Vier Doppel-CDs mit Booklets

Ein Bremer schüttet das Krautrock-Füllhorn aus

Die Geschichte des Krautrocks auf vier Doppel-CDs – zusammengestellt von Burghard Rausch.
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Die Geschichte des Krautrocks auf vier Doppel-CDs – zusammengestellt von Burghard Rausch.

Bremen – Ein Füllhorn, ein klingendes Nachschlagewerk, eine Entdeckungsreise. All das und einiges mehr sind sie, die vier Doppel-CDs mit dem schönen Titel „Kraut!“, deren Thema nichts Kulinarisches ist, sondern etwas Musikalisches. Krautrock eben.

Die deutsche Spielart des Progressive Rock, die sich ab Ende der 60er Jahre entwickelt hatte, wurde anfangs eher abschätzig „Krautrock“ genannt – das böse Wort kam aus England. Heute ist es ein Gattungs- und Qualitätsbegriff, der Krautrock der 60er und 70er hat glühende Verehrer in Deutschland, in England, in Japan. Und so weiter, und so fort.

Der Bremer Rundfunkmoderator, Musikexperte und Schlagzeuger Burghard Rausch ist nun für etwas verantwortlich, das noch gefehlt hatte in der Krautrock-Welt – ein kenntnisreich zusammengestelltes, enzyklopädisch anmutendes Standardwerk über die Kraut-Epoche nämlich. Und genau das sind die vier Doppel-CDs, die beim Label „Bear Family“ im niedersächsischen Holste erschienen sind.

Die ganze Fülle des Krautrocks

Wer eintauchen möchte in die Welt des Krautrock – bitte sehr, nun gibt es kein Halten mehr. Von „Ash Ra Tempel“ bis „Birth Control“, von „Tangerine Dream“ bis „Embryo“, von „Kraan“ bis „Guru Guru“ ist alles dabei, was für die CD-Ausgabe lizenziert werden konnte – der Umgang mit Musikrechten kann eine sehr komplizierte Angelegenheit sein, noch viel komplizierter als so manch ein improvisiertes Krautrock-Solo.

Rausch hat die nach geographischen Gesichtspunkten geordneten Doppel-CDs (Norden, Mitte, Süden und Berlin) mit jeweils etwa 100-seitigen Booklets versehen, in denen nun wirklich alles über Bands, Musiker und Musikstücke zu finden ist, was der Krautrock-Fan wissen muss. Und oft sogar noch ein bisschen mehr!

Rausch schreibt für Krautrock-Liebhaber

Da hat ein Liebhaber für Liebhaber geschrieben, das ist durchweg zu spüren. Ein Liebhaber übrigens, der selbst aus der Krautrock-Szene stammt – Rausch spielte und spielt bei „Agitation Free“ (Debüt: „Malesch“, 1972).

Mit den vier „Kraut!“-Doppel-CDs setzt „Bear Family“ seine Dokumentation populärer Musik aus Deutschland fort. Die Alben decken die Jahre 1968 bis 1979 ab – und zeigen ganz en passant in (wenn man das angesichts der Fülle so sagen darf) komprimierter Form die geradezu ausufernde stilistische Vielfalt jener Musik, die unter dem Begriff „Krautrock“ zusammengefasst wird. Ein berauschendes Erlebnis.

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