Herbstkonferenz von Automotive Nordwest 

Elektromobilität vor dem Durchbruch?

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Ralf Soltwedel (Schulz Systemtechnik, v.l.), Dr. Anna Meincke (Metropolregion Nordwest) und Manfred Meise (Automotive Nordwest) mit einem Roboter. 

Bremen - Die Automobilindustrie in Bremen und Niedersachsen bereitet sich auf den Durchbruch der Elektromobilität vor. Rund 100 Vertreter aus Unternehmen und wissenschaftlichen Einrichtungen in der Metropolregion tauschten gestern bei der Herbstkonferenz des Netzwerks Automotive Nordwest neue Erkenntnisse aus, wie der Wandel bewältigt werden kann, um die rund 45.000 Arbeitsplätze in der Region halten zu können. Gastgeber der Konferenz war diesmal die Firma Schulz Systemtechnik in Hemelingen.

Während die Hersteller und Zulieferer sich mit ganz neuen Technologien am Markt behaupten müssen, stehen nach Meinung der Experten auch die Anwender vor Herausforderungen: Alle Unternehmen mit Fuhrparks werden sich beim Wechsel auf Elektrofahrzeuge mit Veränderungen auseinandersetzen müssen – vom mobilen Pflegedienst bis zur internationalen Spedition, so die Experten. „Nach mehreren Versuchen, den Verbrennungsmotor durch Elektroantriebe zu ersetzen, scheinen alle Verantwortlichen dies nun mit großer Energie und auch mit gesetzlichen Regeln voranzutreiben“, sagte Manfred Meise, Vorstandsvorsitzender von Automotive Nordwest. Auf Anwenderseite stehe jetzt die Auswahl der geeigneten Fahrzeuge im Vordergrund, aber auch die Planung von Ladestationen für Mitarbeiter, Kunden und Gäste. Unterdessen gewinnt auch das Carsharing laut Meise für Betriebe an Attraktivität.

Dass dem elektrischen Antrieb die Zukunft gehört, verdeutlichte Rainer Raddau, Verantwortlicher für E-Mobility bei der EWE Vertriebs-Gesellschaft. In deutschen Ballungszentren würden regelmäßig Schadstoff-Grenzwerte überschritten, der Verkehr nehme stetig zu. So seien Städte und Kommunen gezwungen, neue Konzepte zu entwickeln. In Norwegen und den Niederlanden dürften beispielsweise ab 2025 keine neuen Fahrzeuge mehr zugelassen werden, die ausschließlich einen Verbrennungsmotor vorwiesen, berichtete Raddau.

Markus Spiekermann vom E-Carsharing-Anbieter „Move About“ rechnet mit fallenden Preisen von E-Autos. Die Elektromobilität sei daher in Kombination mit Ökostrom bereits jetzt praxistauglich, wie der Blick nach China zeige, wo Hunderttausende von E-Autos auf den Straßen seien. „Move About“ bereitet sich unterdessen auf selbststeuernde Fahrzeuge vor. Carsharing und Taxis würden noch kostengünstiger, wenn das Auto selbstständig zum Kunden fahre. 

gn

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