„Weser-Tower“ in der Überseestadt neuer Sitz der EWE Trading

Energiedrehscheibe Bremen

Hier wird gehandelt: Der „Weser-Tower“ in der Bremer Überseestadt ist der neue Sitz der EWE Trading. Damit wird Bremen zur Energiedrehscheibe. - Foto: EWE

Bremen - Die SWB AG (früher Stadtwerke) als Tochter des Oldenburger Energieunternehmens EWE wird in Zukunft Abstriche machen müssen (wir berichteten), doch dafür macht das Unternehmen Bremen zur Energiedrehscheibe. Der „Weser-Tower“ in der Überseestadt wird der neue Sitz der vorher in Oldenburg beheimateten Energiehandelstochter EWE Trading. Das teilte das Unternehmen gestern mit.

Damit hat die EWE nun einen richtigen Familiensitz in Bremen, denn zu den Nachbarn im „Weser-Tower“ gehören bereits die EWE-Gesellschaften BTC, EWE Tel, Brekom und Wesernetz. Der moderne „Trading Floor“, sozusagen der Handelsflur, befindet sich auf der 21. und 17. Etage des markanten Bürokomplexes an der Weserpromenade – super Ausblick inklusive. Laut Sprecherin Kirstin Hengelage entstehen knapp 100 Arbeitsplätze – Tendenz steigend.

Dr. Michael Redanz, Vorsitzender der Geschäftsführung, sagte: „Wir wollen unsere Handelsaktivitäten in den kommenden Jahren deutlich ausbauen, um dabei alle Chancen zu nutzen, die sich auf den immer dynamischeren und immer stärker miteinander verflochtenen internationalen Energiemärkten bieten.“

Die 2012 gegründete Gesellschaft ist innerhalb des EWE-Konzerns die Drehscheibe für das Portfoliomanagement und für den Handel von Strom, Erdgas und anderen für EWE wichtigen Energieprodukten sowohl an den Börsen als auch in bilateralen Handelsgeschäften, wie Hengelage sagte. Die Energiehandelstochter habe dabei die Aufgabe, die Wettbewerbsfähigkeit sowie die Erträge aus dem Energiegeschäft des EWE-Konzerns zu steigern und die Risiken schwankender Marktpreise zu managen. Den Angaben zufolge vermarktet EWE Trading den Strom aus EWE-eigenen Kraftwerken – in Bremen vor allem aus drei konventionellen Kraftwerken und aus dem Weser-Kraftwerk. In Onshore- und Offshore-Windparks hat das Unternehmen zudem mehr als 320 Megawatt Erzeugungskapazität installiert, wie es heißt. Als Dienstleister für die Direktvermarktung von erneuerbaren Energien geht es auch um Strom aus Windenergieanlagen- und Solarparks mit einer Leistung von zusammen 2 200 Megawatt. Der Energiehändler optimiert zudem im Auftrag großer Geschäftskunden deren Energiebezug an den Großhandelsmärkten, sagte die Sprecherin.

Nach eigenen Angaben setzte der Energiegroßhändler 2015 rund 36 Terrawattstunden (TWh) Strom und gut 49 TWh Erdgas um, das entspricht einem Umsatz von rund 2,6 Milliarden Euro. Zum Vergleich: Ein TWh Strom entspricht einer Milliarde Kilowattstunden und damit laut EWE dem durchschnittlichen Jahresbedarf von mehr als 280 000 Privathaushalten. „Diese Größenordnung wollen wir in den nächsten Jahren deutlich übertreffen“, sagte Redanz. Diese Wachstumspläne seien auch der Grund für den Umzug von Oldenburg nach Bremen. Geschäftsführer Andreas Hartung, zuständig für den Bereich Marktfolge, sagte: „An diesem Standort mitten in der dynamischen Überseestadt sind wir von Beginn darauf ausgerichtet, auf dem europäischen Energiemarkt zu wachsen – mit einem modernen Trading Floor und einem hochqualifizierten Team.“ In den kommenden Jahren sollen weitere international erfahrene Händler das Team ergänzen.

EWE Trading mit zur Zeit 69 Mitarbeitern ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der EWE. - gn

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