Absackung neben Baustelle: BSAG fehlen zwei Straßenbahngleise

Engpass am Hauptbahnhof

Nichts geht mehr auf zwei von sechs Straßenbahngleisen am Hauptbahnhof – für die BSAG und vor allem ihre Kunden kein Vergnügen, denn die Schienen werden dringend benötigt. - Foto: Kuzaj

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke und Viviane Reineking. Am Bremer Hauptbahnhof ist es für die Bremer Straßenbahn AG (BSAG) und vor allem auch ihre Kunden eng geworden. Nach dem Absacken der Erde um 7,5 Zentimeter sind zwei der sechs Gleise gesperrt. „Vier Gleise sind da schlicht zu wenig, wir brauchen einfach alle sechs“, sagte jetzt BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer.

Doch wie lange der Schienenbereich neben der Großbaustelle fürs „City-Gate“, über den sonst Trams gleiten, noch gesperrt bleibt, ist offen. Denn klar ist inzwischen zwar, dass der Grund für das Absacken der Erde in der Baustelle liegt, doch die konkrete Ursache ist weiter offen, wie die Beteiligten sagen. Da soll auch das inzwischen vorliegende rund 100 Seiten starkes Gutachten noch nicht weitergeholfen haben.

„Es gibt viele Einflussfaktoren, die dort eine Rolle spielen“, so Ulf Wachholtz, Geschäftsführer vom Investor Achim Griese. Das Hamburger Unternehmen will dort den Hotel- und Bürokomplex „City Gate“ errichten. Die Lage sei sehr komplex, hält sich der Projektentwickler auf Nachfrage unserer Zeitung bedeckt. Nach wie vor würden alle Beteiligten die Ergebnisse des Untersuchungsberichtes prüfen, so die offizielle Verlautbarung. Die Zusammenarbeit der Projektpartner und Betroffenen wie der BSAG sei konstruktiv und effizient, so Wachholtz. „Uns alle eint: Wir wollen vorankommen.“ Das betonte gestern auch Frank Steffe, Sprecher des Bauressorts. Betroffen von den Erdbewegungen ist auch die Hochstraße, sie hat sich drei Millimeter geneigt. Das sei weiter unproblematisch, sagte Steffe. Dennoch haben sich Fachleute des Ressorts Gedanken über präventive Maßnahmen gemacht. „Das ist eine reine Vorsichtsmaßnahme“, betonte Steffe. Vorgestellt werden sollen die Maßnahmen nächste Woche.

Aktuell wird die Baugrube nicht weiter ausgehoben. Bisher, so Steffe, gehen die Arbeiten acht Meter in die Tiefe – weitere sechs Meter sollen folgen. Der Investor hat seinen Fokus momentan vor allem auf die Planung mit den Mietern wie den zwei Hotels der Accor-Gruppe sowie Gespräche mit potenziellen weiteren Mietern gelegt. Laut Wachholtz gibt es bislang noch keine zusätzliche Verzögerung durch die aktuellen Probleme. Der Fertigstellungszeitraum, zuletzt auf das dritte bis vierte Quartal 2018 terminiert, stehe noch. Bei einem Bauprojekt dieser Größenordnung würden im Vorfeld zeitliche Puffer für alle möglichen Probleme kalkuliert. Aktuell sei man deshalb überall noch „im grünen Bereich“. Beim offiziellen Baubeginn im August vergangenen Jahres hatte der Geschäftsführer gegenüber unserer Zeitung die Fertigstellung noch mit Ende 2017 angegeben.

Die BSAG hat unterdessen, wie berichtet, die geplante umfangreiche Sanierung aller sechs Gleise erstmal verschoben. Möglich, dass die Maßnahme erst in einem Jahr über die Bühne gehen kann, da dafür mehrere Wochen in der Ferienzeit gebraucht werden – dieses Jahr ist das nicht mehr zu schaffen, denn beginnen können die Arbeiten laut BSAG erst, wenn die Sachlage für die Erdabsackung samt Ursache eindeutig geklärt ist. Da jedoch sämtliche Gleise am Bahnhof sanierungsbedürftig seien, greife die BSAG in den kommenden Wochen zunächst zu Notmaßnahmen wie zum Beispiel sogenannte „Aufschweißungen“, sagte der Sprecher.

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