„Ein innovatives Paket“

Im Stiftungsdorf Ellener Feld sind 500 Wohnungen und ein Hindu-Tempel geplant

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Im Stiftungsdorf Ellener Feld sollen auf einem 100 Hektar großen Areal unter anderem 500 Wohneinheiten entstehen. Das Grundstück bleibt im Besitz der Bremer Heimstiftung. 

Bremen - Von Jörg Esser. Und weiter geht’s. Bremen plant ein weites Baugebiet – das Stiftungsdorf Ellener Feld. 100 Hektar groß. 500 Wohneinheiten sollen auf dem Gelände der Bremer Heimstiftung in elf Baufeldern entstehen, darunter 100 Sozialwohnungen. Geplant wird eine Siedlung für alle Generationen, ein vernetztes und urbanes Dorf als neuer Baustein in der Stadtlandschaft von Osterholz. „Es wird ein rundum innovatives Paket geschnürt“, sagt Senatsbaudirektorin Professor Iris Reuther.

Das Areal hat die Heimstiftung geerbt – vor zwei Jahren vom Verein „Ellener Hof“, der sich damals aufgelöst hat und in der Bremer Heimstiftung aufgegangen ist. „Macht was draus“ – so lautete der Auftrag der Erblasser, sagt Alexander Künzel, Vorstandsvorsitzender der Bremer Heimstiftung.

Ein Werkstattverfahren wurde in die Wege geleitet. Die Ergebnisse sind in einen Bebauungsplan eingeflossen, der von der Baudeputation zur Auslegung freigegeben worden ist. Bis zum 16. März zeigt eine Ausstellung im Foyer des Siemens-Hochhauses an der Contrescarpe die Planungen für das „komplett neue Quartier“, sagt Bau-Staatsrat Jens Deutschendorf.

Die Senatsbaudirektorin klingt euphorisch. Der städtebauliche Entwurf sei hochgradig gelungen und der Fokus auf den Holzbau sehr innovativ. „Das ist ein Vorzeigeprojekt für unsere Stadt.“ Eines, das auf Vielfalt setzt, auf unterschiedliche Wohnungsbautypen vom Reihenhaus bis zum fünfstöckigen Mehrfamilienhaus und verschiedene Nutzer. Die Planer setzen damit einen „politisch gewollten Gegenpol“ zur vorwiegend eintönigen Bebauung der Überseestadt.

Ein Studentenwohnheim soll in das urbane Dorf in Osterholz integriert werden. 

Das 100 000 Quadratmeter große Grundstück bleibt im Besitz der Heimstiftung, die für die einzelnen Baugrundstücke langfristige Erbbaurechte an Bremer Bauunternehmen, soziale und private Träger vergibt. Auf dem bislang weitgehend brachliegenden Areal soll ein „urbanes, buntes und sozial-ökologisches Dorf“ rund um die vorhandenen Gebäude (Pflegeschule, Seniorenwohnheim) wachsen. Wohnungen für Studenten und für ältere Menschen sind geplant. Ein Baufeld, das an den Osterholzer Friedhof grenzt, hat die Hindu-Gemeinde erworben, die hier einen Tempel und eine Begegnungsstätte errichtet. 

„Vielfalt ist der Schlüssel zum Erfolg“, sagt Künzel. Mit zwei Kindertagesstätten, einer Pflegeschule der Bremer Heimstiftung, diversen Dienstleistern, Arztpraxen, einem von der Stiftung Maripondo und Menschen mit Beeinträchtigungen bewirtschafteten Café und Kiosk entstehen „zahlreiche Angebote für Leben und Kommunikation im Quartier“, heißt es. Der Großteil des vorhandenen Baumbestands soll erhalten werden. Der nachhaltige Ansatz basiert darauf, nur recycelbare Materialien und hier vorwiegend Holz als Baustoff zu verwenden. Alle Häuser werden energieeffizient gebaut.

Das Gelände soll über eine bogenförmige Achse mit Zufahrt über die Ludwig-Roselius-Allee erschlossen werden. Ansonsten werden eine autoreduzierte Mobilität und eine fahrradfreundliche Infrastruktur angestrebt. Weitere Projektbausteine sind eine Quartiersgarage und ein Mobilitätskonzept mit Lastenfahrrädern.

Mit Abrissarbeiten auf dem Areal soll im Mai begonnen werden, dann folgen Erschließungsmaßnahmen. Im Sommer soll der Baustart auf den ersten Baufeldern erfolgen. Zunächst entstehen zwei Gebäude der Heimstiftung als „Entree“ des neuen Areals an der Ludwig-Roselius-Allee.

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