Wassereinbruch in Packhaus-Probebühne

Tief „Xavier“:  „Eine Katastrophe für uns“

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Alles nass: Sturmschaden im Werkstatt- und Probebühnenbereich der Schakinnis-Bühnen (Theaterschiff und Packhaustheater) in der Nähe des Flughafens.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. „Es ist eine Katastrophe für uns als Theater“, sagt Knut Schakinnis, der das Bremer Theaterschiff (Tiefer) und das Packhaustheater im Schnoor betreibt. Das Orkantief „Xavier“ hat sich bei ihm in den Vordergrund gespielt und eine Hauptrolle übernommen. Das Ergebnis: eine Tragödie. „Wir sind abgesoffen“, so Schakinnis.

Wie berichtet, hatte „Xavier“ in der Nähe des Bremer Flughafens das Dach eines Gebäudes abgedeckt. Es ist das Gebäude, in dem auch die Probebühne der Schakinnis-Häuser untergebracht ist – und das Lager. 24 Bühnenbilder und die entsprechenden Requisiten – „alles abgesoffen“, so Schakinnis.

Denn nachdem am Donnerstag das Dach weggeflogen war, folgte am Freitag der heftige Regen. „Alles Unikate, alles feucht geworden“, sagt Schakinnis.

Jetzt müsse improvisiert werden – so gelte es, schnell trockene Lagerräume zu finden. Auswirkungen auf den Spielbetrieb seiner Häuser befürchtet Schakinnis nicht. Und geprobt wird jetzt erst einmal im Orchestersaal des Packhauses.

Warnung vor dem Betreten des Bürgerparks

Andere Bühne, gleiches Thema: Sturmschäden beklagt auch der Bürgerpark. Die Verwaltung bittet Besucher dringend, den Park auch am Wochenende noch nicht zu betreten. „Wir sind rund um die Uhr mit Aufräumarbeiten beschäftigt, aber wir kommen nicht hinterher“, sagte eine Sprecherin angesichts der vielen Schäden. „Es hängen noch abgebrochene Äste in den Bäumen. Das ist gefährlich.“

Ein Baum, den „Xavier“ in Borgfeld entwurzelt hat – und ein weiterer Einsatz für die Feuerwehr.

Obergärtner Heiko Lustfeld ist mit zwei Teams im Bürgerpark unterwegs. Schäden aufnehmen, beseitigen, Wege absperren. Ab Montag setzt er eine Hebebühne ein. „Wir sind froh, dass wir noch eine bekommen haben.“ Im Park habe es etliche „Kronenausbrüche“ gegeben, zudem sind „50 bis 60 Bäume gefallen“.

Die Schäden sind so extrem, weil „Xavier“ so früh gekommen ist. Normalerweise kommen die Herbststürme später, sagt Lustfeld. „Die Bäume schützen sich mit dem Laubabwurf davor. Sie haben dann 50 bis 80 Prozent weniger Angriffsfläche.“ Das war anders, als „Xavier“ loslegte – die Bäume haben da noch fast ihr komplettes Laub gehabt.

Wer kann, sollte am Wochenende auch auf Bahnreisen verzichten. Unter den gestrandeten Fahrgästen am Hauptbahnhof hat sich herumgesprochen, dass die Fernbusse ab Bremen schnell ausgebucht waren. Noch am Donnerstag hatte das Rote Kreuz 300 Reisende am Hauptbahnhof versorgt.

Zeitweise „Öffentlicher Notstand“ ausgerufen

Die Feuerwehr hatte unterdessen für die Stadtgemeinde Bremen den „öffentlichen Notstand“ ausgerufen. Alle sechs Berufsfeuerwachen sowie die 19 Freiwilligen Feuerwehren, Einsatzkräfte der Feuerwehrschule und alle vier Ortsverbände des Technischen Hilfswerks (THW) waren im Einsatz.

Umgestürzte Bäume und abgebrochene Äste, abgedeckte Dächer und herabgestürzte Dachziegel, beschädigte Autos und Oberleitungen – das war das Programm. Die Aufräum- und Bergungsarbeiten dauerten auch am Freitag noch an. Mehr als 400 Einsätze kamen zusammen. „Xavier“ hatte im gesamten Stadtgebiet gewütet.

Innensenator Ulrich Mäurer (SPD) dankte den Einsatzkräften am Freitag für ihr Engagement: „Ich danke allen, die für uns bei dem Sturm draußen im Einsatz waren und immer wieder zugepackt und geholfen haben.“

Es sei gut, zu wissen, dass nicht nur die Zusammenarbeit „bestens funktioniere“, sondern auch „alle sofort an Bord“ seien, wenn sie gebraucht würden.

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