Eine schlechte zweite Woche

Freimarkt bleibt unter der Vier-Millionen-Besucher-Marke

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Nur 3,8 Millionen Besucher kamen zum Freimarkt - die Absage wegen des Sturms am Samstag wirkte sich negativ aus.

Bremen - Von Martin Kowalewski. Das Wetter hat in der Freimarktsbilanz seine Spuren hinterlassen. „Die erwarteten vier Millionen Besucher haben wir nicht erreicht. Das waren wohl nicht mehr als 3,8 Millionen“, sagt Wolfgang Ahrens aus der Geschäftsführung der Arbeitsgemeinschaft Bremer Märkte. Besonders die vorzeitige Schließung des Marktes am Sonnabend  wirkte sich negativ aus. Die Wochenendtage seien schließlich besonders wichtig.

An den ersten Tagen des Marktes hatten die Schausteller noch richtig gute Laune. Wetter und Besucherzahlen stimmten. „In der ersten Woche hatten wir gutes Wetter, danach ein mittelgutes Wochenende. Aber danach ging es mit dem Wetter dermaßen runter. Und das wirkte sich natürlich auch auf die Besucherzahlen aus“, sagt Ahrens. Der Umsatzvorsprung aus der ersten Woche sei dann bald aufgebraucht gewesen. „Da die Stimmung am Anfang so gut war, ging sie dann umso deutlicher nach unten.“

Die Auswirkungen hängen von der jeweiligen Schaustellerbranche ab. Betriebe, in die man hineingehen kann, seien besser dran. Insgesamt entwickle sich der Umsatz aber in etwa entsprechend der Besucherzahl. Trotz des Rückgangs geht Ahrens nicht davon aus, dass Betriebe wirklich ins Minus gerutscht sind.

„Dass wir 17 Tage durchgehend gutes Wetter haben, ist absolut nicht der Normalwahl. Wir mussten auch in den vergangenen Jahren hier und da mal schließen“, sagt er. Die Einwirkungen durch schlechtes Wetter seien in den vergangenen zehn Jahren eher mehr geworden. Das läge vielleicht auch einer gesteigerten Vorsicht seitens der Behörden.

Miss Freimarkt 2004 - 2017

Der Nachfrage bei dem Karussell „Predator“ konnte das Wetter anscheinend nicht viel anhaben. „Die Saison war okay. Ohne Regen wäre es vielleicht noch besser gewesen. Aber es war immer noch eine gute Veranstaltung für uns“, sagt Schausteller Willy Kaiser. Peter Rosenzweig aus der Betreiberfamilie des großen „Steiger“-Riesenrads ist da weniger positiv gestimmt. „Die erste Woche war gut, in der zweiten kam dann der Einbruch“, sagt er. Das habe man gemerkt.

Jessica Winter vom Stand „Flower Power“, an dem künstliche Blumen die Funktion von Losen übernehmen, lobt die Bremer, die wie immer auch bei schlechtem Wetter kämen. „Bei schlechtem Wetter fehlen aber die Besucher aus dem Umland“, sagt sie. „Für die Wetterverhältnisse war es unterm Strich in Ordnung.“

Alle Infos zum Freimarkt auf freimarktlife.de

Eine vorsichtig positive Bilanz zog die Bremer Polizei. Die Zahl der Straftaten sei zurückgegangen, hieß es in der Bilanz. Allerdings habe es dennoch viel zu tun gegeben. Wie immer sei es zu Diebstählen, vermissten Kindern, aber auch zu Gewalt gekommen. Besonders negativ vielen drei Schlägereien auf, bei denen sich extreme Gewaltausbrüchen ereignet hätten. Es sei zu potenziell lebensgefährlichen Tritten gegen den Kopf gekommen. Ermittlungen gegen mehrere Personen seien eingeleitet worden. „Das ist aber kein auf den Freimarkt beschränktes Problem, sondern ein gesellschaftliches. Wir beobachten die Steigerung der Gewalt auch anderswo“, sagt Polizeisprecher Nils Matthiesen.

Munteres Treiben auf dem Freimarkt am Sonnabend. Viele nutzten die wenigen offenen Nachmittagsstunden zu einem Bummel über die Bürgerweide. - Foto: Kowalewski

Viel Arbeit machte der Freimarkt den Beamten der Verkehrsbereitschaft. „Offensichtlich dachten viele Kraftfahrzeugführer, sie fahren Autoscooter, so dicht haben sie am Gelände geparkt“, sagte Matthiesen. „Besonders am ersten Wochenende wurden die Autos teilweise kreuz und quer abgestellt und blockierten wichtige Rettungswege.“ Die Folge: Viele Autos wurden aus dem Halteverbot abgeschleppt. Etwa 4 000 Verkehrsverstöße verzeichnete die Polizei.

Der Montag auf dem Bremer Freimarkt

Krause-Sause in der Halle 7

Party am Samstag auf dem Freimarkt

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