Sarah Wiener kocht mit Schülern / Jugendliche trauen sich an Matjes-Matrosen-Sandwiches heran

Eine ganz besondere Unterrichtsstunde

Sarah Wiener (rechts) belegt zusammen mit Agatha eine Platte mit den fertigen Matjes-Matrosen-Sandwiches. ·

Bremen - Von Nina SeegersFrisches Gemüse, Kräuter und Matjesfilet – diese Zutaten lagen gestern Vormittag in der Lehrküche der katholischen St.-Johannis-Schule bereit, denn Schüler aus der siebten Klasse hatten eine ganz besondere Unterrichtsstunde im Fach Hauswirtschaft. Starköchin Sarah Wiener höchstpersönlich stattete den 13-Jährigen einen Besuch ab und bereitete mit ihnen zusammen Matjes-Matrosen-Sandwiches zu.

Die Aktion diente als Einstimmung auf die Eröffnung der Matjes-Saison am 6. Juni, wenn das erste Matjes-Fässchen versteigert wird. Denn der Erlös kommt der Sarah-Wiener-Stiftung zugute. „Hallo, ich bin die Sarah“, stellte sich die Köchin gestern bei den Jugendlichen vor, band sich sogleich ihre Schürze um und informierte sich bei den Kindern, wie lange sie schon kochen und was sie gerne essen. Pommes, Pizza oder Spaghetti stehen bei den meisten Jugendlichen hoch im Kurs. Zu ihrer Schande mussten sie gestehen, dass sie von Matjes noch nie etwas gehört hatten. „Ey, hallo?! Wir sind hier nicht in Wien, sondern in Norddeutschland“, sagte Sarah Wiener entsetzt und machte sich mit den Schülern sogleich ans Zubereiten der Sandwiches.

Die Schüler bestrichen Vollkornbrotscheiben mit Joghurt, belegten diese mit Feldsalat, Roter Beete und Paprika. Zum Schluss kam das Matjesfilet in kleingeschnittenen Stücken auf das Brot und wurde mit Gurke sowie kleingehackten Zwiebeln garniert. Währenddessen erklärte Wiener in ihrer lockeren und natürlichen Art, wie wichtig gesunde und bewusste Ernährung sei. „Oft stopfen wir uns einfach irgendetwas rein, ohne dass wir überhaupt über die Zutaten und deren Herkunft Bescheid wissen“, so Wiener. Am Ende durften natürlich alle Schüler das Sandwich probieren. Aber fast alle zögerten, denn kaum jemand von ihnen hatte schon einmal richtigen Fisch gegessen. „Müssen wir das essen?“, fragte ein Junge skeptisch. Aber dann trauten sich die Schüler doch, und es schien ihnen zu schmecken.

Die Lehrerin des Hauswirtschaftskurses, Brigitte Plate-Wystrach, unterrichtet seit 40 Jahren an der Johannis-Schule und weiß, wie wichtig es ist, die Jugendlichen über Ernährung aufzuklären. „Vielen Kindern fehlt heutzutage das Wissen über ursprüngliche Zutaten. Auch die Tradition, einmal am Tag mit der gesamten Familie am Tisch gemeinsam zu essen, ist bei vielen verlorengegangen“, erklärte die Lehrerin.

Wie an der Johannis-Schule, setzt sich die Sarah-Wiener-Stiftung in verschiedenen Projekten an Schulen, Kindergärten und Kitas für eine gesunde und nachhaltige Ernährung bei Kindern und Jugendlichen ein. Seit 2007 greifen diese Projekte in 126 Städten in ganz Deutschland an insgesamt 490 Einrichtungen.

Wenn am Mittwoch, 6. Juni, auf dem Bremer Marktplatz wieder das erste Matjes-Fässchen dieser Saison versteigert wird, sind alle Unternehmen aufgerufen, dabei mitzubieten, um eine hohe Spendensumme zu erzielen, die der Stiftung zugutekommt. Im vergangenen Jahr kamen so rund 17 000 Euro zusammen.

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