Filmprojekt bringt Menschen mit und ohne Behinderungen zusammen

Eine normal verrückte Welt

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Produktionsleiter Achim Ballhausen (unten links) und Darsteller Marcus Vieweg (unten rechts) sowie Darstellerin Isabel Gersiek (von links oben), Regisseur Jürgen Köster und Darstellerin Elisabeth Dinh stellten gestern vor der großen Premiere schon einmal ihren Film „Apostel & Partner“ vor.

Bremen - Von Nina SeegersDrei schräge und völlig unterschiedliche Persönlichkeiten erhalten eines Tages einen mysteriösen Auftrag: Gegen eine Belohnung von 500 000 Euro sollen sie einen Skandal in einem Pflegeheim aufdecken. Der Film „Apostel & Partner“ aus Bremen ist eine turbulente Geschichte dreier Menschen in einer ganz normal verrückten Welt und feiert am Montag, 2. Juni, Premiere im Kino „City 46“.

Das Besondere an diesem Film ist, dass er im Rahmen eines inklusiven Projekts entstanden ist. Die Drehbuchautoren und Schauspieler sind also Menschen mit und ohne Behinderungen oder psychischen Erkrankungen. „Wir haben insgesamt vier Jahre an dem Film gearbeitet“, erzählt Jürgen Köster, der Regisseur des Films. Gedreht wurde meist an den Wochenenden von August 2013 bis zum Februar an rund 40 verschiedenen Orten in Bremen, Dorum und in einem Pflegeheim in Lilienthal.

Isabel Gersiek war von Beginn des Projektes an dabei, hat das Drehbuch mitgeschrieben und im Film eine Hauptrolle übernommen. Die Laienschauspielerin mit psychischer Erkrankung ist in der Arbeit an diesem Film voll aufgegangen, auch wenn es zu Beginn nicht ganz einfach war: „Anfangs musste ich mich überwinden, mich den anderen im Team gegenüber zu öffnen. Die Frage, wie viel ich von meiner Erkrankung preisgeben muss, um die Rolle zu spielen, hat mich beschäftigt – das war emotional sehr aufregend“, erinnert sich Gersiek, und das bestätigen auch die anderen Darsteller.

Der Film verschafft allen Beteiligten Lob, Akzeptanz und Anerkennung – eben jene Aufmerksamkeit, die vor allem kranken und Menschen mit Behinderungen häufig versagt bleibt. Keinesfalls möchte sich „Apostel & Partner“ aber als reines Inklusions- oder gar Therapieprojekt begreifen. „Uns ist es wichtig, dass der Film auch als künstlerisches Produkt bewertet wird und die Zuschauer nicht nur deshalb applaudieren, weil Behinderte mitgemacht haben“, betont Köster, der Regisseur.

Auch wenn dieser Film sicher nicht an die Erfolge des inklusiven Films „Verrückt nach Paris“ (2002) von Pago Balke und Eike Besuden anknüpfen kann, ist „Apostel & Partner“ wirklich ein sehenswerter Film, der von seiner witzigen Story sowie von seinen verrückten Figuren lebt. Gefördert wurde das Projekt mit 50 000 Euro von der „Initiative zur sozialen Rehabilitation“ sowie von der „Aktion Mensch“.

Die Premiere von „Apostel & Partner“ ist bereits ausverkauft. Weitere Vorführungen gibt es am Dienstag, 3. Juni, um 18 und 20.30 Uhr, am Mittwoch, 4. Juni, um 18 Uhr und am Donnerstag, 5. Juni, um 18 und 20.30 Uhr. Ab Oktober planen die Macher, den Film auch in den Kinos anderer deutscher Städte zu zeigen.

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