„Stadtstrecke“ am linken Weserufer

Jens Tittmann: „Ein Generationenbauwerk“

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Die Tage der (insgesamt mehr als 120) Platanen am linken Weserufer sind gezählt – in naher Zukunft müssen sie dem neuen Hochwasserschutzdeich weichen. 

Bremen - Von Jörg Esser. Noch ist alles Theorie. Noch werden Ideen gesammelt. Und jetzt ist die erste Runde im Landschaftsarchitektenwettbewerb zur Neugestaltung der „Stadtstrecke“ am Deich links der Weser über die Bühne gegangen. Ohne endgültiges Ergebnis. Zwei Entwürfe sind noch im Rennen.

Es geht um ein „Generationenbauwerk“, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bau- und Umweltressorts. Geplant werden eine neue Hochwasserschutzwand und das ganze „Umzu“ auf dem linken Weserufer, auf der 1,8 Kilometerlangen Stadtstrecke von der Eisenbahnbrücke Bremen-Oldenburg bis zur Piepe. Es sollen eine neue Deichanlage und eine neue Ufergestaltung für kommende Jahrzehnte und Generationen entstehen. Realistisch sei ein Baubeginn im Jahr 2021, sagt Rainer Suckau, Geschäftsführer des Deichverbands am linken Weserufer. Als Bauzeit veranschlagt er für drei Teilabschnitte jeweils zwei bis drei Jahre. Und dann schreibt die Geschichte schon das Jahr 2030.

Zurück in die Gegenwart: Ziel des Wettbewerbs sei es, „Vorschläge für eine Neugestaltung der Stadtstrecke als Hochwasserschutzanlage und Stadtraum zu erhalten, die den Anforderungen an den Hochwasserschutz gerecht wird und gleichzeitig städtebauliche und freiraumplanerische Belange berücksichtigt“, sagt Umwelt-Staatsrätin Gabriele Friderich. Im Fokus sollen Identitäten, die Entwicklung von Nutzungsqualitäten für den öffentlichen Raum und ein gestalterisches Leitbild stehen, ergänzt Senatsbaudirektorin Prof. Dr. Iris Reuther.

Entscheidung in einigen Wochen

Nun gut. Zwei Wettbewerbsbeiträge von Berliner Landschaftsarchitekten haben die Vorgaben zumindest so gut umgesetzt, dass sie weiter im Rennen bleiben. Beide müssen nachbessern. Und in einigen Wochen wird die Jury dann entscheiden, welche Planungen weiterverfolgt werden. Für Wettbewerb und Planung hat Bremen bis zum Jahr 2018 rund 550.000 Euro zur Verfügung, heißt es. Der Großteil stammt aus Bundesmitteln.

Die Planer setzen auf Terrassen, auf zusätzliche Bewegungsflächen. Und auf viel Grün. Apropos Grün: Fest steht, dass fast alle der mehr als 120 Platanen am Weserufer der neuen Hochwasserschutzwand weichen müssen. Folgt man den Ausführungen aus dem Umweltressort, dann sind die meisten Bäume ohnehin krank. Und die anderen würden die Eingriffe in ihren Lebensraum nicht überleben.

Der Deich muss übrigens nur zehn bis 30 Zentimeter, lediglich an wenigen Stellen um bis zu 90 Zentimeter erhöht werden, sagt Suckau. Es geht vor allem um die „Erhöhung der Standsicherheit“. Für die Hochwasserschutzwand wird derzeit mit Baukosten von 22 bis 23 Millionen Euro kalkuliert. Für die Freiraumgestaltung stehen noch einmal neun Millionen Euro zur Verfügung. Kostenträger seien Bund und Land, heißt es weiter.

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