Bürgerpark und der Rhododendronpark sind Anlaufpunkte in Corona-Zeiten

Aus der Enge in die grünen Idyllen

Frühlingsgefühle im Tiergehege des Bürgerparks: Eber „Harry“ begehrt „Bernadette“. Foto: KOWALEWSKI

Bremen - Von Martin Kowalewski. „Das ist ein kleines Paradies“, ruft eine Fahrradfahrerin im Bremer Bürgerpark im Vorbeifahren. Dieser und auch der Rhododendronpark in Horn-Lehe sind ein wichtiger und vielgenutzter Erholungsraum für Bürger aus Bremen und „umzu“. Weiträumige Landschaften, prächtige Rhododendren und angenehme Luft wirken wohltuend.

Monika Palm, eine Seniorin Mitte 70, geht durch das Tiergehege des Bürgerparks. Sie zückt ihr Handy und macht ein Foto. Darauf ist Eber „Harry“, der sich der Schweine-Dame „Bernadette“ mehr oder weniger zart nähert. Die Seniorin kennt die Namen der Bentheimer Schweine. Sie weiß auch, dass in einem Nachbargehege noch „Bonnie“ ist. „Harry“ darf die beiden Damen abwechselnd begatten.

Der 30-jährige Njie Ismaila hat eine andere Art, den Bürgerpark zu genießen. Er ist zu Besuch in Bremen, lebt normalerweise in Schweden und stammt ursprünglich aus Gambia. Er fotografiert gerne die idyllische Landschaft. „Die Luft hier ist gut für den Körper“, sagt er. Die Zeit vergehe hier langsam. Der Park beeindruckt durch seine weiten Landschaften. Genießen lassen sich diese auch auf Bänken, etwa der Waldemar-Koch-Terrasse vor dem Park Hotel. Der Blick fällt über Wiesen und die Melchers-Brücke auf die „Meierei“.

Bürgerparkdirektor Tim Großmann zeigt einen Baum, an dessen Ästen Taschentücher zu hängen scheinen. Doch es handelt sich um Blüten. Der Taschentuchbaum ist ein faszinierender Anblick, auch wenn er in diesem Jahr nicht so viele Blüten hat wie im Vorjahr. Auch prächtige Rhododendren sind zu sehen, neben naturwüchsigen Bereichen.

Im Bürgerpark haben der Mensch und Natur nebeneinander Platz. Auf Naturwiesen sprießen Wildkräuter und die einheimischen Vögel finden Futter. Wer früh kommt, morgens um 7 oder 8 Uhr, kann hier auch Rehe sehen, sagt Großmann.

Wichtig für Familien: Seit Mittwoch dürfen die Spielplätze im Bürgerpark und auch im Rhododendronpark wieder genutzt werden. Drumherum sprießt es. Großmann und auch sein Kollege Hartwig Schepker, Leiter des Rhododendronparks, sagen, die Natur ist weiter als normal. Schepker schätzt: etwa zwei Wochen. Noch etwas Anderes ist ungewöhnlich im Rhododendronpark, eine Corona-Folge: „Wir haben einen ungewöhnlich starken Zulauf“, sagt Schepker. Er spricht von Vätern, die mit ihren Töchtern joggen. „Auch in der Woche kommen Familien mit Kindern.“

Bereits kurz hinter dem Haupteingang erwartet die Besucher eine bunte Rhododendron-Pracht. Die „Pontische Azalee“ fällt mit ihren gelben Blüten ins Auge und erfreut auch die Nase: Die Blüten verströmen einen angenehmen Duft. Dicht am Busch riecht es wie in einer Parfümerie. Mit ihren großen, weißen Blüten ist die Sorte „Beauty of Littleworth“ ein erhabener Anblick. Das sei eine alte Sorte, „vor 1884 gezüchtet“, sagt Schepker. „Das würde heute keiner mehr produzieren.“ Mit bis zu sieben Metern werde diese Rhododendron einfach zu groß. Entlang einer Wiese ist ein prächtiger Saum von Rhododendren zu sehen. Die Farben gehen ineinander über, so etwa die hellgelbe Sorte „Gumbleton“, die durchmischt ist, mit der dunkleren Sorte „Anna“. Gleich nebenan geht es weiter in Richtung Orange und Rot.

Ein älteres Paar genießt die vielen bunten Eindrücke. „Wir kommen jedes Jahr zweimal“, sagt der Mann, der auch gerne im Park fotografiert. In zwei Monaten wollen sie wiederkommen und sehen, was sich verändert hat.

„Der Sortengarten-Ost ist die bunteste Ecke des Parks“, sagt Schepker. Er vergleicht ihn mit einer Bonbon-Schachtel. Hier wachsen japanische Azaleen, die seit 120 Jahren in Europa gekreuzt werden. Ein kompaktes Azaleen-Archiv, auf der einen Seite nach Entstehungszeit sortiert, auf der anderen alphabetisch. Ebenfalls aus Japan stammt die Azalee „Maruschka“. Ein Busch dieser Sorte steht im neuen, 2002 eröffneten Park-Teil. Von Mai bis Juni sprießen an ihr neue, grüne Blätter. Im September wechseln diese ihre Farbe und werden rot-schwarz.

Anne Lackemann (68) und Frauke Berger (73) aus Osterholz-Scharmbeck sind für ihren Besuch mehr als 30 Kilometer mit dem Rad gefahren. „Wir genießen die Vielfalt“, sagt Lackemann. Die Hauptblüte der Rhododendren dauert bis etwa Ende Mai. Der Rhododendronpark öffnet täglich von 7 Uhr bis Sonnenuntergang.

Das könnte Sie auch interessieren

elona ist da. Ihre lokalen Nachrichten.

Mehr zum Thema:

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

„Wer ist diese Mannschaft, die da gegen Gladbach spielt?“ Netzreaktionen zu #SVWBMG

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Italiens Topattraktionen öffnen wieder

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Leipzig schwächelt im Titelkampf - Nächster Schalke-Dämpfer

Food-Trip: Diese Schwarzwaldmädels gehen ihren eigenen Weg

Food-Trip: Diese Schwarzwaldmädels gehen ihren eigenen Weg

Meistgelesene Artikel

Nach Großbrand im Bremer Industriehafen: Große Verunsicherung bei Feuerwehr und Polizei

Nach Großbrand im Bremer Industriehafen: Große Verunsicherung bei Feuerwehr und Polizei

Intime Einblicke

Intime Einblicke

Was wird aus den Bremer Warenhäusern?

Was wird aus den Bremer Warenhäusern?

Anders lernen

Anders lernen

Kommentare