Vorbereitungen für den Re-Start laufen

Bremer Theatermacher vermissen Perspektive

Knut Schakinnis zeigt die neue Lüftungsanlage im Packhaustheater.
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Bereit für den Re-Start: Knut Schakinnis zeigt die neue Lüftungsanlage im Packhaustheater.

Die Bremer Konzertveranstalter und Theatermacher bereiten sich akribisch auf den Re-Start. Doch noch fehlen Perspektiven.

Bremen – Es ist eine Investition für den Neuanfang bei der „Komödie Bremen im Packhaustheater“: Geschäftsführer und künstlerischer Leiter Knut Schakinnis zeigt die neue Belüftungsanlage. „Mit UV-Licht werden alle Viren abgetötet“, sagt der Theaterchef. 70 000 Euro habe die Anlage gekostet, er bekomme Zuschüsse. Wie viel genau, weiß er noch nicht, da der entsprechende Antrag noch bearbeitet werde. „Die alte Anlage konnte nicht mehr umgerüstet werden“, sagt er.

Schakinnis sagt, je nach Qualität der Belüftungstechnik dürften 30 oder 50 Prozent in den Besucherraum. Wenn kein Belüftungssystem vorhanden ist, geht nichts. Mit dem neuen System sollen 50 Prozent möglich sein. Die Zuschauer müssten Masken tragen und im „Schachbrettsystem“ bei 1,50 Meter Abstand sitzen. So sei der aktuelle Stand.

„Für eine Deckung der Kosten brauchen wir 65 bis 70 Prozent“, sagt Schakinnis. „Für uns als Klein- und Kleinsttheater ist es besonders schwierig, in den Bereich der Deckung zu kommen.“ Das sei für die „Komödie im Packhaus“ leichter zu erfüllen als für das „Theaterschiff“, wo Schakinnis, wie auch an weiteren Standorten außerhalb Bremens, ebenfalls Geschäftsführer und künstlerischer Leiter ist. Dort ist der Zuschauerraum enger. Man versuche bei der Lüftungsanlage auf dem Theaterschiff, die Filter so zu modernisieren, dass sie den aktuellen Anforderungen entsprechen. Die aktuellen Regeln seien anspruchsvoll und verlangten sogar CO2-Messungen.

Zehn Prozent der Kosten bleiben hängen

Schakinnis spricht von einem enormen Druck. „Wir wissen nicht, wann wir wieder kostendeckend arbeiten können“, sagt er. 90 Prozent der laufenden Kosten würden durch die Überbrückungshilfen erstattet, aber zehn Prozent blieben und das seit einem Jahr. In Bremen werden Theater, Opern- und Konzerthäuser und Kinos bis mindestens 28. März geschlossen bleiben, sagte Alicia Bernhardt, Pressereferentin bei der Senatorin für Gesundheit, Frauen und Verbraucherschutz. Zu einer Ausnahme könne es kommen, wenn die Inzidenz für drei Tage unter 50 bleibe, was aber nicht zwingend bedeute, dass dann schon eine Öffnung erfolge. Was nach dem 28. März komme hänge vom Infektionsgeschehen ab. Bernhardt verweist auf den nächsten Corona-Gipfel von Ministerpräsidenten und Bundeskanzlerin am 22.  März.

Das alles sind kurze Fristen, zu kurz, für Konzertveranstalter, die viel zeitlichen Vorlauf brauchen. Oft seien Konzerte eingebunden in Tourneen, gibt Oliver Mücke, Geschäftsführer bei Koopmann Concerts, zu bedenken. Doch was kommt, wenn wieder Konzerte und Shows erlaubt sind und verschobenen Veranstaltungen dann nachgeholt werden? „Wenn es wieder losgeht, kann es zu einer Übersättigung kommen“, sagt Mücke. Auch könnte es schwierig werden, die nötigen Dienstleister zu bekommen. Teilweise habe man Personal aus Hamburg oder Osnabrück angefordert, wenn in Bremen mehrere Veranstaltungen gleichzeitig stattfanden. „Viele Dienstleister, mit denen wir arbeiten, haben inzwischen einen anderen Job. Viele werden gar nicht zurückkommen“, sagt er.

„Die Gesetze des Marktes“

Mücke fürchtet, dass aufgrund des Personalmangels bei gleichzeitigem Anstieg der Nachfrage die Kosten steigen. Branchenintern würden Kostensteigerungen von 15  Prozent erwartet. „Da greifen die Gesetze des Marktes“, sagt Mücke. Das habe beim ursprünglichen Ticketpreis nicht einkalkuliert werden können. Koopmann Concerts habe seit einem Jahr keine Einnahmen mehr. „Die Lage ist schlimm“, sagt Mücke. „Auch Künstler müssen bereit sein, ihre Gagenforderung anzupassen.“

Jörn Meyer, Geschäftsführer beim Metropol-Theater Bremen, sagt: „Wir rechnen damit, ab September wieder eine nennenswerte Spielsaison zu haben. Dennoch hoffen wir auf baldige Öffnung, damit wir vorher noch, trotz sehr kurzem Vorlauf, das eine oder andere realisieren können.“

Jan Trautmann, Geschäftsführer von „Bremen Events & Concerts“, sagt: „Ich weiß nicht, was für Vorgaben wir dann haben. Wir haben die Einlasszeit von einer auf zwei Stunden verdoppelt, um gegebenenfalls Zeit für Corona-Schnelltests zu haben.“ Trautmann sagt, bei einem positiven Test, also einer Infektion, wäre er bereit das Ticket zurückzunehmen: „Der Käufer kann nichts dafür.“

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