Hilfsorganisationen verteilen Weihnachtsessen

„Dein Festmahl“ in Bremen: Ente, Knödel und Rotkohl für Bedürftige

Helfen bei der Ausgabe auf dem Nelson-Mandela-Platz: Peter Karnebogen aus Neubruchhausen und Sahhanim Görgü-Phillipp.  
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Helfen bei der Ausgabe auf dem Nelson-Mandela-Platz: Peter Karnebogen aus Neubruchhausen und Sahhanim Görgü-Phillipp.  

Bremen – Corona und grauem Wetter zum Trotz sorgt „Dein Festmahl“ auch 2021 für vorweihnachtliche Freude bei Bedürftigen. Die Ausgabe der Festmahlzeit und von Weihnachtstaschen mit Hygieneartikeln, Lebensmitteln, Corona-Masken und einer Rettungsdecke erfolgt wegen der Pandemielage dezentral an 18 Orten in der Stadt. 960  Menschen sind am Dienstag zu „Dein Festmahl“ eingeladen.

Um halb eins hat sich bei der Ausgabe auf dem Nelson-Mandela-Platz nahe dem Hauptbahnhof eine lange Schlange gebildet. Menschen unterschiedlichen Alters sind gekommen. Sie tragen Masken. Stimmen erklingen. Es wird geplaudert. An der Ausgabe steht Sahhanim Görgü-Phillipp. Die 51-Jährige hilft seit zwei Jahren mit. Neben ihr hilft Peter Karnebogen (63) aus Neubruchhausen.

Auch wenn es gelegentlich tröpfelt, ist die Laune gut und die Gäste genießen das Festmahl aus Entenkeule, Rotkohl und Kartoffelknödeln. Eine Besucherin erinnert sich an die Veranstaltung vor zwei Jahren und schwärmt von dem Auftritt von Semino Rossi. Ein älterer Besucher ist begeistert. Er sagt: „Was die hier machen, ist gigantisch.“ Er lobt die Küche. Der Mann stammt aus Sachsen. Nach einem schweren Verkehrsunfall ist er nach Bremen gezogen, weil er hier Familie hat.

Die Auswahl der Gäste erfolgt durch die „Suppenengel“, die „Bremer Tafel“, die Caritas und die Innere Mission, sagt Lübbo Roewer, Sprecher des Kreisverbands Bremen des Deutschen Roten Kreuzes. Viele der Besucher seien bei den „Suppenengeln“ bekannt. 50 Ehrenamtliche haben am Vortag gepackt, 70  am Veranstaltungstag weiter gepackt. „Das Obst ist erst heute geliefert worden“, sagt Roewer. Dazu kommen noch Helfer für den Transport.

Dezentrale „Festmahl“-Ausgabe auf dem Nelson-Mandela-Platz am Hauptbahnhof.

Die Lösung mit 18 Verteilstellen sei „Plan C“, sagt Roewer. Plan A sei die normale Veranstaltung in der Halle. Bei dieser treten Promis auf und bedienen die Bedürftigen. „Plan B“ wäre eine Veranstaltung vor der Halle gewesen. „Das war geplant, als die Inzidenz noch nicht ganz so hoch war“, sagt Roewer. Die Veranstaltung ausfallen zu lassen, sei keine Option gewesen.

Tierarzt Andreas Koppel, der eine Praxis in Bremen betreibt, arbeitet unter einem Zeltdach. Ein Yorkshire-Terrier bekommt ein paar Tropfen ins Ohr. „Hast Du ganz fein gemacht, Mäuschen“, sagt er. Der Hund hat eine chronische Ohrenentzündung. Auch die „Tiertafel“ ist da, wie in jedem Jahr, und hat alles dabei für Hunde und Katzen, auch eine Vielzahl von Näpfen.

Auf die Anreise von auswärtigen Promis wurde wegen Corona verzichtet. Sozialsenatorin Anja Stahmann (Grüne) und Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff (CDU) helfen mit. Schlagersänger Mitch Keller ist dabei, singt aber nicht. Aber Elvis-Presley-Imitator Guido Regenhard singt auf dem Bahnhofsvorplatz, wo ebenfalls eine Ausgabestelle ist. Er benutzt kein Mikro. Kein Vergleich zu den Bühnenauftritten wie 2019, aber „Holly leaves and christmas trees“ und „Blue Christmas“ sorgen auch so für etwas Weihnachtsstimmung. Frank Baumann, Geschäftsführer Fußball bei Werder Bremen, schenkt Kaffee aus. Er sagt: „Gott sei Dank ist es einigermaßen trocken geblieben.“ Auch wenn es in der Messehalle schöner gewesen sei, die Freude der Gäste sei trotzdem zu sehen.

Erstmals findet die Veranstaltung in Kooperation von DRK Bremen und dem neugegründeten Verein „Dein Festmahl“ statt. „Wir wollen die Veranstaltung auf eine sichere Basis stellen“, betont Lübbo Roewer. Man überlege, ob möglicherweise auch im Sommer eine vergleichbare Veranstaltung als Grillfete stattfinden könnte.

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