Verleihung am 17. März in der Villa Ichon

Pago Balke erhält Kultur- und Friedenspreis

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Pago Balke wird unter anderem für sein langjähriges künstlerisches Engagement mit dem Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon ausgezeichnet.

Bremen - Von Jörg Esser. Pago Balke ist in Bremen und „umzu“ mehr als bekannt – als „Stadtkomödiant“ aus Riede. Balke wurde 1954 in Schmalkalden (Thüringen) geboren, landete schon zwei Jahre später in Hameln und schließlich 1973 zum Studium in Bremen.

Am Sonnabend, 17. März, erhält der Schauspieler, Kabarettist, Sänger, Regisseur und Autor im Bremer Rathaus den Kultur- und Friedenspreis der Villa Ichon. Wir trafen ihn in Bremen.

Freunde und Förderer der Villa Ichon verleihen Ihnen den Kultur- und Friedenspreis. Was bedeutet das?

Pago Balke: Das ist eine Riesenauszeichnung. Und eine große Ehre. So viele Preise von dieser Kategorie gibt es in meiner Liga nicht. Ich bin auch der erste Kabarettist auf der Preisträgerliste.

Darum auch das Urlaubsfoto in der Einladung.

Balke: Man darf den Ernst der Lage nicht verkennen. Das Foto konterkariert das Ganze.

Die Jury würdigt, dass Sie seit vier Jahrzehnten unbeirrbar eine antifaschistische und antiautoritäre Position vertreten ...

Balke: Der Faschismus und Auschwitz sind die größten Katastrophen der jüngeren Geschichte. Aber mit dem Prädikat laufe ich nicht durch die Stadt. Mein Fokus liegt auf der Kombination aus künstlerischem und sozialen Engagement.

...außerdem haben Sie laut Jury die regionale Kulturlandschaft bereichert und Tausende von Besuchern zum Lachen und zum Weinen gebracht ...

Balke: Ich bespiele und erheitere die Region. Und tingele durch Städte und Dörfer. Dass die Zuschauer mit Humor berührt werden, trifft vor allem auf die „Zollhausboys“ zu.

Sie haben darin mit vier jungen syrischen Neubürgern und dem Musiker Gerhard Stengert ein musikalisch-satirisches Zwei-Stunden-Projekt erarbeitet, eine „kulturelle Attacke gegen den Rechtspopulismus“. Das ist sicherlich ein Auslöser für die Preisvergabe. Ist es Ihr Meisterstück?

Balke: Ich habe viel daran gemacht, aber nicht alles. Ich habe viele Lieder geschrieben. Aber die „Zollhausboys“ sind ein Gemeinschaftswerk. Die Jungs haben die Geschichten und Texte geliefert. Auch bei „Verrrückt nach Paris“ haben Eike Besuden und ich die Fäden in der Hand gehabt. Aber der Knaller waren die drei Hauptdarsteller aus dem Blaumeier-Atelier.

Zurück zu den „Zollhausboys“. Der Trip durchs Land geht weiter?

Balke: Es ist mein raumgreifenstes Projekt. Wir haben schon 20 Konzerte gegeben und geben in diesem Jahr noch 25 Konzerte, auch in meiner alten Heimat Hameln, im großen Haus des Theaters, wo ich in meiner Jugend als Kulissenschieber gejobbt habe, und in der Bremer Landesvertretung in Berlin. Es gibt Angebote aus Bayern. Es läuft. Und für 2019 ist ein zweites Stück geplant.

Eine Fortsetzung?

Balke: Es geht ums Ankommen, ums Hier-Sein. Wer kommt wie wo an und was ist der ausschlaggebende Punkt, dass man sich heimatlich fühlt. Übrigens: Die Situation und die aktuellen Entwicklungen in Syrien spielen immer in das Stück hinein.

Sie schlüpfen auch weiterhin in viele Rollen, bei satirischen Führungen in Museen und in Ihren Bühnenprogrammen?

Balke: Pro Jahr kommen rund 120 Aufführungen und 15 bis 20 verschiedene Rollen zusammen. Ich bin aber noch keine multiple Persönlichkeit.

Das ist auch gut so.

Balke: Aber ich plane für 2019 wieder ein neues Programm. Im Mittelpunkt steht ein Europäer, der auszog, das Fürchten zu lernen. Er landet bei Despoten in Ungarn und der Türkei. Und bei Donald Trump in Amerika.

Es gibt die bewährte Rezeptur aus Text und Gesang?

Balke: Ohne Musik würde mir was fehlen. Ich kann mir schwer vorstellen, zwei Stunden lang nur zu reden.

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