die Eltern melden ihr Kind beim Träger an, der rechnet mit dem Kostenträger ab – und muss mit den vereinbarten Entgelten auskommen. Ein System, das stärker nachfrageorientiert ist und weniger zentral gesteuert – und das ohne „baufachtechnische Zuwendungsprüfung“ auskommt. Knigge: „Wir wollen einen Einstieg in die Umstellung des Systems finden.“

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