„Unterwegs zur letzten Ruhe“ im Vorfeld der Messe „Leben und Tod“

Eine etwas andere Führung

Mit einem Pressluftgerät meißelt Steinmetz Burkhard Nühlig die ersten Buchstaben in denGrabstein. ·
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Mit einem Pressluftgerät meißelt Steinmetz Burkhard Nühlig die ersten Buchstaben in denGrabstein. ·

Bremen - Von Annika GrunertDem Steinmetz bei der Arbeit zu schauen, die passende Grabbepflanzung finden oder die Ruhestätte bekannter Bremer entdecken, das bietet eine neue Exkursionsreihe an. Die etwas andere Führung „Unterwegs zur letzten Ruhe“ startete gestern rund um den Riensberger Friedhof. Dabei handelt es sich um ein Kooperationsprojekt der Friedhofsgärtner, der Nordwestdeutschen Treuhandstelle für Dauergrabpflege und der Messe „Leben und Tod“.

Die erste Station ist die Friedhofsgärtnerei von Uwe Plath. Er zeigt verschiedene Gesteckvariationen und verrät, wie diese hergestellt werden. Ein Kranz besteht aus Stroh und einem grünen Baumwollband, dass das Ganze zusammenhält. Darauf werden zunächst rundherum Nadelzweige befestigt, dann folgen die Blumen. Von der Rose, über die Tulpe bis hin zur Lilie ist alles dabei. Genauso bei den Farben, egal ob bunt oder schlicht, die Gärtnerei ist für alles offen. Häufig wählen die Freunde und Angehörigen aber die Lieblingsfarbe des Verstorbenen aus, erzählt Plath.

Der Friedhofsgärtner fertigt nicht nur Kränze und Gestecke an, sondern kümmert sich auch um die Grabbepflanzung sowie -pflege und berät seine Kunden. Zwar sind nach seiner Aussage der Grabgestaltung keine Grenzen gesetzt, aber trotzdem passt nicht jede Blume auf jedes Grab. Ob schattig oder sonnig, trocken oder feucht, der Boden und die Lage sind entscheidend. Nachdem geklärt ist, ob es eine dauerhafte oder Wechselbepflanzung sein soll, kommt es auch noch auf die Optik an. So rät Plath von Immergrün lieber ab. Zwar blüht dieser schön, aber wenn er nass wird, legt er sich auf den Boden. Dann bleibt meist der Dreck und Sand hängen was zur Folge hat, dass der Immergrün nicht wieder aufsteht.

Aber es gehört ja nicht nur Blumen und Pflanzen zu einem Grab. Deshalb geht es nach der Friedhofsgärtnerei weiter zum Steinmetz. Hier werden Grabsteine bearbeitet und beschriftet. Burkhard Nühlig erzählt, dass die meisten Leute in die Werkstatt kommen, sich die Steine angucken, aber erst einmal keinen aussuchen können, weil sie sich damit nicht identifizieren können. Erst m persönlichen Gespräch wird der passende Stein gefunden. Ob poliert oder roh, Kalk- oder Sandstein, der Steinmetz versucht alles auf die jeweiligen und individuellen Bedürfnisse sowie auf die Persönlichkeit abzustimmen. Aber bei diesem Stopp erfährt man nicht nur alles über die verschiedenen Grabsteine, sondern kann dem Steinmetz auch bei der Arbeit zu sehen und sich selbst einmal bei der Beschriftung versuchen. Zum Abschluss geht es dann noch einmal über den Friedhof. Dort können Mustergräber betrachtet werden. Und es werden die Ruhestätten bekannter Persönlichkeiten wie zum Beispiel von Wilhelm Kaisen besucht werden. Dabei erzählt die Schauspielerin Christine Renken alias Bestatter „Bergmann von Hurrelberg“ noch die eine oder andere interessante Geschichte.

Weitere Termine für Exkursionen sind am Freitag, 2. Mai, um 15 Uhr und am Sonnabend, 3. Mai, um 11  Uhr. Anmeldung unter Telefon 0421/ 35 05 311.

Die Messe „Leben und Tod“ öffnet am Donnerstag, 8. Mai, und Freitag, 9. Mai, jeweils von 10 bis 18  Uhr im Messezentrum auf der Bürgerweide. Die Tageskarte kostet acht Euro.

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