Wachsender Onlinehandel und kurze Adventszeit

Endspurt im Einzelhandel: Trübes Bremer Weihnachtsgeschäft

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Vorweihnachtliche Shopping-Atmosphäre herrscht derzeit auch im Weserpark. Zu den beliebtesten Weihnachtsgeschenken gehören hier, ebenso wie in der Bremer City, Geschenkgutscheine.

Bremen - Von Viviane Reineking. Ein wachsender Onlinehandel und eine besonders kurze Adventszeit – diese beiden Faktoren trüben die vorläufige Bilanz der Bremer Einzelhändler zum Weihnachtsgeschäft. Mit Spannung blicken sie nun vor allem auf Sonnabend, der Last-Minute-Käufern letzte Gelegenheit zum Shoppen bietet.

Anfangs habe es lange Gesichter gegeben, sagt Jan-Peter Halves. „Wir hätten gedacht, dass das Weihnachtsgeschäft stärker losgeht“, so der Geschäftsführer der City-Initiative. Mittlerweile hätten die Geschäfte in der Bremer City aber sehr gut zu tun. „Zum Schluss hin wird es immer stärker.“

70.000 Menschen seien etwa am vergangenen Sonnabend durch die Sögestraße geströmt, „das ist gewaltig“. Im Jahresdurchschnitt sei es etwa die Hälfte. Normalerweise, so Halves, kämen am Tag vor Heiligabend nur noch ein paar Shopper in die Innenstadt. „Dieses Jahr wird es aber anders sein“, ist sich der Geschäftsführer der Einzelhändlervereinigung sicher. „Wir sind sehr gespannt auf den Sonnabend. Die Erwartungshaltung ist hoch.“

94,5 Milliarden Euro (Stadt Bremen: 730 Millionen Euro, Bremerhaven 136 Millionen Euro) Umsatz, so die Prognose des Handelsverbands Deutschland (HDE), werde im aktuellen Weihnachtsgeschäft erzielt. Zwölf Milliarden Euro entfallen der Voraussage des HDE zufolge auf den Onlinehandel. 

Umsätze auf Vorjahresniveau

Während der Einzelhandelsverband Nordwest von einem Zuwachs von drei Prozent gegenüber dem Vorjahr für Internetshopping und stationären Handel spricht, gehe der Zuwachs laut Halves in den Onlinehandel. Und dennoch: Die Umsätze hätten sich etwa auf Vorjahresniveau gehalten. „Und das ist ja in der heutigen Zeit auch ein Erfolg.“ Während Klassiker wie Elektronik, Bücher und Parfümerie-Artikel bei den Kunden hoch im Kurs stehen, sei es Halves zufolge nicht mehr „in“, Textilien zu verschenken. 

Monika Mehrtens, Center-Managerin des Weserparks, hat da andere Erfahrungen gemacht: Viele Wintersachen wie Mäntel und Stiefel seien über den Ladentisch gegangen. Kalt sei es gewesen, „aber nicht so, dass man nicht zu uns kommen konnte“. Zwar fehle auch im Weserpark eine Einkaufswoche. Trotzdem sei es mit einem leichten Umsatzplus im Vergleich zu 2016 ein gutes Geschäft. Auch im Einkaufszentrum an der Hans-Bredow-Straße erweisen sich Gutscheine übrigens als Geschenke-Renner.

Last-Minute-Käufer an Sonnabend

Für Sonnabend erwartet Mehrtens viele Last-Minute-Geschenkekäufer – zu denen laut Mehrtens und Handelskammer vor allem Männer gehören. Außerdem werden der Center-Managerin zufolge viele Lebensmittel über die Ladentheke gehen.

„Verhalten zufrieden“, so beschreibt Hauptgeschäftsführer Jan König vom Einzelhandelsverband Nordwest die Stimmung unter Bremens Einzelhändlern. Zwar seien die Besucherzahlen an den Wochenenden sehr gut gewesen, man habe insgesamt aber mit mehr Kunden in der Vorweihnachtszeit gerechnet, so König, der die für die Händler wichtige Kombination von Shoppen und Weihnachtsmarkt unterstreicht.

„Insgesamt zufriedenstellen, aber uneinheitlich“ falle die Bilanz der Einzelhändler aus, so Karsten Nowak, Leiter des Geschäftsbereichs Einzelhandel bei der Handelskammer Bremen. Vor allem der inhabergeführte Facheinzelhandel dürfte seiner Meinung nach ein eher durchwachsenes Ergebnis erwarten, so Nowak. Der Weihnachtsshopping-Endspurt werde derzeit schon von vielen Angeboten begleitet. „Es sollte jetzt nochmal richtig brummen. Aber eine Euphorie werden wir bei den Händlern nicht erleben.“

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