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„Weiber“: Theaterschiff Bremen zeigt eine unterhaltsame Kreuzfahrt

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Von: Martin Kowalewski

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Ein Mann und drei Frauen.
Ein Mann, verehrt von drei Frauen: Claudia (Suzanne Andres, v.l.) und Anke (Anne-Kathrin Fremy) fühlen sich zu Steward Miguel (Stefan Reil) hingezogen – genauso wie Bärbel (Martina Flügge). © Linus Klose

Premiere auf dem Theaterschiff an der Tiefer: Mit „Weiber 2.0“ geht der Mädelsabend weiter. Ein Mann ist auch dabei. Im Dauerflirt mit drei Freundinnen.

Bremen – „Schätzchen, das ist keine Brille – das ist ein Endgegner!“ Claudia (Suzanne Andres) haut ihrer Freundin Bärbel (Martina Flügge) um die Ohren, was sie denkt. Die Premiere von „Weiber 2.0 – Der Mädelsabend geht weiter“ sorgte am Donnerstagabend im vollbesetzten Großen Saal des Theaterschiffs für beste Stimmung.

Anke (Anne-Kathrin Fremy), Bärbel und Claudia sind zurück auf dem Theaterschiff und passenderweise gönnen sie sich eine Kreuzfahrt, zu der Claudia eingeladen hat. Wer „Weiber – ein heißer Mädelsabend“ gesehen hat, kennt die drei. Aber auch wer den ersten Teil nicht gesehen hat, kann das neue Stück problemlos genießen. Autorin Martina Flügge hat wieder einen munteren Schwank geschaffen. Eine Fortsetzung, die sich sehen lassen kann mit viel Musik von etwa von Laid Back, Reinhard Mey und Barry Manilow. Sogar eine eigenwillige Jazz-Version von Britney Spears „Oops – I did it again“ ist dabei.

Noch immer hat Bärbel es mit einer Sehschwäche zu tun und gleich zu Beginn mit wegen hoher Luftfeuchtigkeit beschlagenen Brillengläsern. Sie kommt ins Geschehen, nachdem sie an der Küchentür einen kleinen Unfall verursacht hat. Teil ihres Kostüms ist eine Brille mit hochklappbaren Sonnenbrillengläsern. Das sieht schon sehr, nun ja, schräg aus. Flügge verleiht Bärbel immer wieder eine witzige Mimik, die bei der Suche nach einem Mann, vorsichtig formuliert, irritierend wirken dürfte. Wen wundert’s, dass ihr gerade wieder ein Mann weggelaufen ist...

Natürlich sind Männer ein Dauerthema. So bekommt Claudia nach kurzer Zeit einen Anruf von ihrem hypochondrisch veranlagten Mann. Rote Stippen auf dem Rücken! Die Urlauberin muss die Sorgen, darunter sogar die Angst vor der Pest, auffangen.

Rote Stippen auf dem Rücken: die Pest?

Die burschikose Mama und Hausfrau Anke mag es, sich an den umfangreichen Bauch ihres Mannes zu kuscheln, erzählt sie an Bord ihren Freundinnen. Das sei wie ein Wasserbett. Ankes Mann richtet derweil zu Hause einiges an, wie diese telefonisch erfährt. Etwa hat er eine Tischdecke zu Windeln verarbeitet und Margarine als Wundcreme für den Nachwuchs benutzt. In dem Song „Männer im Baumarkt“ werden die Klischees herrlich aufs Korn genommen. Das Publikum spendet kräftigen Szenenapplaus.

Und dann ist da noch ein viertes Original: ein Mann – und was für einer! Die drei Frauen reißen beim ersten Auftritt von Steward Miguel die Augen weit auf. Dabei trägt er lediglich einen Getränkekasten. Stefan Reil spielt den Steward äußerst charmant und durchweg mit spanischem Akzent (den er sich extra antrainiert hat). Da werden gelegentliche kleine Fehler wie etwa ein „Hässlich Willkommen“ (statt herzlich) schnell verziehen. Die Frauen einigen sich, jede darf ihr Glück bei ihm probieren.

Claudia hat an diesem „lebenswichtigen Wochenende“ etwas vor. Bereits am Abend will sie als „Claudette“ mit ihrem Programm „Männer sind auch nur Männer“ auftreten. Dafür hat sie Background-Sängerinnen organisiert. Das ärgert Anke und Bärbel zunächst, die Claudia beide im Publikum haben will. Immerhin waren die drei früher ein Trio auf der Bühne. Die Background-Sängerinnen sind allerdings aufs falsche Schiff gestiegen, also müssen die Freundinnen doch ran.

„Männer sind auch nur Männer“

Die Bordshow beginnt. Anke, Bärbel und auch Miguel springen ein, ersetzen im Laufe des Abends weitere ausgefallene Künstler. So kommen die Zuschauer etwa in den Genuss einer „Synchronschwimmnummer“.

In Claudias (also Claudettes) Programm gibt es bissige Textbeiträge, so zum Beispiel, dass Männer mit 25 Jahren das letzte Mal in den Spiegel schauen – und dieses Bild für immer im Kopf behalten. Auch das Publikum ist nicht sicher vor den Künstlern. So stürzt etwa Bärbel ins Publikum und versucht, das Herz von Zuschauer Wilhelm zu erobern.

Ein unterhaltsamer Abend, der beim Publikum bestens ankommt!

„Weiber 2.0“: Weitere Termine

Die nächsten Vorstellungen von „Weiber 2.0 – Der Mädelsabend geht weiter“ auf dem Theaterschiff an der Tiefer sind zu sehen am Sonnabend, 4. Juni, 20 Uhr, 10. Juni, 20 Uhr, 11. Juni, 17 und 20 Uhr, 17. Juni, 20 Uhr, 18. Juni, 17 und 20 Uhr, 19. Juni, 15 Uhr. Eintritt: etwa 30 Euro. Karten unter 0421/790 86 00 sowie online unter „www.theaterschiff-bremen.de“.

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