„Ein dynamischer Prozess“

Planer legen Generalüberblick über Baustellen vor

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Dauerbaustelle an der Einmündung Martinistraße/Wilhelm-Kaisen-Brücke: Der Logistikkonzern Kühne & Nagel baut ein neues Verwaltungsgebäude. Das dauert mindestens bis Mitte 2019. Auch vor dem Erweiterungsbau des Atlantic-Hotels stehen voraussichtlich noch einige Zeit Baukräne.

Bremen - Von Jörg Esser. Es ist ein Puzzle. Besser gesagt: Es sind viele anspruchsvolle Puzzle, die zusammengefügt werden müssen. 3-D-Puzzle mit vielen Unbekannten. Wenn die Teile nicht passen, dann merken es die Bremer. Und die Niedersachsen, die in Bremen arbeiten. Es geht um Baustellen auf Straßen und Autobahnen. Der Chefstratege aus dem Bauressort, Gunnar Polzin, und Martin Stellmann, Leiter des Amts für Straßen und Verkehr, haben am Montag einen Generalüberblick serviert. Mit vielen Details, aber ohne Gewähr.

Rund 200 neue Baustellen kommen auch in diesem Jahr hinzu. An weiteren 200 wird weiter gebastelt. „Das ist ein dynamischer Prozess“, sagt Polzin. Mal flattert kurzfristig eine neue Anmeldung auf den Tisch, mal wird ein Projekt auf die Wartebank geschoben. Und wenn dann noch irgendetwas Unvorhersehbares passiert, dann werden viele Pläne zur Makulatur. „Es ist nichts in Stein gemeißelt“, sagt Jens Tittmann, Sprecher des Bauressorts.

Es gibt zumindest einige bekannte Dauerbaustellen. An der Martinistraße und an der Tiefer wird die Verkehrsführung durch den Erweiterungsbau des Atlantic-Hotels und den Kühne-&-Nagel-Neubau beeinflusst, am Hauptbahnhof wächst in einer riesigen Baugruppe das „City-Gate“. Bis Ende des Jahres wird sich daran nichts ändern. Und die Kanalbauer von Hansewasser sind planmäßig bis Februar 2019 in der Findorffstraße beschäftigt.

Neue Großbaustellen 

Neue Großbaustellen sind zudem in Sicht. Mit Beginn der Osterferien (19. März) rücken Bautrupps in der Bismarckstraße und an der Dobben-Kreuzung an. Querungshilfen werden gebaut, ein Blindenleitsystem installiert. Geplante Dauer: sechs Wochen, Teilsperrungen sind notwendig. Von Mitte März bis Ende Juli wird auch die Rembertistraße zur Fahrradstraße umgebaut. Im Juli sollen dann Gleisbauarbeiten in der Falkenstraße beginnen. Dauer: bis Anfang September. Die Bremer Straßenbahn will zudem neue Gleise auf der Sebaldsbrücker Heerstraße verlegen – in den Sommerferien. Das ASV plant laut Stellmann nebenan Sanierungsarbeiten im Hemelinger Tunnel mit siebenstelligem Kostenvolumen. Gebaut werden soll, bevor oder nachdem die Gleisbauer ihren Job erledigen.

Zurück in die Innenstadt: Der Abriss der Ruine von „Harms am Wall“ wird womöglich bald beginnen. „Dass etwas passiert, ist sehr sicher“, sagt Polzin. Es liegen diverse Anträge zur Abstimmung vor. An den Details wird gefeilt. Auch an einer möglichen Einbahnstraßenregelung. „Das wird kompliziert“, heißt es. Eben wieder ein Puzzle.

Die Gewoba will sich am Breitenweg vergrößern. Der Baustart wird für Sommer anvisiert. Und dann beginnt vielleicht auch der Umbau der Discomeile, für den anderthalb Jahre veranschlagt werden.

Marode Stephanibrücke weiterhin in der Warteschleife

Und auf den Autobahnen jagt, phantasielos formuliert, eine Baustelle die nächste. Viele kleine Häppchen soll es geben, Asphaltierungsarbeiten, Mäharbeiten, Plankenaustausch, Entwässerungsarbeiten, Bankettschälarbeiten. Vor allem die A1 sei ab Mai „sehr voll mit Baustellen und Baumaßnahmen“, sagen die Planer. Allerdings: Die zunächst ab August geplante Instandsetzung der Weserbrücke bei Arsten wird in diesem Jahr noch nicht beginnen, sagt Stellmann.

Auch die Ertüchtigung der in die überregionalen Schlagzeilen gekommenen maroden Stephanibrücke hängt in der Warteschleife. Stellmann: „Da passiert auch 2019 nichts.“ Es werde zunächst gerechnet und kalkuliert. Schließlich geht es um viel Geld. Und um viel Stahl. Um 500 Tonnen, die in die Brücke eingebaut werden müssen, um deren Restlaufzeit um bis zu 20 Jahre zu verlängern.

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