Shakespeare-Company: „Teilneubau“ in der Schlussphase / Eröffnung am 1. März

„Ein ganz anderer Auftritt“

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Neue Perspektiven: Blick von oben auf die Bühne und den Zuschauerraum. ·

Bremen - Von Thomas Kuzaj„Die Bühne ist fertig“, sagt Peter Lüchinger, Schauspieler bei der Bremer Shakespeare-Company. „Wunderschön geschliffen!“ Und natürlich abgedeckt, denn es wird ja noch gearbeitet im Theater am Leibnizplatz. Aber nicht mehr lange, dann muss der – wie es im Behördendeutsch heißt – „Theaterteilneubau“ fertig sein.

Seit November 2011 wird in der Neustadt saniert, verschönert, ausgebaut. Die Company bekommt einen Bühnenturm samt Technik. Garderoben, Kostümfundus, Sanitärräume – alles neu. 23 Jahre lang hatte die Truppe am Leibnizplatz in einer umgebauten Schulaula gespielt. Und nun? „Ein richtiges Theater. Es ist jetzt keine Schulaula mehr“, sagt Renate Heitmann, die Geschäftsführerin der Shakespeare-Company. Ein richtiges Theater mit „hochkomplexer Elektronik in der Bühnentechnik“.

Neue Technik – neue Möglichkeiten? Die Frage ist kaum ausgesprochen, da ruft Heitmann auch schon: „Ja!“ Denn: „Für die Spieler ist es ein ganz neuer Auftritt, eine ganz neue Wirkung.“ Ein Beispiel: „Wenn ich in die Höhe gehen kann, kann ich eine ganz andere Kraft entwickeln.“ Durch den Umbau gebe es „neue Perspektiven, neue Handlungs- und Wirkungsmöglichkeiten.“

Am Freitag, 1. März, sollen all die neuen Möglichkeiten zur Illusionserzeugung zur Wirklichkeit werden. Dann öffnet die Company ihre Spielstätte wieder, und zwar mit einem echten Bösewicht – mit „Richard III.“ nämlich. Heitmann: „Ein Stück, das wir noch nie gespielt haben. Wir haben immer auf den richtigen Moment für diesen bösen König gewartet.“

Eine Company-Tradition ist die des Mit- und Selbermachens. Und so schlüpfte das „Richard-III.“-Ensemble gestern in ganz neue Rollen. In Rollen mit Eimer, Pinsel und – Farbrolle. Die Schauspieler malten die Wände der Künstlergarderoben an. Weiß war hier die Farbe der Wahl. „Wir haben alle schon mal gemalt“, beruhigten die Schauspieler die kritischen Zuschauer von der Presse.

Dass das Ensemble einen Teil der Arbeiten selbst ausführt, hatte die Company ohnehin versprochen – unter anderem der Gesellschaft Immobilien Bremen. Die Anstalt öffentlichen Rechts ist Eigentümerin des Theaterbaus, dessen „Teilneubau“ etwa vier Millionen Euro kostet. Weitere 200 000 Euro an Spenden hat die Company gesammelt. Eröffnet werden sollte ursprünglich mal Mitte Dezember, dann im Februar, nun also am 1. März.

Verzögerungen ergaben sich durch Überraschungen, die ja ohnehin zum Wesen des Theaters gehören – aber offenbar auch zum Wesen von Baustellen. Mal wurden alte Fundamente und Öltanks freigelegt, mal statische Probleme festgestellt – etwa wegen des unerwartet morastigen Untergrunds. Denn wo Teile des Theaters stehen, floss früher der Neustädter Festungsgraben „Piepe“. Da musste „die Gründung erheblich intensiver ausgeführt“ werden, sagt Immobilien-Bremen-Sprecher Peter Schulz.

Aber nun soll es wirklich beim Eröffnungstermin 1. März bleiben, hieß es gestern – komme da noch, was wolle. Heitmann: „Ich bin mir sicher, dass meine Kollegen das Stück auch bei Kerzenschein spielen können.“ Kerzenschein statt hochkomplexer Technik? Nun, die Bühne ist ja fertig.

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