Senat legt Innenstadtkonzept vor

Eine Strategie für das Bremer Zentrum

Die Brill-Kreuzung und das ehemalige Sparkassenareal.
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Die Brill-Kreuzung und das ehemalige Sparkassenareal rücken in den Fokus des Innenstadt-Strategiekonzepts.

Stadtentwicklungs- und Wirtschaftsressort sowie Handelskammer haben sich auf zentrale Aussagen zur Belebung der City festgelegt. Die Opposition sieht „wenig Neues“.

Bremen – Bremen bastelt an einer Weiterentwicklung, Wiederbelebung und Neuausrichtung der Innenstadt. Seit zwei Jahren wird intensiv gepuzzelt. Und jetzt liegt ein 60-seitiges Papier vor, ein vertieftes Innenstadtkonzept mit dem Titel „Strategie Centrum Bremen 2030+“. Federführend sind das Stadtentwicklungsressort von Maike Schaefer (Grüne), das Wirtschaftsressort von Kristina Vogt (Linke) und die Bremer Handelskammer.

Am Dienstag hat der rot-grün-rote Senat sich abschließend mit dem Papier befasst. Es verankert „wichtige Handlungserfordernisse für die Zukunft der Bremer Innenstadt in einem Gesamtkonzept“ und „identifiziert räumliche Schwerpunkte für künftiges Handeln und entscheidende Schlüsselmaßnahmen“ – unter anderem an der Brill-Kreuzung sowie rund um Rathaus, Marktplatz, Domshof und Domsheide.

Die City soll neu zusammengewürfelt werden. Moderne Gastro- und Geschäftsideen sowie zusätzliche Büroflächen sind gefragt. Und Studenten sollen die Innenstadt beleben. Im Zentrum soll ein Campus entwickelt werden. Und da haben die Strategen das ehemalige Sparkassenareal am Brill ins Visier genommen. Die Brill-Kreuzung und auch die Bürgermeister-Smidt-Straße sollen umgestaltet, Fuß- und Radwegeachsen verstärkt werden. Das Parkhaus am Brill „soll weiterentwickelt werden“, heißt es weiter. Für Fahrräder sollen unterirdische Stellplätze geschaffen werden.

Unterirdische Fahrradstellplätze

Auch rund ums Weltkulturerbe, also Rathaus und Roland, sollen Straßen und Wege (Museumstraße, Schüsselkorb, Violenstraße) umgestaltet und aufgewertet werden. Die Innenhöfe der Baumwollbörse und des Justiz-Viertels zwischen Wall und Domsheide wollen die Planer zugänglich machen. Die Fußgängerzone soll erweitert, die Domsheide umgestaltet, der Domshof und das Konzerthaus Glocke sollen aufgewertet werden. Die Profilierung der Martinistraße als Stadt- und Erlebnisraum bleibt Thema. Und die Wallanlagen sollen „sowohl in ihrer Funktion als grüner Erholungsraum wie auch als Bindeglied gestärkt, zusätzliche Querungen geschaffen und temporäre Nutzungen erprobt werden“.

Auch die Martinistraße bleibt Thema – als „Stadt- und Erlebnisraum“.

Die Verfasser des Konzepts sind mit ihrer Arbeit zufrieden. „Bremens Innenstadt braucht jetzt dringend neue Impulse“, sagt Handelskammer-Präses Janina Marahrens-Hashagen. Daher sei es gut, dass sich Politik und Wirtschaft „auf ein sinnvolles Konzept zur städtebaulichen Entwicklung des Zentrums geeinigt haben, in dem sich die Zukunft des Handels, neue Nutzungsformen und veränderte Ansprüche an Mobilität und Klimaschutz gleichermaßen wiederfinden“.

FDP: Konzept zeigt wenig Neues

Maike Schaefer freut sich, „dass jetzt eine Strategie für das Bremer Zentrum, unser Wohnzimmer, vorliegt“. Und ihre Kollegin Vogt sieht in dem Papier „ein klares Konzept zur Ausgestaltung einer lebendigen Mitte Bremens zwischen Wall und Weser bis zum Jahr 2030 und darüber hinaus.“

Ganz anders reagiert die Opposition. CDU-Fraktionschef Heiko Strohmann bezeichnet das Konzept als „Sammelsurium von nichtssagenden Ankündigungen“, mit dem man den Niedergang der City nicht aufhalten könne. „Das Innenstadtkonzept hat interessante Ansätze, aber zeigt wenig Neues“, sekundiert FDP-Chef Thore Schäck. Er sagt, dass es in Bremen nicht an Ideen, sondern an der konkreten und koordinierten Umsetzung mangele. So vermisst er im Konzept unter anderem eine klare Entscheidung bezüglich der Straßenbahnverlegung aus der Obern- in die Martinistraße. Die Landesregierung vertage „mal wieder wichtige Entscheidungen“. Das sei ein weiterer Beleg dafür, dass Rot-Grün-Rot bei den zentralen Fragen nicht handlungsfähig sei. Schäck: „Der Senat muss jetzt endlich mal ins Machen kommen.“

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