„Einzigartiges Konzept“

„Haus der Blinden“ in Osterholz erweitert Angebot und weiht Anbau ein

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Alexander Zaft, Geschäftsführer des „Hauses der Blinden“, in einer der drei zentralen Küchen. Sie sollen die „lebendige Mitte“ einer jeden Wohneinheit bilden. 

Bremen - Von Steffen Koller. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen des „Hauses der Blinden“ ist die Einrichtung um einen Anbau und ein dazugehöriges Konzept reicher. Auf rund 820 Quadratmetern sollen ab Mitte Dezember 18 Bewohner, die demenziell erkrankt und sehbehindert sind, einen Platz finden und dort mit Hilfe eines „in der Region einzigartigen gerontopsychiatrischen Wohngruppenkonzepts kontinuierlichen Alltag erfahren“.

Mehr als drei Jahre Planung und rund 14 Monate Bauzeit sind geschafft. Nun steht das Ergebnis in knallgelber Außenhaut und rot-weißen Akzenten und wartet auf Leben. Wie dieses Leben im Anbau des „Hauses der Blinden“ in Osterholz ab Mitte Dezember aussehen könnte, zeigt ein Blick ins Innere des dreistöckigen Gebäudes. 

Als zentrale Anlaufpunkte sollen zukünftig die Wohnküche dienen. Ausgestattet mit Herd, Kühlschrank, Sitzmöglichkeiten und allerlei Platz bilden sie die „lebendige Mitte“, sagt Geschäftsführer Alexander Zaft. Mit Unterstützung sogenannter „Altershelfer“ sollen die 18 Bewohner (drei Wohngruppen à sechs Personen) kochen, spielen, Gespräche führen – einfach Zeit verbringen. „Wie in einer Familie“, so Zaft weiter.

Der neue Anbau in knackigem Gelb. Im Außenbereich soll im Frühjahr ein Sinnesgarten für die Bewohner entstehen. 

Zaft spricht bei der geplanten Betreuung von „einer für die Region einzigartigen Konzeption“. Im Unterschied zu herkömmlichen Altenhilfeeinrichtungen finde „das individuelle Leben der Bewohner Berücksichtigung in allen Betreuungsmaßnahmen“ statt, sagt der Geschäftsführer und ergänzt: „Alltag findet nicht nur punktuell statt. Die Bewohner sollen Alltag kontinuierlich erfahren.“ 

Oft als belastend empfundene Pflegemaßnahmen würden dabei nach Möglichkeit in den Hintergrund treten. 1,6  Millionen Euro hat sich der Bremer Blinden- und Sehbehindertenverein als Bauherr den Anbau kosten lassen. 300.000 Euro davon kamen als Förderung von der „Deutschen Fernsehlotterie“.

Wandfarbe erleichtert Orientierung

Ein weiterer Blick ins Innere verrät: Hier wurde nach einem ganz klaren Muster vorgegangen. Jede einzelne Etage strichen Maler mit einer speziellen Wandfarbe, die die Orientierung erleichtern soll. Braune Griffe in den Fluren heben sich von den strahlend weißen Wänden ab, die Eingangsbereiche der Nasszellen wurden mit gelben Umrahmungen gekennzeichnet. 

Während das Innere des Fahrstuhls in zartem Mint gehalten wurde und bodentiefe Fenster in den Wohnküchen einen Blick ins Grüne und auf die Terrasse freigeben, ist jede Glühbirne in den einzelnen Räumen mit einer vorgeschriebenen Lichtstärke ausgestattet. „500 Lux müssen es sein“, sagt Geschäftsführer Alexander Zaft.

Platz für 70 Bewohner

Fanden bisher 52 Frauen und Männer Platz und Betreuung in der Einrichtung in Osterholz, kann durch die Erweiterung bis auf 70 Bewohner aufgestockt werden. Diese sollen bis spätestens Februar des nächsten Jahres alle Räume beziehen, erste Bewohner richten sich bereits Ende nächster Woche ein. Dabei erhalte jeder Bewohner ein eigenes Zimmer, das individuell gestaltet werden könne, sagt Zaft. Auch das bringe Alltag ins Leben der Menschen.

Für das Frühjahr sind außerdem Arbeiten im Außenbereich geplant. Konkret soll dort ein Sinnesgarten mit Wasserspielen angelegt werden. Auch hier wolle man „den Bedürfnissen der Bewohner Rechnung tragen“, so Zaft. Da viele der Menschen im „Haus der Blinden“ einen „erhöhten Laufbedarf“ hätten, sei dies ein idealer Ort um Energie abzubauen.

Der Anbau wird heute von 13 bis 16 Uhr im Rahmen einer kleinen Feier am „Haus der Blinden“ (Am Hahnenkamp 6c) offiziell eröffnet.

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