Einblicke und Begegnungen am „Tag des offenen Denkmals“ in Bremen

Besuch aus Sachsen-Anhalt

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Besucher schauen sich in der Lloyd-Halle 4 an der Richard-Dunkel-Straße einen restaurierten Kleinwagen vom Typ Lloyd „Alexander“ an. Hier wurde der Wagen einst gebaut.

Bremen - Von Thomas Kuzaj. Premiere! Zum ersten Mal war Bremens neuer Bürgermeister Carsten Sieling (SPD) gestern im Rathaus Gastgeber beim „Tag des offenen Denkmals“. Und gleich gab es die erstaunlichsten Begegnungen.

„Ich komme gerade hier her, da kriege ich ‘ne SMS“, so Sieling. Text: „Ich stehe gerade vor Deinem Amtszimmer.“ Absenderin: Katrin Budde aus Sachsen-Anhalt. Sieling kennt sie gut, die Absenderin. Schließlich ist Katrin Budde SPD-Fraktionsvorsitzende in Sachsen-Anhalt. Sieling nutzte die Gelegenheit, der Magdeburger Sozialdemokratin, die auch Landeschefin ihrer Partei ist, das Bremer Rathaus zu zeigen – angefangen mit der Oberen Rathaushalle, wo auch die Tür zur Güldenkammer geöffnet war. Zum Hineinschauen und -fotografieren.

Was aber führte Katrin Budde eigentlich nach Bremen? Nun, ihre beiden Töchter ziehen hier her. Sie fangen an der Weser ein Studium an. Die Mama wiederum hat noch in Sachsen-Anhalt zu tun – sie ist SPD-Spitzenkandidatin für das Amt des Ministerpräsidenten bei der Landtagswahl im Frühjahr 2016.

Szenenwechsel. Der „Tag des offenen Denkmals“ stand gestern unter dem Motto „Handwerk, Technik, Industrie“. Besucher konnten in Bremen und Bremerhaven in fast 60 Denkmälern hinter die Kulissen blicken. Eröffnet wurde der Tag in der 1953/54 gebauten Lloyd-Halle 4 an der Richard-Dunkel-Straße in der Neustadt – in der ehemaligen Endmontagehalle der Bremer Lloyd-Motoren-Werke. „Nicht nur Kirchen und historische Altstädte prägen unsere baukulturelle Identität“, so Professor Georg Skalecki, Bremens Landeskonservator.

Er richtete den Blick über Bremens Grenzen hinaus. Mittlerweile machten sich Jahr für Jahr etwa vier Millionen Besucher auf, um etwas über ihre Denkmäler und die eigene Geschichte, die sich darin abbilde und widerspiegele, zu erfahren. Das gestiegene Interesse freut den Denkmalpfleger. Konträr sei aber die Entwicklung der Landesdenkmalämter. Personal werde abgebaut und Haushalte würden gekürzt, kritisierte der Landeskonservator.

Zurück in die Denkmäler. „Handwerk, Technik, Industrie“ – ein Motto, das gestern auch in etlichen Kirchen ein Thema war. In der Hemelinger Kirche an der Westerholzstraße etwa gibt es viel hölzernes Inventar – darunter eine bemalte Holzdecke, Emporen, Gestühl, Kanzel und ein Schnitzaltar mit Bildern.

In der Kirche Alt-Hastedt (Bennigsenstraße) standen Orgelkonstruktion und Glasmalerei im Fokus. In der St.-Johannes-Kirche in Arsten, einem Backsteinbau aus dem 13. Jahrhundert, wurden Rundgänge über die Baustelle angeboten – mit Erläuterungen zu den Sanierungs- und Restaurierungsarbeiten.

In der Liebfrauenkirche in der Innenstadt war man auf internationales Publikum vorbereitet. Informationen zu der Kirche lagen dort unter anderem in japanischer, schwedischer und estnischer Sprache aus.

Nebenan im Rathaus beantworteten die Mitarbeiter derweil die Fragen der vielen Besucher. Ob man denn auch den Arbeitsplatz des Bürgermeisters besichtigen könne, wollte einer wissen. Nein, das konnte man nicht. Das Bürgermeisterbüro war zu. Dafür aber war es möglich, einen Blick in den Senatssaal zu werfen, in dem Bremens Regierung jeden Dienstag zusammenkommt.

Einer aber hatte im Rathaus etwas zu tun, das nichts mit dem „Tag des offenen Denkmals“ zu tun hatte. Ratskellermeister Karl-Josef Krötz beschäftigte sich mit Weinen, die im nächsten Jahr die Eiswette und die Schaffermahlzeit infrage kommen könnten.

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