Einzug: Weihnachten 2025

Projektgruppe „Vier Quartier“ entwickelt Areal im Neuen Hulsbergviertel

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Vor dem denkmalgeschützten Haus 8 präsentieren mit Senatorin Maike Schaefer (vorne) die Geschäftsführer Dieter Rausch (Gebrüder Rausch, v. l.), Frank Vierkötter (Interhomes), Rolf Specht (Specht-Gruppe) und André Fuchs („Vier Quartier“, Stefes) den Lageplan für das neue Quartier.

Bremen - Der Kaufvertrag wurde gestern unterschrieben. Nur wenige Stunden später präsentierten vier namhafte Unternehmen, die zu gleichen Teilen die Firma „Vier Quartier“ gegründet haben, ihre Pläne für das St.-Jürgen-Quartier.

29.000 Quadratmeter – das ist den Angaben zufolge rund ein Fünftel der Fläche, auf der das sogenannte Neue Hulsberg-Viertel nach dem Abriss diverser Gebäude auf dem Gelände des Klinikums Bremen-Mitte entstehen soll. 29.000 Quadratmeter – die Baufelder B 2, B 3, E und F sowie das denkmalgeschützte Haus 8; gesamte Bruttogeschossfläche 36.000 Quadratmeter – wollen die Grundstücksentwicklungsgesellschaft GEG und die Unternehmen Gebrüder Rausch, Interhomes, Specht und Stefes zu einem Vorzeigeprojekt machen.

Unter dem Titel „Ein vielfältiges und nachhaltiges Quartier voller Leben“ sind folgende Ziele für den Bereich zwischen der St.-Jürgen-Straße und der Straße Am Schwarzen Meer mit dem Bauressort vereinbart:

• 300 barrierefreie Wohnungen, 30 Prozent davon sind öffentlich gefördert (Bindung 25 Jahre).

• Eine Kita mit Betreuungszeiten von 5.30 bis 22 Uhr.

• Ein Lehrschwimmbecken, auch für Therapie, Fitness, als Ersatz für das „Aquafit“ Bewegungsbad in der heutigen Frauenklinik. Im Erdgeschoss gibt es Gewerbe und Ladeneinheiten.

• 200 Stellplätze in drei Tiefgaragen; nach dem üblichen Stellplatzschüssel von 0,4 Stellplätzen pro Wohneinheit ergibt das eine „Reserve“ von 80 Plätzen.

• Der denkmalgeschützte Teil von Haus 8 (zuletzt Augenklinik und Urologie) soll im Erdgeschoss eine „Markthalle“ mit Gastronomie erhalten, in den oberen Geschossen soll ein Hotel mit drei Elementen entstehen: Design-Hotel, Patientenhotel und Kinderhotel.

Das geplante Kinderhotel ist eine Entlastung für Eltern, besonders für Alleinerziehende, die zum Beispiel durch einen Aufenthalt im Krankenhaus zeitweise nicht in der Lage sind, ihr Kind selbst zu versorgen. Das Patienten-Hotel bietet die Möglichkeit, den Krankenhausaufenthalt in unmittelbarer Nähe der Klinik zu verkürzen.

• Bauweise nach KfW40-Standard und CO2-neutrales Energiekonzept.

• Standort für sechs Carsharing-Autos, Ladestationen überdachte Fahrradstellplätze, auch für Lastenfahrräder.

Das ist in der Tat ein wichtiger Schritt“, sagte gestern Bausenatorin Maike Schaefer (Grüne) zur Vertragsunterzeichnung. Sie lobte die „barrierefreien Wohnungen in zentraler Lage“ und die „umfangreiche Beteiligung der Bürger“. Der Baumschutz, der Denkmalschutz – „das freut mich besonders“, sagte sie.

Das „Quartier im Quartier“ (GEG-Geschäftsführer Florian Kommer) soll Vorreiter sein – mit guter ÖPNV-Anbindung, wenig Autos, „sozialer Durchmischung“, verschiedenen Baustilen, neuen Ideen. Wie der vom Kinderhotel. Oder mit sogenannten Cluster-Wohnungen. Kleine, günstige Einraumwohnungen mit einem Gemeinschaftsraum für alle. Oder mit kleinen Wohnungen auf Zeit, in denen zum Beispiel Ärzte, die neu oder nur vorübergehend am Klinikum Mitte sind, zunächst leben können. Oder eine zentrale Paketstation für weniger Lieferverkehre.

Die Projektgruppe setzt auch auf unterschiedliche Baustile. „Wir nehmen die geneigte Dachform wieder auf“, beschreibt „Vier-Quartier“-Geschäftsführer André Fuchs die Pläne. Das Quartier soll „nicht so blockig“ sein, sich „lockerer darstellen. Im Baufeld 3, dem Lückenschluss zum Am Schwarzen Meer, wird sich die dortige Bebauung spiegeln, also gibt es hier „schmalere, kleinere Einheiten“, deren interne Bezeichnung altbekannt ist („Bremer Haus“). Für die „beste Gesamtkonzeption“ lobte denn auch Kommer die Projektgruppe und sah darin „einen großen intellektuellen Durchdringungsgrad“. Kommer: „Wir werden ein Quartier im Quartier bekommen, das in den Wohnangeboten, in der sozialen Durchmischung und Vielfältigkeit und auch in der Architektur Maßstäbe setzen wird – da bin ich mir ganz sicher.“

Über den Kaufpreis wollten die Beteiligten nichts sagen, über das Gesamtinvestitionen bis zur Fertigstellung konnten sie es nicht. „Erst in der Ausschreibungsphase wissen wir, was auf uns zukommt“, sagte Dieter Rausch. Dem Vernehmen nach liegt der Kaufpreis über dem Verkehrswert der verkauften Fläche in Höhe von 24,5 Millionen Euro.

Als Einzugsdatum für die Wohnungen wurde Weihnachten 2025 genannt. „Sportlich“ findet das Rausch. Schließlich müssen noch Ausschreibungen erfolgen, vier Klinikhäuser abgerissen und die neuen Bauten zu bezahlbaren Preisen errichtet werden. „Wir wollen ein wettbewerbsfähiges Angebot schaffen“, sagte Frank Vierkötter (Interhomes).

Weitere Infos auf www.stjuergenquartier.de

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