Neues Buch über den Worpsweder Künstler

Eine Reise durch Vogelers Leben

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Blick in das neue Buch über den Künstler Heinrich Vogeler. Rechts oben sein Gemälde „Frühling“.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Sie wird nur zu besonderen Anlässen geöffnet, die von Heinrich Vogeler (1872 bis 1942) gestaltete Güldenkammer im Bremer Rathaus. Mit der bis ins kleinste Detail durchkomponierten Gestaltung hat er sich ein Denkmal gesetzt – ein Denkmal als Jugendstilkünstler jedenfalls. Doch Vogelers Leben und künstlerisches Wirken ging weiter. Und weit über den Jugendstil hinaus.

Die Konzentration auf Architektur, die Hinwendung zum Sozialismus, die politischen Komplexbilder – all das (und einiges mehr) sollte ja noch kommen, bevor Vogeler im sowjetischen Exil starb.

Vogelers Leben mit all seinen Werken und Wendungen, mit seinen Erfolgen und tragischen Ereignissen fasziniert bis heute – der Erfolg des Romans „Konzert ohne Dichter“ von Klaus Modick, der sich um das Gemälde „Sommerabend“ und Vogelers Verhältnis zu dem Dichter Rainer Maria Rilke (1875 bis 1926) dreht, ist nur ein Beleg dafür.

Der Bremer Schünemann-Verlag hat nun ein neues Sachbuch über den Worpsweder Künstler vorgelegt. In dem Band mit dem Titel „Heinrich Vogeler – Lebensstationen“ (128 Seiten, Preis: 14,90 Euro) begibt sich der Autor Siegfried Bresler, Jahrgang 1957, buchstäblich auf eine Reise durch Vogelers Leben. Jahr für Jahr, Station für Station geht es auf Doppelseiten voran. Von Vogelers Bremer Elternhaus in der Straße Außer der Schleifmühle über Studienreisen nach Holland und Belgien, Italien und Frankreich geht es zum Worpsweder Barkenhoff, nach München, nach Neapel und nach England, wo sich der Künstler 1909 mit der Idee der Gartenstadtarchitektur vertraut machte. Und so weiter, und so fort – bis zum Ende in der Sowjetunion.

Bresler, der sich über Jahrzehnte mit Vogelers Biografie beschäftigt und auseinandergesetzt hat, hat verschiedene Bücher über den Künstler veröffentlicht. In dem neuen Band gibt er gewissermaßen nur den Moderator – und lässt ansonsten Vogeler selbst zu Wort kommen, indem er aus dessen Erinnerungen und Briefen zitiert. Hinzu kommen Abbildungen von Kunstwerken und historische Fotografien von Lebensstationen Vogelers, denen Aufnahmen von heute gegenübergestellt werden. Alles ist (quasi wie in der Güldenkammer) bis ins kleinste Detail, bis zur jugendstilgrünen Seitenzahl, geschmackvoll gestaltet. Ein wirklich schöner Band, wenngleich an mancher Stelle etwas ausführlichere einordnende Worte nicht gestört hätten.

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