Junger Syrer schreibt Kochbuch

Eine kulinarische Brücke von Kobani nach Bremen

Gerichte und Geschichten verbindet Azad Kour in seinem Kochbuch „Salz und Sehnsucht“.
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Gerichte und Geschichten verbindet Azad Kour in seinem Kochbuch „Salz und Sehnsucht“.

Bremen – Linsensuppe mit Knoblauch und Tomate. Auberginen mit Hackfleisch und Kreuzkümmel. Salat mit gebratenem Fladenbrot. Liebe geht durch den Magen, Heimatliebe ebenfalls. Der Wahl-Bremer Azad Kour, bundesweit bekannt durch die Gruppe „Zollhaus-Boys“, kann Geschichten davon erzählen.

Und das macht er auch. Der 21-jährige gebürtige Syrer hat jetzt sein erstes Buch herausgebracht – ein Buch, das eine Brücke schlägt zwischen Kours Heimat Bremen und Kours Heimat Kobani. Der Band mit dem Titel „Salz und Sehnsucht – Kurdische Gerichte und Geschichten aus Nordsyrien“ ist im Jenior-Verlag (Kassel) erschienen und kostet 15 Euro.

Kours Familie stammt aus Kobani; im syrischen Bürgerkrieg wurde die Stadt in Trümmer gelegt – und zum Symbol des Kampfs der Kurden gegen den IS. „Meine gesamte Familie kommt aus Kobani. Wir sind alle dort geboren und aufgewachsen“, schreibt Kour in seinem Buch. „Inzwischen leben meine Onkel, Tanten, Cousinen und Cousins in vielen verschiedenen Ländern.“

„In Kobani wird aus dem Kopf gekocht“

Kours Familie flüchtete 2014 in die Türkei, von wo aus er sich alleine auf den Weg nach Deutschland machte. Seit 2015 lebt Kour in Bremen. Er besucht die Oberschule am Leibnizplatz in der Neustadt, wo er im Frühjahr sein Abitur machen wird. In seinem Buch verbindet er Geschichten aus Alltag und Leben in Kobani vor dem Krieg mit Rezepten der Familie und der Region – Rezepte für den Alltag sind das, Rezepte für Feiertage, Rezepte für besondere Anlässe.

Damit beantwortet Kour auch viele Fragen, die ihm in Deutschland wieder und wieder gestellt worden sind. Was gab es bei Euch zum Frühstück? Esst Ihr mehr Getreide, Gemüse oder Fleisch? Und so weiter, und so fort. Kour beschreibt Traditionen und die Küche, wie er sie von seiner Mutter gelernt hat.

Darin liegt durchaus etwas Ungewöhnliches, denn: „In Kobani wird immer aus dem Kopf gekocht und fast nie nach Rezepten.“ Manche Gerichte sind von Generation zu Generation überliefert worden. Das Essen – und die Beschäftigung damit – verbindet Generationen. Und es kann eben auch eine (nicht allein kulinarische) Brücke schlagen. Genau davon erzählt Kours Buch.

Kochbuchautor Azad Kour.

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