ZWISCHEN SCHNOOR & SCHLACHTE

Eine Bremer Kaffeetafel für den Ehrenbürger

Kaffeetafel im Kaminsaal des Rathauses: Bürgermeister Andreas Bovenschulte (stehend) begrüßt die Gäste. Dritter von links: Klaus Hübotter.
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Kaffeetafel im Kaminsaal des Rathauses: Bürgermeister Andreas Bovenschulte (stehend) begrüßt die Gäste. Dritter von links: Klaus Hübotter.
  • Thomas Kuzaj
    vonThomas Kuzaj
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Bremen – Der Kaffee ist fertig. . . – Bremens Ehrenbürger Klaus Hübotter war im Mai 90 geworden. Eine damals geplante kleine Feier im Rathaus musste coronabedingt verschoben werden. Nun aber war es so weit! Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) lud am Donnerstag zur Kaffeetafel in den Kaminsaal.

Neben dem Jubilar, dessen Ehefrau Lore Hübotter und den beiden Töchtern samt Familien begrüßte Gastgeber Bovenschulte die Kunst-Mäzene Karin und Uwe Hollweg sowie den Künstler Constantin Jaxy und dessen Ehefrau Jutta.

Bovenschulte sang an der Kaffeetafel ein Loblied auf den Bauunternehmer und Mäzen Hübotter: „90 Jahre – und immer noch sind Sie unermüdlich engagiert. Sie haben Bremen geprägt mit Ihren städtebaulichen Projekten. Mit Ihrem Einsatz für stadtgeschichtlich bedeutsame Bremer Altbauten wie der Villa Ichon, dem Bamberger-Haus, dem Speicher XI, dem Schlachthof oder auch dem Sendesaal, um nur einige zu nennen.“ Kurzum: „Sie bereichern nach wie vor unser Gemeinwohl und fördern den kulturellen sowie geistigen Austausch der Bürger.“

Vom Juristen zum Bauunternehmer

Hübotter, am 17. Mai 1930 als Sohn eines Gartenarchitekten und Professors in Hannover geboren, war ab 1950 Mitglied der KPD. Das Studium der Rechtswissenschaften schloss er mit dem Doktortitel ab. Wegen der Mitgliedschaft in der Kommunistischen Partei – und dem KPD-Verbot 1956 – durfte er nicht als Rechtsanwalt arbeiten. Gemeinsam mit dem Journalisten Klaus Rainer Röhl gründete er in den 50er Jahren den „Studentenkurier“, Vorläufer der Zeitschrift „konkret“.

1964 begann Klaus Hübotter seine Tätigkeiten als Bauunternehmer. Sein Motto dabei: „Du baust, wie Du bist.“ Das galt schon bei der Villa Ichon, die Hübotter zu einem Zentrum für friedenspolitische Initiativen machte.

Ehrenbürger mit Liebe zum Detail

Im Rathaus hieß es am Donnerstag über den Unternehmer: „In seinem jahrzehntelangen Schaffen gelang es ihm mit herausragender Liebe zum Detail, historische Bauwerke der Stadt zu erhalten und durch deren Zweckbestimmung einen gesellschaftlichen Mehrwert im öffentlichen Leben Bremens zu schaffen. Aus diesem Grunde wurde Hübotter im Jahre 2010 die Ehrenbürgerwürde der Freien Hansestadt Bremen verliehen.“ Er ist zudem der Träger des ersten Bremer Preises für Baukultur. Auch in Bremens Partnerstadt Riga hat Hübotter Bauwerke und Quartiere saniert.

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