LBS-Studie erforscht, wie Bremer Kinder ihre Wohnsituation empfinden und beurteilen

Einkaufszentrum als Lieblingsort

Schulkinder überqueren eine Bremer Wohnstraße. Eine neue Studie beschäftigt sich mit der Frage, wie Kinder sich in unterschiedlichen Bremer Stadtteilen fühlen.

Bremen - Von Thomas Kuzaj· Wie Kinder wohnen, beeinflusst ihr Wohlbefinden. Dies ist das Ergebnis einer Studie der Landesbausparkasse Bremen (LBS), die gestern veröffentlicht wurde. Etwa 20 Prozent der Unterschiede im allgemeinen Wohlbefinden von Kindern seien auf deren Wohnsituation zurückzuführen, hieß es.

Was würdest Du an Eurer Wohnung sofort verändern, wenn Du ein Zauberer wärst? Was siehst Du, wenn Du aus Deinem Kinderzimmerfenster blickst? Wie sind die älteren Jugendlichen in Deinem Stadtteil?

Es galt, Fragen dieser Art zu beantworten. Sie richteten sich an Neun- bis 14-Jährige. Die LBS arbeitete dabei mit dem Kinderschutzbund zusammen. Die Schirmherrschaft übernahm Jugend- und Sozialsenatorin Ingelore Rosenkötter (SPD). Für das LBS-Kinderbarometer „Wohnen in Bremen“ wurden insgesamt 1 079 Kinder in vier strukturell unterschiedlichen Stadt- beziehungsweise Ortsteilen Bremens und Bremerhavens befragt.

„Besonders interessant ist, dass die Kinder sehr präzise Angaben zu ihrer Wohnsituation machen können“, so Sylke Hallmann vom Prokids Institut für Sozialforschung. Die Diplom-Psychologin ist Leiterin der Studie. Sie erklärt weiter: „Die Erwachsenensicht und die Sicht der Kinder stimmen manchmal überein, häufig aber auch nicht. Dies unterstreicht, wie wichtig es ist, die Kinder selbst nach ihrer Sichtweise und Wahrnehmung zu befragen, denn nur so erhält man eine verlässliche Planungsgrundlage.“ Die Studie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Kinder sich wohler fühlen, je größer der Wohnraum ist, in dem sie aufwachsen. „Kinder brauchen Platz, um sich entfalten zu können“, bestätigt Dr. Detlef Roth, Vorsitzender des Deutschen Kinderschutzbundes in Bremen. Wichtig sind auch Rückzugsmöglichkeiten. Vier Fünftel der befragten Kinder haben ein eigenes Zimmer. Ein Fünftel teilt sich ein Zimmer mit Geschwistern oder anderen Familienmitgliedern. Befragt wurden Kinder aus Gröpelingen, Sebaldsbrück, Schwachhausen und aus dem Bremerhavener Stadtteil Geestemünde. Die vielzitierte Spaltung der Stadt lässt sich auch hier ablesen.

36 Prozent der befragten Gröpelinger Kinder fühlen sich in ihrem Stadtteil „sehr gut“, 20 Prozent „gut“ – und 15 Prozent „schlecht“. „Faktoren wie Lärm und Sauberkeit im Stadtteil bewerten Gröpelinger Kinder schlechter als in den anderen Bremer Stadtteilen. Auch das Sicherheitsgefühl ist deutlich niedriger. Kinder fürchten sich zudem mehr vor Jugendlichen als Kinder aus dem besser gestellten Bremer Stadtteil Schwachhausen“, heißt es in einer Zusammenfassung. Zu den Lieblingsorten der Gröpelinger Kinder gehört, neben Spielplätzen, die „Waterfront“. Als Angstorte werden unter anderem Parks, Kneipen sowie Busse und Bahnen genannt.

Als (statistisch betrachtet) „durchschnittlicher Stadtteil“ wurde Sebaldsbrück ausgewählt. 69 Prozent der befragten Kinder wohnen hier in einer Spielstraße oder Tempo-30-Zone. 84 Prozent der Kinder fühlen sich „sehr wohl“ bis „eher wohl“. Noch höher liegt der Wohlfühlwert in Schwachhausen – 97 Prozent der Kinder fühlen sich da „sehr gut“ bis „eher gut“. Und 91 Prozent geben an, sich „immer“ bis „oft“ sicher zu fühlen. Die Geestemünder Kinder wünschen sich mehr Platz und Freizeitmöglichkeiten. Besonders häufig gewünscht: ein Reiterhof, eine Skater- sowie eine Minigolfanlage.

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