Herbert Wulfekuhl geht in den Ruhestand

Endlich Zeit für „KLR“

Herbert Wulfekuhl (l.) mit Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD).

Bremen - Von Thomas Kuzaj · Bildung: Wer „Landeszentrale“ sagte, dachte auch „Wulfekuhl“ – und umgekehrt. Nun endete, was über Jahrzehnte sozusagen selbstverständlich geworden war. Herbert Wulfekuhl ist nicht mehr Leiter der Landeszentrale für politische Bildung am Osterdeich 6. Bürgermeister Jens Böhrnsen (SPD) hat ihn jetzt in den Ruhestand verabschiedet.

Wulfekuhls Name war zunächst eng verbunden mit dem Kampf gegen die durch das Ostertorviertel geplante Mozarttrasse – er war 1972 Leiter des, wie es damals hieß, Amts für Beiratsangelegenheiten Mitte geworden. Heute ist kurz vom Ortsamt Mitte die Rede, und von der Mozarttrasse nur noch mit Schaudern in Rückblicken auf die Beton-Planungswut vergangener Epochen. Und mit Anerkennung in Zusammenhang mit der Rückschau auf ein frühes Beispiel für etwas, das heute gern „bürgerschaftliches Engagement“ genannt wird. Wulfekuhl gehörte 2009 zu jenen Vertretern des „Arbeitskreises Ostertorsanierung“, die für ihr Engagement vom Bauressort und dem Bremer Zentrum für Baukultur (BZB) mit der „Bremer Auszeichnung für Baukultur“ geehrt wurden.

Der Kampf gegen die Mozarttrasse lässt sich ja auch verstehen als Beispiel für die Politisierung des Alltags. Da lernt man fürs Leben. Die politische Bildung an sich war seit 1987 Wulfekuhls Aufgabe. Klaus Wedemeier (SPD), damals Bürgermeister, berief ihn in jenem Jahr zum Leiter der Landeszentrale für politische Bildung.

Zehn Jahre später sorgten Wulfekuhl und sein Team dafür, dass die Ausstellung „Verbrechen der Wehrmacht von 1941 bis 1944“ des Hamburger Instituts für Sozialforschung nach Bremen kam und in der Unteren Rathaushalle gezeigt wurde. Über viele Jahre engagierte Wulfekuhl sich zudem dafür, den Bunker „Valentin“ in Farge als nationale Gedenkstätte zu erhalten. Im Auftrag des Bürgermeisters erarbeitete die Landeszentrale für politische Bildung eine wissenschaftlich fundierte Konzeption dafür.

Wulfekuhl war insgesamt 45 Jahre im öffentlichen Dienst beschäftigt. „Jetzt ist es auch genug“, sagte er bei seiner Verabschiedung – im Scherz, versteht sich. Nun will er sich mehr um seine Familie kümmern. Und um sein Hobby „KLR“. Was das ist? Kochen. Lesen. Reisen.

· Bauarbeiten: „Ganz Bremen ist eine Baustelle.“ Das weiß auch Senatssprecher Hermann Kleen. Und fährt fort: „Das trifft auch auf unsere Küche zu.“ Nicht Kleens Küche zu Hause ist gemeint, sondern die Küche des Rathauses. In der wird gerade am Straßenbelag – Verzeihung: am Fußboden – gearbeitet. Was wiederum bedeutet, dass gegenwärtig auch im Rathaus mit gewissen Einschränkungen umzugehen ist. So wurde Journalisten bei einem Gespräch in dieser Woche kein Kaffee und kein Tee angeboten (was sonst zum Üblichen zählt). Als Ersatz stand Orangensaft auf den Tischen. Bei dem heißen Wetter sowieso viel besser. So haben sie auch mal etwas Gutes, die Bauarbeiten.

· Kunst: Der phantasieanregende Charme des Unfertigen ist gegenwärtig Thema einer Ausstellung des Vegesacker Overbeck-Museums – wir berichteten. Die Schau mit dem Titel „Unfertig – vollkommen“ dauert noch bis zum 30. September. Jetzt steht ein Vortrag zum Thema auf dem Programm. Der Bremer Kunsthistoriker Detlef Stein hält ihn am Sonntag, 5. August, um 19 Uhr in den Räumen an der Alten Hafenstraße 30. Eintritt: zehn Euro. Stein spricht über die Bedeutung unfertiger Gemälde in der Kunstgeschichte. Er fragt, wann ein Bild überhaupt fertig ist. Gerade die unfertig gebliebenen Gemälde von Paul Cezanne, so ein Stein-Beispiel, offenbarten „die beeindruckende Bandbreite seiner Kunst“.

http://www.lzpb-bremen.de

http://www.overbeck-museum.de

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