Die erste von drei Unterführungen in Oberneuland ist für den Verkehr freigegeben

„Ein Befreiungsschlag“

Die erste offizielle Fahrt durch die neue Bahnunterführung an der Franz-Schütte-Allee in Oberneuland wird von den Anwohnern mit der Kamera festgehalten. - Foto: Koller

Bremen - Die erste Etappe ist geschafft: Gestern ist die Bahnunterführung an der Franz-Schütte-Allee in Oberneuland offiziell freigegeben worden. Etwa 150 Gäste sahen, wie Bausenator Joachim Lohse (Grüne) kurz nach 11 Uhr das symbolische Band durchschnitt, nur wenige Minuten später rollten die ersten Autos durch den 24 Millionen Euro teuren Tunnel.

„Damit endet das Warten vor verschlossenen Bahnschranken“, begrüßte Brigitte Pieper, Leiterin des Amts für Straßen und Verkehr, die Gäste, die 37 Monate auf diesen Moment gewartet hatten. Eine lange Zeit, doch durch eine „eindrucksvolle Leistungsfähigkeit aller Baubeteiligten“ sei es gelungen, die 180 Meter lange Unterführung drei Monate vor dem geplanten Termin fertigzustellen, betonte Pieper. Applaus aus der Menge, denn besonders die direkten Anwohner mussten seit Baubeginn 2012 mit Lärm, Staus und hohen Abgaswerten leben.

Damit sei nun vorerst Schluss, machte auch Bausenator Joachim Lohse deutlich, der mit der Fertigstellung der ersten von insgesamt drei Unterführungen „nur Gewinner“ sieht. Alle seien erleichtert, zumal die Planungen bereits 1998 begonnen hatten und immer wieder unterbrochen wurden. Jetzt am Ziel zu sein, sei „hervorragend“. Bis zur gestrigen Fertigstellung glichen Straßenzüge an der Franz-Schütte-Allee und der Rockwinkeler Landstraße wahren Nadelöhren. Zu Stoßzeiten reihte sich Stoßstange an Stoßstange, an den Bahnübergängen ging zum Teil gar nichts mehr.

Da ebenfalls in wenigen Tagen, am 15. April, die zweite Unterführung an der Straße „Auf der Heide“ freigegeben werden soll, könne der Verkehr weiter entlastet werden. Danach folgt, so Lohse, der dritte Abschnitt an der Mühlenfeldstraße, der „allen etwas abverlangt“. Durch die besondere Enge vor Ort müssten Autofahrer und Anwohner rund zweieinhalb Jahre an der „schwierigen Baustelle“ mit Lärm und Staus rechnen. Ab August dieses Jahres sollen die Arbeiten beginnen. Voraussichtliche Freigabe: Anfang 2019.

Doch nicht nur für Autofahrer scheint die Freigabe ein wahrer Segen zu sein. Auch Dutzende von Radfahrern und Fußgängern machten sich sofort auf den frischgepflasterten Weg und machten sich selbst ein Bild vom Tunnel, der mit schlichten Lärmschutzziegeln verkleidet wurde. Für Oberneulands Ortsamtsleiter Jens Knudtsen ein „wahrer Befreiungsschlag“. Doch schwang bei Knudtsen trotz aller Euphorie auch etwas Skepsis mit. Es gelte abzuwarten, in welchem Ausmaß sich der Verkehr in Zukunft an bestimmten Punkten konzentrieren werde, dies sei aktuell noch nicht absehbar.

Für alle drei Unterführungen fallen Kosten in Höhe von rund 52 Millionen Euro an, die die Deutsche Bahn komplett trägt. Mit der zweispurigen Durchfahrt von der Franz-Schütte-Allee zur Rockwinkeler Landstraße, die eine Durchfahrtshöhe von 4,50 Meter hat, sei die Fahrt für alle Arten von Fahrzeugen möglich, hieß es.

Der Tunnel an der Straße „Auf der Heide“ weist hingegen nur eine Durchfahrtshöhe von 2,50 Meter auf, somit können hier nur Autos passieren. An der Mühlenfeldstraße sollen 3,80 Meter dafür sorgen, dass auch Busse die Unterführung nutzen können.

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