Einfache Bedienung mit Leihgeräten

Multimedia-Guide für die Böttcher-Straße: Einst und jetzt zugleich

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Antippen, bitte – die Böttcherstraße als Menü auf dem Multimediagerät.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Schlendern Sie ganz in Ruhe die Straße hinunter und lassen Sie die Architektur auf sich wirken.“ Ein guter Rat, der da aus dem Kopfhörer kommt. Schließlich handelt es sich um die Böttcherstraße, deren Architektur ja durchaus ihre Wirkung hat. Ein neuer Multimedia-Guide erläutert jetzt Gebäude und Geschichte der weltberühmten Straße.

Mit dem Gerät können Bremen-Besucher – und nicht zuletzt auch Bremer – nun allerdings auch noch mehr tun, als die Architektur allein auf sich wirken zu lassen. Sie erfahren auch etwas über die Bauwerke und deren Gestaltung. Es ist wie so oft im Leben: Wer mehr weiß, der sieht auch mehr.

Besucher bekommen das Multimediagerät im „Sieben-Faulen-Laden“ – gleich am Anfang der Böttcherstraße. Leihgebühr: fünf Euro. Nach Rückgabe des Geräts erhält der Nutzer einen Gutschein für einen ermäßigten Eintritt in die Museen Böttcherstraße, so die Böttcherstraßen-Geschäftsführerin Susanne Gerlach.

Führung dauert rund eine Stunde

Neun Stationen in der Straße sind es, die mit dem Gerät wie bei einer klassischen Führung angesteuert werden können – allerdings bestimmt der Nutzer das Tempo selbst. Die komplette Führung dauert etwa eine Stunde, es gibt sie in deutscher, englischer und spanischer Sprache.

Vermittelt werden die Informationen sprachlich als Audiokommentar und visuell durch die Einblendung historischer Fotos oder von Detailaufnahmen. Ein Auszug aus einer historischen Rundfunkaufnahme von 1932 ist ebenso zu hören wie einige Lieder des berühmten Glockenspiels. Auf Wunsch lassen sich vertiefende Informationen abrufen. Ohnehin bleiben die Texte nicht an der Oberfläche. Auch Themen wie Haus Atlantis und Böttcherstraße in der NS-Zeit kommen vor.

Vergangenheit wird virtuell sichtbar

Die Bedienung des Geräts ist robust und einfach. Bei einem kurzen Test-Rundgang unserer Zeitung hat alles auf Anhieb funktioniert. Ein besonderer Reiz liegt in dem Zusammenspiel von virtueller und realer Welt – etwa im Zusammenwirken von Gegenwart (echt) und historischen Ansichten (auf dem Guide). Einst und jetzt zugleich – da werden aufschlussreiche Vergleiche möglich.

Das geht so richtig eben nur direkt in der Böttcherstraße – ein Grund dafür, dass es die Multimedia-Führung nur auf den Geräten aus dem „Sieben-Faulen-Laden“ gibt, sagt Gerlach. Und nicht etwa als überall abrufbare App. Denkbar sei allerdings, dass – bei entsprechender Nachfrage – in Zukunft Fassungen in weiteren Sprachen kommen.

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