Geschäfte mit gestohlenen Autoteilen: 33-Jähriger steht erneut vor Gericht

Ein alter Bekannter

Wiedersehen auf der Anklagebank: Bereits 2019 wurde der 33-jährige Jordanier wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verurteilt. Jetzt steht er wieder vor Gericht. Neben ihm: Verteidiger Carsten Scheuchzer.
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Wiedersehen auf der Anklagebank: Bereits 2019 wurde der 33-jährige Jordanier wegen gewerbsmäßiger Hehlerei verurteilt. Jetzt steht er wieder vor Gericht. Neben ihm: Verteidiger Carsten Scheuchzer.

Bremen – Das Muster ist immer gleich, der Schaden geht in die Millionen: Immer wieder machen Diebesbanden mit gestohlenen Lenkrädern samt Airbags dicke Beute. Vor allem auf hochpreisige Modelle von BMW und Mercedes haben es die Täter abgesehen. Seit Mittwoch muss sich ein 33-Jähriger wegen gewerbsmäßiger Hehlerei vor dem Landgericht Bremen verantworten. Er soll die Teile verkauft haben – obwohl er genau gewusst habe, dass diese gestohlen waren. Für die Justiz ist der Mann kein Unbekannter.

Es ist noch nicht lange her, da beteuerte der Angeklagte, er werde sich um seine Familie kümmern und sich einen Job suchen. Sogar ein offener Vollzug sei möglich, hieß es im Dezember 2019, kurz nachdem das Landgericht den Mann zu drei Jahren und vier Monaten Haft verurteilt hatte. Die Vorwürfe damals: gewerbsmäßige Hehlerei in acht Fällen, zudem zweifacher Betrug.

Straftaten in der Zeit bis Haftantritt

Doch, so scheint es jetzt, nutzte der Mann die Zeit bis zu seinem Haftantritt, um genau da weiterzumachen, wo er vor seiner Festnahme aufgehört hatte. Zehn Straftaten werden ihm zur Last gelegt, darunter der Verkauf von gestohlenen Lenkrädern der Marken BMW und Mercedes.

Insbesondere zu Jahresbeginn 2020 – also nur wenige Monate nach dem ersten Urteil – soll der Mann laut Anklage versucht haben, Multifunktionslenkräder über Plattformen im Internet an ahnungslose Kunden zu verkaufen. Diesen habe er versichert, die Lenkräder würden ihm gehören, dabei habe der Mann sehr genau gewusst, das die Teile gestohlen waren. Mit den Verkäufen, so die Vorwürfe, habe der Jordanier sich eine „fortlaufende Einnahmequelle von einigem Umfang und einer gewissen Dauer“ schaffen wollen, wie Juristen es ausdrücken.

Kunden verlieren Geld

Für wenige hundert Euro bot er die Lenkräder an, in vielen Fällen verloren die potenziellen Kunden ihr Geld, weil sie den Betrag bereits überwiesen hatten, die Ware jedoch nie ankam.

Zwölf Lenkräder samt Airbags stellten Einsatzkräfte im März dieses Jahres bei Durchsuchungen des Wagens des 33-Jährigen, eines Holzverschlags und eines Schuppens sicher. Die Ermittler gehen davon aus, dass diese aus Straftaten stammten.

Meist nachts schlugen die Täter zu – und die Seitenscheiben der Fahrzeuge ein. Nicht mal eine Minute, eher 45 Sekunden, so sagte es ein Polizist im damaligen Verfahren, würde es dauern und die Teile seien ausgebaut. An den Diebstählen selbst sei der Angeklagte jedoch nicht beteiligt gewesen, urteilte das Landgericht Bremen damals. Der Mann sei als „eine Art Freiberufler“ zu sehen, der für den Teileverkauf zuständig war.

Mit dem über Monate eingenommen Geld, das der Staatsanwalt in der Summe „erheblich“ nannte, soll der 33-Jährige einen Mercedes AMG und einen BMW gekauft und auf die Namen einer Freundin und seiner Schwester angemeldet haben – wohl in der Absicht, die Einnahmen vor den Behörden zu verschleiern.

20 Verhandlunstage bis Februar 2021

Insgesamt fünf sogenannten Nebenbetroffenen droht nun die Wegnahme der durch die Geschäfte erlangten Wertgegenstände. An den Taten selbst seien diese nicht beteiligt gewesen.

Bis zum Februar 2021 sind 20 weitere Verhandlungstage angesetzt, davon 14 bis zum Jahresende. Am Montag, 5.  Oktober, soll der Prozess zunächst einmal fortgesetzt werden.

Von Steffen Koller

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