„Einfach wissenswert“: Ausstellung zeigt Materialforschung in Bremen

Flüssig und stabil

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Vom Rohstoff über den Werkstoff bis zum fertigen Produkt: Ergebnisse aus der Materialforschung bremischer Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen präsentiert die Ausstellung „Einfach wissenswert: Material“ im Haus der Wissenschaft.

Bremen - Von Viviane Reineking. Vom Rohstoff über den Werkstoff bis zum fertigen Produkt: In der fünften Ausstellung der Reihe „Einfach wissenswert“ im Haus der Wissenschaft (Sandstraße 4–5) erfahren Besucher, was die bremische Materialforschung mit ihrem Alltag zu tun hat.

Chemiker und Physiker untersuchen die Eigenschaften von Stoffen und deren Veränderung, Ingenieure beschäftigen sich mit der Nutzung von Material als Werkstoff für die Entstehung neuer Produkte. Material ist allgegenwärtig und bestimmt die Lebenswelt der Menschen. Es soll günstig sein, verlässlich, leicht und gut zu verarbeiten.

Materialforschung ist ein Wissensschwerpunkt in Bremen. 14 Forschungsprojekte und Ergebnisse aus der Bremer Wissenschaft stellt die neue „Material“-Ausstellung vor. In einem ungewohnten Umfeld – schwarze Plastikplanen an den Wänden schirmen äußere Einflüsse ab und lenken die Aufmerksamkeit des Besuchers auf Themen und Exponate – beschreibt sie die Projekte mit kurzen, verständlichen Texten und veranschaulicht sie mit Exponaten. Die Besucher erfahren, dass Forscher am Institut für Biophysik der Bremer Uni von der Perlmuttschale einer Meeresschnecke lernen wollen. Schließlich hat sie vorbildliche Materialeigenschaften, ist hart, aber zugleich nicht besonders zerbrechlich.

Stabil zeigt sich auch das an der Hochschule für Künste entwickelte Mauersystem. Selbst ohne Mörtel ergeben die speziell geformten Steine aus recyceltem Porenbeton einen stabilen Mauerverband.

Außerdem erfahren die Besucher, was Mitarbeiter der Arbeitsgruppe Biologische Werkstoffe an der Hochschule Bremen von Kokosnüssen und Rhabarber für das Herstellen von Verbundwerkstoffen lernen wollen und wie eingebaute Sensoren unsichtbare Schäden in Faserverbundmaterial melden können. Zu erfahren ist auch, dass das Sprühen von flüssigem Metall Materialien neue Eigenschaften, zum Beispiel mehr Festigkeit, verleihen kann. Ein Modell eines V8-Motorblocks zeigt ein Anwendungsbeispiel.

Mit winzigen Nanopartikeln und ihren Auswirkungen beschäftigt sich das Zentrum für Umweltforschung und nachhaltige Technologien (UFT) an der Bremer Uni. Dass praktische Nanopartikel aus Silber durchaus auch Nachteile mit sich bringen und sogar die Umwelt gefährden können, veranschaulicht das Beispiel des Forschungsprojektes „Umsicht“. Die Schau zeigt, wie die ein bis 100 Nanometer winzigen Partikel, die zum Beispiel in Nylonstrümpfen eingearbeitet sind, über die Waschmaschine und das Abwasser bis in den natürlichen Lebensraum des Wasserflohs eindringen.

Schade nur: Wer durch die Erklärungstafeln und Ansichtsexemplare auf den Geschmack gekommen ist und mehr erfahren möchte, sucht vergeblich einen Hinweis auf weiterführende Informationen. Trotzdem bietet die Ausstellung einen lohnenden Einblick in die Welt der Materialwissenschaften. Die Ausstellung ist bis zum 4. April zu sehen. Begleitend finden an acht Sonnabenden ab 11 Uhr Vorträge statt. Der Eintritt ist frei.

www.einfach-wissenswert.de

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