Entfernungen und Zeitaufwand im Alltag

Projekt erforscht die Mobilität der Bremer

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Straßenbahn? Auto? Rad? Wie die Bremer ihre Verkehrswege zurücklegen, wird 2018 genauer erforscht. 

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Verkehr – ein Dauerthema in Bremen. Endlos-Diskussionen um den Kreisverkehr am „Stern“, täglicher Stau-Stress in der Überseestadt und im Bremer Westen, der Eindruck, als Autofahrer nicht überall in der Stadt willkommen zu sein – das Dauerthema hat viele Aspekte. Die Frage, die alle bewegt: Was lässt sich besser machen?

Wie und womit legen die Bremer ihre Wege zurück? Eine Frage, die jetzt wissenschaftlich betrachtet werden soll, um Antworten auf die Frage nach den Verbesserungen zu finden. Fahrrad? Straßenbahn? Auto? Die alltägliche Mobilität der Bevölkerung in Bremen steht im Mittelpunkt einer Haushaltsbefragung, um die sich die Technische Universität (TU) Dresden im Auftrag des Verkehrsressorts kümmert. Die Umfrage beginnt Anfang 2018.

Die Untersuchung ist ein Teil des Forschungsprojekts „Mobilität in Städten – SRV 2018“. Das Kürzel steht für „System repräsentativer Verkehrsbefragungen“. Das Projekt läuft zeitgleich in mehr als 120 deutschen Städten und Gemeinden. Es liefert, so ein Sprecher von Bau-, Verkehrs- und Umweltsenator Joachim Lohse (Grüne), „wichtige Erkenntnisse und Grunddaten für die örtliche und regionale Verkehrsplanung“.

Da es sich aber um eine Haushaltsbefragung in Bremen handelt, wird ein wichtiger Teil des Verkehrsgeschehens auf den Straßen des Oberzentrums Bremen nicht abgedeckt – Einpendler kommen nicht vor, denn die wohnen ja nicht in Bremen. 20. 249 Pendler kommen nach Angaben des Statistischen Landesamts aus dem Landkreis Diepholz, 15. 415 aus dem Landkreis Verden, 5 .369 aus dem Landkreis Rotenburg, 6. 973 aus dem Landkreis Oldenburg, 9 .147 aus Delmenhorst und 21 .257 aus dem Landkreis Osterholz. Und all diese Menschen kommen weit überwiegend nicht mit dem Rad, sondern per Bahn, Bus und Auto.

Befragung beginnt im Januar

Senator Lohse bittet unterdessen alle ausgewählten Haushalte, sich an der Befragung zu beteiligen. „Jeder Haushalt steht stellvertretend für einen Teil der gesamten Bevölkerung und wird deshalb gebraucht“, so der Senator. Repräsentative Daten seien für eine „bedarfsgerechte Verkehrsplanung unerlässlich“. Die Adressen der ausgewählten Haushalte wurden per Zufallsverfahren aus dem Einwohnermelderegister gezogen, heißt es.

Die Befragung beginnt im Januar und läuft über zwölf Monate. Sie richtet sich an Bürger aus allen Bevölkerungsschichten. Es geht unter anderem darum, ob und mit welchen Verkehrsmitteln sie im Alltag unterwegs sind und welche Entfernungen sie dabei zurücklegen. Auch Themen wie Führerscheinbesitz, Erreichbarkeit von Haltestellen und Zeitaufwand für die täglichen Wege kommen zur Sprache.

Die Daten werden anonymisiert ausgewertet, sagen die Organisatoren. So ergebe sich ein „aktuelles Bild der stadt- beziehungsweise gemeindespezifischen Verkehrsentwicklung“, das mit Städten ähnlicher Größe verglichen werde. „Die Gesamtstichprobe des Projekts von mehr als 150. 000 Personen erlaubt darüber hinaus die Analyse stadtübergreifender Trends, die von der Verkehrsplanung zu berücksichtigen sind. Hierzu gehört beispielsweise auch die allgemeine Nutzung von Carsharing-Angeboten und Elektrofahrrädern“, so der Ressortsprecher.

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