Ausstellung zeigt Arbeit der „Bremer Engel“

Einfühlsam und fröhlich

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Stifterin Erika Müller (v.l.) mit Svenja Hösel, Vorstandsmitglied der „Erika-Müller-Stiftung“, und Kinderkrankenschwester Angelika Kropp. 

Bremen - Die kleine Melissa reckt die Ärmchen in die Höhe und hält einen Stoffengel in den Händen. Sie strahlt. Schwester Petra Lücke lacht. Sie hält zwei Babys in den Armen, die an medizische Schläuche angeschlossen sind. Das sind nur zwei von rund 30 Bildern des Fotografen Martin Herrmann. Zu sehen sind sie bis Ende August in der Stiftungsresidenz Riensberg (Riekestraße 2). Die Ausstellung dokumentiert auf einfühlsame Art und Weise die Arbeit der „Bremer Engel“. Und ja, auf den Fotos wird auch gelacht.

Die „Bremer Engel“ – das sind acht Kinderkrankenschwestern, eine Kunsttherapeutin sowie eine Psychologin, die es schwerst- und chronisch kranken Kindern durch mobile Brückenhilfe ermöglichen, schneller das Krankenhaus zu verlassen. Der Bremer Fotograf Martin Herrmann hat sie in ihren Kliniken sowie auf Hausbesuch bei jungen Patienten und deren Familien begleitet. Entstanden sind dabei berührende Nahaufnahmen, die private Augenblicke und das tiefe Vertrauen zwischen den Kindern und ihrem „Engel“ zeigen. Die Fotos machen deutlich: Trotz ihrer schweren Erkrankung erleben die Betroffenen fröhliche Momente.

„Ich freue mich sehr, dass die Bilder nicht nur in der Prof.-Hess-Kinderklinik, sondern nun auch in der Stiftungsresidenz Riensberg zu sehen sind. Denn es liegt mir sehr am Herzen, das, was die ,Bremer Engel leisten’, noch bekannter zu machen“, sagt Erika Müller. Die 100-Jährige war es, die das Projekt mit ihrer „Erika-Müller-Stiftung“ einst ins Leben rief und dafür das Bundesverdienstkreuz erhielt. Sie weiß, während die einen froh sind, nicht ihre nähere Bekanntschaft machen zu müssen, möchten die anderen ihre Unterstützung nicht mehr missen.

Engel Petra Lücke. 

Und doch könnten die „Bremer Engel“ für jede Familie einmal sehr wichtig werden – dann, wenn eines ihrer Kinder schwer erkrankt. „Unsere Engel sorgen dann dafür, dass die Patienten sich zu Hause erholen können, indem sie dort die medizinische Versorgung sicherstellen“, erklärt die Stifterin. Blutbildkontrolle, Zugänge reinigen, die Medikamentengabe überprüfen, Fragen bei Unsicherheiten beantworten – all diese Aufgaben werden von ihnen im vertrauten Umfeld des Kindes erledigt. Betroffene Familien erhalten zudem soziale und psychologische Unterstützung.

„Meine Mitarbeiter und ich sind nach wie vor begeistert von dem Projekt und dankbar, es an unserem Krankenhaus zu haben. Auf unserer Station werden chronisch kranke Kinder behandelt, die wir leider nicht als gesund entlassen können. Die ,Bremer Engel’ schließen die Lücke zwischen der ambulanten und stationären Versorgung und verbinden beides miteinander“, sagt Dr. Martin Claßen, Chefarzt der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin Links der Weser, der die Ausstellung mit eröffnete. Durch die Engel lasse sich die belastende Zeit im Krankenhaus für die Patienten auf ein Minimum reduzieren. „Das ist wichtig für den Genesungsprozess“, so Claßen.

„Es ist schön mitzuerleben, wie sich die Initiative entwickelt hat“

Erika Müller hat vor mehr 30 Jahren begonnen, sich sozial zu engagieren, insbesondere für kranke Kinder. „Für sie kann man nie genug tun“, erklärt die 100-Jährige ihre Beweggründe. Damals unterstützte sie die Gründung des Elternvereins Leukämie- und Tumorkranker Kinder. Später rief sie ihre eigene Stiftung ins Leben, die den Grundstein für das Projekt „Bremer Engel“ legte.

„Es ist schön für mich mitzuerleben, wie sich die Initiative entwickelt hat und was sie bewirken kann. Hinter den ,Bremer Engeln’ stehen viele wunderbare Menschen“, so Erika Müller. Mittlerweile sind sie an vier Krankenhäusern tätig – an der Hess-Kinderklinik sowie am LdW, in Bremen-Nord und in Delmenhorst. Claßen hofft sehr, dass ihre „hervorragende Arbeit“ fortgeführt und weiter ausgebaut werden kann. Die Ausstellung „Unterwegs mit den Bremer Engeln“ mache deutlich, wie viel Engagement, Hilfsbereitschaft und Herzblut in dem Projekt stecke. 

gn

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