Trauerfeier für Moritz Thape im Rathaus

„Ein Mensch voller Herzenswärme“

Trauerfeier für den früheren Senator Moritz Thape im Bremer Rathaus. Foto: SENATSPRESSESTELLE

Bremen – In einer Trauerfeier in der Oberen Rathaushalle haben am Mittwoch zahlreiche Menschen Abschied von Moritz Thape genommen. Thape war am 8. November im Alter von 99 Jahren gestorben.

Thape war von 1965 bis 1975 Senator für Bildung, Wissenschaft und Kunst, von 1975 bis 1979 Senator für Bildung und von 1979 bis 1985 Senator für Finanzen und gleichzeitig Bürgermeister. Bürgermeister Andreas Bovenschulte (SPD) würdigte den Sozialdemokraten als „herausragende Persönlichkeit“, die viel für das Land geleistet und als Bildungs- und Wissenschaftssenator seine Überzeugungen genauso konsequent vertreten habe wie anschließend als Finanzsenator. Thape habe Spuren hinterlassen. „Moritz Thape war prinzipientreu, verlässlich und immer fair. Und man muss ganz klar sagen: Diese Eigenschaften waren die Grundlagen für seine politischen Erfolge, und sie gelten in der Politik auch heute noch als vorbildlich“, so Bovenschulte. An erster Stelle seiner Erfolge stehe natürlich die Universität Bremen. Die hätte es ohne den Senator Thape nie gegeben. Heute seien Lehre und Forschung dort hochgelobt. Der als eher bescheiden geltende Moritz Thape habe es als besonders empfunden, zum Ehrenbürger der Universität ernannt zu werden.

Auch die Gründung der – allerdings nicht unumstrittenen – Gesamtschulen als „Schule für alle Kinder“ als Ergänzung und Gegenstück zu den Gymnasien fiel in die Ära Thape, ebenso das Deutsche Schifffahrtsmuseum.

Thape werde auch als Sozialdemokrat in Erinnerung bleiben. Schon sein Vater Ernst Thape war SPD-Mitglied, was ihn fast das Leben gekostet hätte, erzählte Bovenschulte. Sechs Jahre verbrachte Ernst Thape im Konzentrationslager Buchenwald, ehe er im April 1945 von der Roten Armee befreit wurde. Auch Moritz Thape hatte unter Repressalien zu leiden. Weil er gegen die Besetzung von Dänemark und Norwegen protestiert hatte, wurde er von der Gestapo verhaftet und von der Ingenieursschule verwiesen. Nach dem Krieg lebte Thape zunächst in Magdeburg, dann in Halle, er schrieb als Redakteur für das „Neue Deutschland“. 1948 flohen sein Vater und er in den Westen. 1955 wurde Thape Chefredakteur bei der „Bremer Bürgerzeitung“. 1959 wurde der SPD-Mann in die Bremische Bürgerschaft gewählt. Bürgerschaftspräsident Frank Imhoff bezeichnete Thape als „Fels in der Brandung, als streitbarer und standfester Bremer“. Der frühere Senator Horst von Hassel (SPD) sagte: „Moritz, Du warst ein Großer, obwohl Du nie ein Großer sein wolltest. Du warst ein Mensch voller Herzenswärme.“  gn

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