Kaisen-Stiftung in Borgfeld feiert Jubiläum mit Wein aus eigener Produktion

Eine Bremer „Erfolgsgeschichte“ wird 25

Geschenk zum Jubiläum: Alexander Chaves (l.) und Bettina Müller-Herling von der Wilhelm-Kaisen-Oberschule aus Huckelriede enthüllen eine Gedenktafel, die von Schülern gestaltet wurde.
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Geschenk zum Jubiläum: Alexander Chaves (l.) und Bettina Müller-Herling von der Wilhelm-Kaisen-Oberschule aus Huckelriede enthüllen eine Gedenktafel, die von Schülern gestaltet wurde.

Bremen – Großer Auflauf im beschaulichen Borgfeld: Knapp 100 Gäste haben am Sonntag das 25-jährige Bestehen der Wilhelm- und Helene-Kaisen-Stiftung gebührend gefeiert – soweit das in Corona-Zeiten möglich ist. Bei einem „Tag der offenen Tür“ lobte nicht nur Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) das Wirken seines im Jahr 1979  im Alter von 92 Jahren gestorbenen Amtsvorgängers, Besucher erhielten zudem Einblick in das Leben des engagierten Ehepaars.

Der große, hölzerne Schreibtisch mitten im Raum, darüber an der Wand ein Porträt von Wilhelm Kaisen. Gäste, die die alte Scheune auf dem Grundstück betraten, wissen gleich, wer hier im Mittelpunkt steht: Bremens Nachkriegsbürgermeister, der das kleinste Bundesland von zwischen 1945 und 1965 regierte. Zusammen mit seiner Frau Helene (1889-1973) sorgte sich der Sozialdemokrat schon früh um benachteiligte Kinder, auf dem hinteren Teil des Grundstücks steht heute eine Einrichtung für Menschen mit Handicap. Die beiden Kaisen-Nachfahren Franz und Ilse Kaisen führten das Erbe fort und gründeten schließlich 1995 die Stiftung.

„Ausdruck Bremer Gemeinsinns“

Wie genau die politische Arbeit von Wilhelm und Helene Kaisen aussah, zeigt unter anderem die Dokumentationsstätte in der ehemaligen Scheune. Videos laufen dort über einen Beamer, Informationstafeln, altes Mobiliar und Einrichtungsgegenstände vermitteln einen Einblick in das frühere Leben und Wirken des in Hamburg-Eppendorf geborenen Sozialdemokraten. Seiner Frau Helene ist ebenfalls ein ganzer Raum gewidmet.

Für Bovenschulte ist die Stiftung „eine Erfolgsgeschichte“, die es gelte fortzusetzen. „Das ist ein Ausdruck Bremer Gemeinsinns, ein Musterbeispiel, wie wir Bürgersinn leben“, betonte er bei einem Grußwort. Niemand sei unfehlbar, auch Wilhelm Kaisen nicht, so Bovenschulte, doch habe er einen „ganz klaren Kompass“ gehabt, „wie man die Zeit nach 1945 anzugehen hatte“.

Kaisens klarer Kompass

Heute stehen neben dem alten Wohnhaus der Kaisens auch noch das ehemalige Gewächshaus auf dem Anwesen am Rethfeldfleet zwischen alten Kastanien und weiten Feldern. Darin: Weinreben, die das mehrere Meter lange Gebäude komplett ausfüllen.

Der perfekte Anlass, doch mal ein Gläschen Wein aus eigener Produktion zu genießen. Diese Möglichkeit nutzten gleich mehrere der Gäste und probierten einen Schluck. Eigentlich hätte die Jubiläumsfeier bereits im Frühjahr stattfinden sollen, sagte Stiftungs-Vorstand Horst Brüning. Durch Corona kam bekanntlich alles anders. So wurden eben jetzt gefeiert – bei Sonnenschein und taufrischer Weinernte.

Von Steffen Koller

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