„Ein neues Stück Miteinander“

Stiftung Friedehorst und Martinshof arbeiten auf gemeinsamer Fläche

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Stefan (Mitte) baut ausgediente Schaltkästen auseinander. Ganz nebenbei erklärt er Betriebsstättenleiter Hubert Schacht (von links), Pastor Michael Schmidt und Holger Clausen, stellvertretender Geschäftsführer der Werkstatt Bremen, seine Tätigkeit.

Bremen - „Zwei starke Partner“ wachsen weiter zusammen: Der Martinshof und die Stiftung Friedehorst haben jetzt eine neue Betriebsstätte auf dem Stiftungscampus in Lesum offiziell eröffnet. Das sanierte Gebäude mit rund 550 Quadratmetern bietet 36 zusätzliche Arbeitsplätze für Menschen mit Behinderung und ermöglicht in Zukunft ein „noch besseres und breiteres Angebot“, hieß es bei der Einweihung.

Die Wände strahlen weiß, der Fußboden ist nagelneu. An mehreren großen, runden Tischen sitzen mehrere Menschen mit Behinderung, fertigen, packen, zählen ab.

Wo bis vor wenigen Monaten noch Metallarbeiten ausgeführt wurden und eine orthopädische Abteilung untergebracht war, finden nun bis zu 36 Menschen einen Arbeitsplatz, erklärt Holger Clausen, stellvertretender Geschäftsführer der Werkstatt Bremen des Martinshofs. Der komplette Boden wurde herausgerissen, neues Industrielinoleum verlegt, zwei Monate Arbeit steckten Handwerker in den Umbau. Geht es nach Friedehorst-Vorsteher Pastor Michael Schmidt, der zur Eröffnung standesgemäß Salz und Brot überreicht, entsteht für „zwei starke Partner“ durch den Trakt ein „neues Stück Miteinander“.

„Sie leisten tolle Arbeit, und die Öffentlichkeit darf das ruhig erfahren“, sagt Schmidt. Arbeiten, die vorher an den Außenstellen des Martinshofs an der Kerschensteiner Straße gemacht wurden, wurden im neuen Areal zusammengefasst.

Normalität und Alltag

In vier neu gestalteten Bereichen werkeln die Menschen, auch einen neuen Sozialtrakt gibt es. Im vorderen Bereich des Gebäudes werden ausgediente Schaltkästen auseinandergebaut, einen Tisch weiter verpacken Menschen Herdplattenschaber der Firma „Poliboy“.

In einem hinteren Bereich des 550 Quadratmeter großen Hauses folgt neben der Fertigung von Metallarbeiten auch die Montage von Mustertreppen aus Holz und Metall, die später in Baumärkten ausgestellt werden. Zudem verpacken Mitarbeiter Kleinteile für das Unternehmen „Thyssen Krupp Engineering“.

Für Schmidt ist die neue Arbeitsstätte auf dem Gelände der 1947 gegründeten Friedehorst-Stiftung auch ein Signal. Man wolle „Teil des Quartiers sein und kein Sondergelände“, betont er. Gerade weil hier „Normalität und Alltag“ entstehe, gelinge dies umso mehr.

Die Werkstatt Bremen des Martinshofs gilt als eine der größten und ältesten Werkstätten für behinderte Menschen in Deutschland. Aktuell sind nach eigenen Angaben etwa 2.200 Menschen an 37 Standorten beschäftigt. Die Stiftung Friedehorst als Anbieter sozial-diakonischer Dienstleistungen betreut mit ihrem Angebot jährlich 2.000 Menschen, rund 1.400 davon sind in einem ständigen Arbeitsverhältnis. 

ko

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