Schneefälle sorgen für Dauerbetrieb bei Straßenbahnen

Bremen: Eisige Oberleitungen

Blick in Lübecker Straße im Peterswerder: In der Nebenstraße liegt eine dichte Schneedecke.
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Blick in Lübecker Straße im Peterswerder: In der Nebenstraße liegt eine dichte Schneedecke.

Ungewohnte Schneemassen im Norden, eisige Kälte - das bescherte auch den Helfern in Bremen jede Menge Arbeit. Und die Straßenbahnen fuhren die Nacht durch. Warum?

  • Schneefall in Bremen - viel Arbeit für die Bremer Stadtreinigung.
  • Streuwagen und Handkolonnen im Einsatz.
  • Straßenbahn entgleist - Vorfall geht glimpflich aus.

Bremen – Der Schneeeinbruch in der Nacht zu Sonntag bedeutete viel Arbeit für die Bremer Stadtreinigung (DBS). „Die DBS ist seit Sonntagmorgen rund um die Uhr mit 2 Gruppen im Einsatz, um die Fahrbahnen einigermaßen schwarz zu bekommen“, hieß es auf Nachfrage.

„Die erste Gruppe hat von 10 bis 18 Uhr gearbeitet, die zweite Gruppe von 18 bis heute Morgen um 4 Uhr. Dann ist die erste Gruppe wiedergekommen“, so die DBS am Montag weiter. Viele kleine Streufahrzeuge und auch Gruppen, die dem Schnee per Hand zuleibe rückten, waren unterwegs. „Die DBS war und ist mit 30 großen und 50 kleinen Streufahrzeugen im Einsatz. Zudem sind Handkolonnen mit mehr als 32 Pritschenwagen unterwegs, die Plätze, Fußgängerüberwege und Radwege räumen“, hieß es. Alle für die Winterräumung geeigneten Fahrzeuge seien draußen – und das sei selten, sagte eine Sprecherin. Insgesamt hat die Stadtreinigung etwa 200 Mitarbeiter im Einsatz. Man habe aufgrund der Witterungslage bei diesem Einsatz 20 Gramm Salz pro Quadratmeter gestreut. Die Stadtreinigung sei für diverse Straßen, Brücken, Fußwege, Treppen, Ampeln und Plätze zuständig. Nebenstraßen würden dagegen nur auf Zuruf von Polizei und Feuerwehr und auch nur mit Sand gestreut.

Malerische Winterlandschaft: die Weser am Osterdeich. Autofahrer können den Anblick nur am Rande genießen, müssen sie sich doch auf den Verkehr konzentrieren. Fahren ließ es sich am Montag auf Bremens vielbefahrener Straße am Weserstadion recht gut.

Bremen füllt Salzbestände auf

Die Salzbestände und auch die Bestände an Quarzsand seien aufgefüllt. Es gebe in Bremen zwei Salzlager, eines in Bremen-Nord und eines in der Juiststraße in Utbremen, sowie ein großes Außenlager im Hafengebiet. Zudem seien vier Silos mit je 45 Kubikmeter Sand gefüllt, so die DBS. „Wir beobachten sehr akribisch das Wetter und gestalten daraufhin unsere Einsätze sehr flexibel.“

Schnee und Eis sorgten auch bei der Bremer Straßenbahn AG (BSAG) für besondere Probleme. Die Bahnen mussten am Sonntagvormittag für gut zwei Stunden pausieren. „Überwiegender Grund für die Ausfälle war die vorübergehende Stromlosigkeit der Fahrzeuge. Schnee wurde auf den Oberleitungen zu Eis und isolierte sie“, so die BSAG.

Außerdem sei zusammengefahrener Schnee in den Gleisen vereist. „Während die Einsatzkräfte der BSAG die Oberleitungen vorsichtig vom Eis befreiten, mussten unter den Bahnen mittels Streusalz die Gleise freigemacht werden“, so die BSAG. Auch das THW half bei den Schneeeinsätzen.

BSAG-Sprecher Jens-Christian Meyer erklärte zwei Möglichkeiten, eine gefrorene Oberleitung freizulegen: Straßenbahnen hätten einen Akku, der es ihnen erlaube, den Stromabnehmer herrunter- und hochzufahren. Manchmal reiche das, damit das Eis sich löse. Ansonsten komme ein Spezialwagen mit Hebebühne mit einem ausgebildeten Spezialisten zum Einsatz. Er klopfe die Oberleitung frei. Damit Gleise und Oberleitungen freiblieben, wurden in der Nacht zu Montag und auch schon davor alle Straßenbahnstrecken kontinuierlich befahren.

Besuch am Dobben: Autos, Busse und auch Straßenbahnen haben hier eine gute Fahrt.

Polizei: Ein Dutzend Rutschunfälle

Glimpflich verlief eine Entgleisung, so Meyer. Vermutlich durch vereiste Gleise seien zwei Achsen einer Straßenbahn ausgehebelt worden. „Die Bahn konnte nach kurzer Zeit wieder eingegleist werden“, sagte Meyer. Ferner seien einige Busse im Verkehr steckengeblieben. Leser berichteten von Verzögerungen und Fahrtausfällen. Bei mehreren Bahngesellschaften wurde der Fahrplan deutlich abgespeckt.

Polizeisprecher Nils Matthiesen berichtete von gut einem Dutzend Rutschunfällen. Dabei seien Autos mit Ampeln oder dem Seitenspiegel eines anderen Fahrzeugs kollidiert oder in einem Graben gelandet. Es habe aber keine Schwerverletzten gegeben. Man habe bei solchen extremen Temperaturen zudem die Obdachlosen im Blick und sorge dafür, dass diese in Notunterkünfte kommen, wenn sie wollten.

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