Vierte Corona-Welle wirft Kaufleute zurück

„Herber Rückschlag für Bremer Wirtschaft“

Die Bremer Obernstraße mit Straßenbahn und dem Dom im Hintergrund.
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Corona bremst die Wirtschaft: Die Einzelhändler in der Bremer Innenstadt mussten im Laufe des Jahres immer wieder Rückschläge einstecken. Und die Pandemie hat sich jetzt mit Omikron wuchtig zurückgemeldet. Ein Aufschwung ist nicht in Sicht.

Der konjunkturelle Aufschwung ist in Bremen deutlich langsamer verlaufen als erhofft. Gründe sind neben der Pandemie auch Materialengpässe und hohe Energiepreise. 

Bremen – Corona belastet die bremische Wirtschaft. Und ein Ende der Pandemie ist nicht in Sicht. Mit der Omikron-Variante schwappt die vierte Welle übers Land. Doch Stillstand ist aus Sicht der Handelskammer keine Lösung. „Die Weichen für neues Wachstum müssen 2022 gestellt werden“, sagte Präses Janina Marahrens-Hashagen in der virtuellen Jahresabschluss-Pressekonferenz.

Der konjunkturelle Aufschwung jedenfalls ist weit schwächer ausgefallen als zu Jahresbeginn erhofft. „Die bremische Wirtschaft ist noch längst nicht zur vollen Leistungsfähigkeit zurückgekehrt“, sagte Handelskammer-Hauptgeschäftführer Dr. Matthias Fonger. Der Industrieumsatz sei in den ersten drei Quartalen des Jahres um 1,8 Prozent gesunken, die Umsätze im Fahrzeugbau (Automobilindustrie, Luftfahrt) sogar um 10,5 Prozent. Und schließlich haben Lieferengpässe sowie steigende Rohstoff- und Energiekosten die wegen weitgehender Lockerungen pandemiebedingter Einschränkungen im späten Frühjahr und Sommer aufkommende wirtschaftliche Dynamik in den Märkten frühzeitig ausgebremst. Hinzu seien für viele Unternehmen Probleme gekommen, zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen, um das Geschäft wieder hochzufahren. „Und jetzt hat sich die Pandemie mit Wucht zurückgemeldet“, so Fonger. Und für einen herben Rückschlag vor allem in besonders betroffenen Branchen wie der Gastronomie und Hotellerie, der Tourismus- und Veranstaltungswirtschaft sowie in Teilen des Einzelhandels gesorgt. So weit, so schlecht.

Aus Sicht der Kaufleute ist die Politik gefordert. Die rot-grün-rote Landesregierung müsse mit einer wirtschaftsstärkenden Politik und bei der Gestaltung der öffentlichen Ausgaben die richtigen Prioritäten setzen und durch Corona verzögerte Herausforderungen 2022 ins Laufen bringen, sagte die Präses.

Kaufleute fordern öffentliche Investitionen

Und da hapert es aus Sicht der Kammer. Das Land Bremen komme bei wichtigen Themen wie der Digitalisierung der Verwaltung, dem Abbau überbordender bürokratischer Prozesse und der Innenstadtentwicklung inklusive City-Campus und Machbarkeitsstudie für die Straßenbahnverlegung von der Obern- in die Martinistraße nicht ins Handeln. „Die Ressorts reiben sich um generelle Fragen, was im Endeffekt zum Stillstand führt“, so Marahrens-Hashagen. Sie fordert in diesem Zusammenhang erneut, den Bürgermeister mit einer Richtlinienkompetenz auszustatten. Der müsse durchgreifen und entscheiden dürfen. „Anders kommen wir aus den momentanen Reibereien und Blockaden nicht heraus.“

Fonger ergänzte: „Gute Standortbedingungen sind die Grundlage für nachhaltiges Wirtschaftswachstum und damit auch für eine positive Einnahmeentwicklung der öffentlichen Haushalte.“ Der von der Bremischen Bürgerschaft beschlossene Doppelhaushalt 2022/23 setze zu wenig auf Wachstumsimpulse. „Die Investitionen in Infrastruktur, Bildung und Forschung fallen in der aktuellen Haushaltsplanung zu gering aus“, sagte der Kammer-Hauptgeschäftsführer. Ein weiteres Zukunftsthema sei der Klimaschutz.

„Ein gewisser Optimismus bleibt“

Die Präses sagte: „Auch wenn Klimaschutz viel Geld kostet, nicht zu handeln, wäre langfristig volkswirtschaftlich viel teurer.“ Fonger ergänzte: „Mit der Klimawende, dem Fachkräftemangel und der momentan hohen Inflationsrate haben wir große und relevante Themen auf der Agenda.“ Wichtig sei es, die Innovationskraft der Wirtschaft zu nutzen, um den notwendigen Klimaschutz mit der Schaffung neuer Arbeitsplätze zu verbinden.

Eine Prognose für die wirtschaftliche Entwicklung 2022 zu treffen, ist aus Sicht der Handelskammer aktuell mit besonders vielen Unsicherheiten behaftet. Der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHT) rechnet bundesweit mit einem Wachstum von 3,6 Prozent für 2022. Fonger: „Ein gewisser Optimismus bleibt.“

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