Vierte Ausgabe der „Spiele-Tage“ in der VHS / Neuheiten und Ladenhüter beim Flohmarkt

Eine Prise Würfelglück mit Taktik

Lassen sich das Weltraum-Spiel direkt bei Erfinder Alexander Ommer (2.v.r.) und dessen Kollegen Florian Leckebusch (2.v.l.) erklären: Jacob Wolyniec (l.) und Daniel Schwind.

Bremen - (vs) · Stimmengewirr erfüllt die Volkshochschule (VHS) im Bamberger-Haus. Fast jeder Tisch, ja, nahezu jeder Stuhl ist besetzt. Überall wird gewürfelt, lassen sich Menschen nicht in die Karten schauen und diskutieren über die richtige Strategie – bei den vierten „Bremer Spiele-Tagen“.

„Wir nutzen das ganze Wochenende voll aus, um uns umzuschauen und zu spielen“, sagt Heike Stumpe aus Langwedel. Ihr Sohn Leon und Rudi Heine spielen sogar regelmäßig einen Nachmittag in der Woche.

Über 1 500 alte und neue Brett- und Kartenspiele auf drei Ebenen laden hier zum Ausprobieren ein. Rund 2 600 leidenschaftliche Spieler erwartet der Ideengeber der „Spiele-Tage“ bei der VHS, Andreas Ebert, zum verspielten Wochenende. „Wir stellen Spiele nicht nur aus, sondern wir erklären oder lassen erklären“, so Ebert, der damit auch seiner Leidenschaft nachgeht. Mitglieder des Spieleclubs „Stechmücke“ und viele Helfer stehen in jedem Raum bereit, um Hilfestellungen zu geben. Für viele ein besonderer Reiz: Autoren stellen persönlich ihre selbstentworfenen Spiele vor.

Einer von ihnen ist Alexander Ommer. „Interstellar Mayhem“, so der Name seines ersten Brettspiels, das er im vergangenen Monat auch auf der Essener Spielemesse vorgestellt hat. „Man benötigt eine Prise Würfelglück und eine gute Taktik, um mit den eigenen Raumschiffen das Asteroidenfeld zu beherrschen“, so der gelernte Computerspiele-Designer.

Eine Etage höher erklärt der Bremer Spieleautor Friedemann Friese seine sieben neuen Erfindungen. „Famiglia“ ist ein Kartenspiel für zwei Personen. Wer es schafft, die einflussreichste Bande aus verschiedenen Familienmitgliedern zusammenstellen, gewinnt. „Trotz recht einfacher Regeln ist das Spiel nicht ganz schnell zu durchschauen“, sagt Friese. Die intensive Beschäftigung mit anderen Spielen und der Zufall gehören zu den Inspirationsquellen des erfolgreichen Spiele-Erfinders.

Reges Treiben herrscht auch auf dem Flohmarkt. Alte Spiele, neue Spiele, mit Gebrauchsspuren oder gar noch eingeschweißt: Ausrangierte Exemplare wechseln zahlreich ihre Besitzer. Nur die „Ladenhüter“ nicht: „Quizspiele sind überhaupt nicht gefragt“, weiß Markus Böttcher. Trotz der vielen strahlenden Gesichter merkt er auch Kritisches an: Die zahlreichen Neuigkeiten – auf der Essener Messe seien es gerade weit über 500 gewesen – verdrängen die anderen guten schnell wieder.“ Brettspiele, so der Experte, seien besonders kommunikativ, da hier – anders als bei Computerspielen – auch Zeit bleibe sich auszutauschen.

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