Stadt ohne Reiz und Flair

Empirica-Studie: Junge Menschen finden Bremen langweilig

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Bremen übt laut einer Studie nur wenig Reiz auf jüngere Menschen aus.

Bremen - Von Elisabeth Gnuschke. Sie loben die Lebensqualität als gut, die Wege als kurz, das Stadtbild als „prachtvoll“ – dennoch verliert die Stadt Bremen für junge Menschen zusehends an Reiz. 20- bis 30-Jährige, die sich einen neuen Wohnort suchen, wählen eher Hamburg, Hannover oder Berlin.

Auch im Vergleich mit Städten wie Oldenburg, Osnabrück und Münster schneidet Bremen schlecht ab. Das ist das Ergebnis der Studie „Schwarmstadt Bremen?“, die das Empirica-Institut im Auftrag der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungswirtschaft Bremen-Bremerhaven (AG Wohnen) erstellt hat. Thomas Tietje, Sprecher der AG und Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Brebau, bewertet die Untersuchung dennoch positiv: „Wir müssen uns mit der Kritik auseinandersetzen.“ Er sieht Projekte auf dem Weg, um das Image Bremens als Lebensort zu verbessern.

Zur möglichen „Schwarmstadt“, in der sich junge Leute zumindest temporär niederlassen, fehlen den 20- bis 30-Jährigen Flair, Image und Trendsetter, so Harald Simons, der die Studie maßgeblich betreut hat. Weder in den Bereichen Medien, Internet, Kultur, Handel, Technik noch Gastronomie könne Bremen punkten. Auch das Viertel halten die jungen Menschen offenbar nicht mehr für "lebendig", wohnten dort doch viele Bremer über 50 Jahre. In anderen Stadtteilen bliebe die Szene hinter ihren Erwartungen zurück.

Bremen setzt andere Schwerpunkte

Weiter heißt es in der Studie: „Städte wie Oldenburg oder Hannover ziehen stärker junge Menschen aus Westniedersachsen und darüberhinaus an als Bremen.“ Allerdings, und auch darauf weist die Untersuchung hin, müsse es nicht als Nachteil empfunden werden, wenn eine große Stadt kein „junges Image“ habe. Empirica verwies darauf, dass sich Bremen „als eine grüne, sozial gerechte Stadt voller Bürgersinn mit einem vielfältigen Arbeitsmarkt“ definiere. Wachstum und Zuzug gehörten nicht zu den vordringlichen Zielen Bremens.

Die AG Wohnen sieht die Studie als wichtigen Beitrag zum laufenden Zukunftsprozess. Man wolle nicht grundlos kritisieren, sagte Tietje, sondern „gezielt auf nachweisbare Entwicklungen hinweisen, um so für die Zukunft zu lernen". Tietje: „Mit Schönrederei ist uns, ist der Stadt auch nicht geholfen.“ Mit Blick auf eine positive Entwicklung verwies er auf neue Wohnprojekte wie das Hulsbergviertel, das Mühlenviertel und Arsten. Doch gutes Wohnen allein reiche nicht aus, so Tietje. Vielmehr seien Politik, Verwaltung, Vereine und Institutionen gefordert, an einem Strang zu ziehen. „Es ist eine Aufgabe der gesamten Stadtgesellschaft, Bremen wieder für alle Generationen zu einer lebens- und liebenswerten Stadt zu entwickeln."

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