Grünes Licht für den Verkauf des Lloydhofs

Endgültiger Abschied von der großen Lösung

Der umgebaute Lloydhof soll zur Belebung des Quartiers beitragen, sagt Wirtschaftssenator Martin Günthner. Das gestern aufgenommen Bild zeigt: Das ist dringend nötig. - Foto: Sussek

Bremen - Nun also doch: Der Lloydhof im Ansgariquartier soll verkauft werden. So steht es im Ergebnisbericht des Perspektivkreises Ansgari; der Senat und die Deputation für Wirtschaft, Arbeit und Häfen haben nun genau so entschieden. 

Nach dem Scheitern der ganz großen Lösung (Abriss von Lloydhof und Brill-Parkhaus mit Neubau eines Einkaufszentrums) und der Zwischennutzung wird der Verkauf vom Wirtschaftsressort nun als „klare Perspektive für das Ansgariquartier“ bezeichnet.

Die klare Perspektive scheint ein „Ende mit Schrecken ist besser als ein Schrecken ohne Ende“ zu heißen. Bremen hatte den Lloydhof seinerzeit für 25 Millionen Euro gekauft, nachdem ein Investor abgesprungen war. Nur wenige Mieteinnahmen (den größten Teil trägt das Bau- und Umweltressort bei, das dort Räume unterhält) und die Behebung eines Sanierungsstaus kosteten zusätzlich Geld. Und die Zwischennutzung des Lloydhofs als „Citylab“ – das war von Beginn an klar – konnte auch nicht für eine nachhaltige Belebung des Ansgarikirchhofs sorgen.

Das soll nun der Verkauf einschließlich komplettem Umbau „als Geschäftshaus des 21. Jahrhunderts“ schaffen. „Mit diesen Beschlüssen haben wir Voraussetzungen geschaffen, im kommenden Jahr einen Investor für dieses ambitionierte Innenstadtprojekt auswählen zu können“, sagte Wirtschaftssenator Martin Günthner (SPD). Interessenten gebe es schon, heißt es.

Das gemischt genutzte Gebäude werde „zur Belebung des Quartiers entscheidend beitragen“, so Günthner. Zum Ansgarikirchhof und zum Hanseatenhof sollen demnach „verbindlich“ Einzelhandel und Gastronomie angeordnet werden. In den Obergeschossen ist ein Nutzungsmix (Wohnen, Büro, Hotel oder Freizeit) vorgesehen. Hier wolle man Investoren Gestaltungsspielräume geben, hieß es.

Die Immobilie soll im sogenannten Höchstpreisverfahren vergeben werden – für eine „möglichst zügige Vergabe des Projektes“. Dass Bremen sich damit der Möglichkeit beraubt, diesen Bereich städtebaulich weiterzuentwickeln, will zumindest der Ergebnisbericht des Perspektivkreises Ansagari nicht gelten lassen. Die planerischen Anforderungen der Stadt würden durch Vorgaben in dem Ausschreibungsverfahren sichergestellt, heißt es dort.

sk

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