Ein Schlüssel für die Zukunft

Bremen setzt auf Künstliche Intelligenz

Ein Roboter scannt die Hinweisschilder am Regal. Professor Michael Beetz schaut zu.
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KI für den Einzelhandel: Der Roboter „Donbot“ scannt die Hinweisschilder am Regal. Ziel ist es, ein digitales Abbild eines Supermarktes zu schaffen. Mit im Bild: Professor Michael Beetz, Direktor des Instituts für Künstliche Intelligenz der Universität Bremen.

Bremen will sich als attraktiver Standort für Künstliche Intelligenz profilieren. Als Schlüsselprojekt der Strategie gilt der Aufbau eines KI-Transferzentrums.

Bremen – Künstliche Intelligenz sei das drittgrößte Wirtschaftscluster in Bremen, sagt Wirtschaftssenatorin Kristina Vogt (Linke). „Das ist ein Pfund, mit dem wir wuchern können“, ergänzt Wissenschaftsenatorin Claudia Schilling (SPD). Und das soll jetzt auch passieren.

Das Land Bremen hat eine KI-Strategie beschlossen und will ein KI-Transferzentrum aufbauen. „Wir wollen die Sichtbarkeit Bremens als wichtiger und attraktiver KI-Standort erhöhen“, sagte Vogt am Donnerstag bei der Vorstellung der geplanten Aktivitäten. Ziel sei es, im Zwei-Städte-Staat ein hochattraktives Innovations-Ökosystem aufzubauen, in dem Ideen und Geschäftsmodelle für die digitalisierte Industrie entworfen werden. Außerdem solle der Wissenstransfer mit der Industrie weiter vernetzt werden, um die innovative Branche weiterzuentwickeln sowie die Akzeptanz von Künstlicher Intelligenz in der Gesellschaft zu erhöhen.

Schlüsselprojekt der Bremer KI-Strategie ist das Transferzentrum. Es hat die Arbeit bereits Anfang dieses Jahres im Technologie-Zentrum Informatik und Informationstechnik (TZI) an der Universität aufgenommen. In den nächsten eineinhalb Jahren sollen eine virtuelle Plattform sowie eine real existierende Anlaufstelle entstehen – im „Digital Hub Industry“. Dieser „Zukunftsstandort“ soll in den siebengeschossigen Neubau „Neos“ im Technologiepark ziehen. Grundsteinlegung war im September 2020. Bis 2022 soll das Gebäude mit rund 12 000 Quadratmetern Tagungs-, Büro- und Forschungsfläche fertiggestellt sein. „Dann ist das Kompetenzzentrum auch physisch da“, sagte Vogt. Zweiter Standort des Transferzentrums ist die Hochschule Bremerhaven.

„Digital Hub Industry“ zieht ins „Neos“

KI sei die „Schlüsseltechnologie für unsere Zukunft“, ergänzte Schilling. Standortvorteile in der Robotik (DFKI) und in digitaler Medizin (Fraunhofer-Zentrum) sollen abgesichert und nachhaltig gestärkt werden. Das sei eine „wichtige Aufgabe der Landespolitik“. Aus dem Bremen-Fonds fließen mehr als drei Millionen Euro in die KI-Strategie, aus dem Wirtschaftsressort 900 000 Euro.

„Forschung und wirtschaftliche Innovationen liegen nirgendwo so nah beieinander wie im Bereich Künstliche Intelligenz und Robotik, der in Bremen sehr stark ist“, sagte Professor Michael Beetz, Direktor des Instituts für Künstliche Intelligenz an der Universität Bremen. Ein Beispiel dafür sei die Kooperation von Unternehmen und Forschungsinstituten im Projekt „Knowledge4Retail“. Darin werde erforscht, wie KI im Einzelhandel einsetzbar ist. Unter anderem seien digitale Zwillinge von Supermärkten und Filialen entwickelt worden. Ziel sei es, ein Modell zu errechnen, das selbstständig Fragen beantworten kann.

Drei Millionen Euro aus dem Bremen-Fonds

„Mit dem Digital Hub Industry und dem KI-Transfer-Zentrum haben wir eine wichtige Brücke zwischen Forschung und Praxis schlagen können“, sagte Christoph Ranze, Geschäftsführer des Bremer Softwareunternehmens Encoway. Er hat das Unternehmen vor 20 Jahren aus einem Uniprojekt heraus gegründet und beschäftigt heute 250 Mitarbeiter. Encoway, mittlerweile eine Tochter der Hamelner Lenze-Gruppe, will im „Digital Hub Industry“ seine Firmenzentrale ansiedeln.

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