Großer Andrang bei der Lernmesse im Cinemaxx / 65 Aussteller zum Thema Qualifikation, Fort- und Weiterbildung

Eigene Fähigkeiten erkennen

Astrid Selle (PBW, l.) informierte Melanie Khamis (v. r.), Cigdem Sonakalan und Petra Wischeropp gestern auf der Lernmesse im Cinemaxx über eine berufsbegleitende Ausbildung.

Bremen - Von Ilka LangkowskiBREMEN · „30 bis 40 Stunden braucht man, um zu klären, welche Fähigkeiten in einem stecken.“ Das meint John Webb, der in seinen Kurzseminaren „Life/Work Planning“ seine Zuhörer im Cinemaxx motiviert, die eigene Biografie einmal gründlich zu durchforsten.

Währenddessen strömten durch den Haupteingang die Menschen, um auf der ESF Lernmesse (ESF steht für Europäischer Sozialfonds) Orientierungshilfen und Antworten auf ihre Fragen zu finden. Dozent Webb kennt die Probleme, auf die viele Menschen stoßen, wenn sie sich bewerben wollen. Der erste Schritt zur erfolgreichen Jobsuche sei das Wissen über die persönlichen Eigenschaften, wie beispielsweise Organisationstalent, Sorgfalt oder Risikobereitschaft, sagt Webb. So etwas werde selten in der Schule gelernt. Viele schöben diese Auseinandersetzung mit der eigenen Biografie vor sich her und versuchten am Ende, ein Ergebnis in zehn Minuten zu erzielen. „Dabei wissen die meisten gar nicht, dass dieses Forschen nach eigenen Qualitäten auch angenehm sein kann“, sagt Webb. Weiß man dann, welche dieser Fähigkeiten man anbieten möchte, folge die Auswahl passender Berufsfelder.

Freiwillige Besuche in Unternehmen und bei Menschen, die in dem gewählten Berufsfeld tätig sind, gäben Aufschluss darüber, ob der Beruf wirklich passt, erklärt der Dozent an der Universität Berlin weiter. „Frauen fällt so etwas tendenziell leichter“. Männer meinten oft, sie müssten „gleich ihren Mann stehen“. Diese Einstellung erhöhe die Hemmschwelle, aktiv zu werden.

Nicht nur die Vorträge und Seminare waren auf der Lernmesse gut besucht, auch an den 65 Ständen unterschiedlicher Institutionen herrschte dichtes Gedränge. Astrid Selle vom Paritätischen Bildungswerk traf alte Bekannte wieder. Drei frühere Teilnehmerinnen der Umschulung zur „Sozialassistentin für Kindertageseinrichtungen“ besorgten sich nun Informationen für eine berufsbegleitende Ausbildung zur Erzieherin. Noch völlig offen sind Elena Pfenning (36) und ihre Schwester Olga (32). Sie wollen, nachdem ihre Kinder groß sind, wieder in den Beruf.

Zwischen den Etagen sitzen Dimitrij (18), Andre (19) und Fabian(19) und füllen Fragebögen aus. Sie sind in einer Berufsvorbereitung des Internationalen Bunds (IB). Dimitrij hat bereits Tipps für Ausbildungen im kaufmännischen Bereich gesammelt. Kompakte Informationen boten alle Aussteller in Form von Flyern und Broschüren. Die Bundesagentur für Arbeit verteilte einen Leitfaden unter dem Titel „Jobprofi“. Er enthält ein Trainingsprogramm samt persönlichem Kompetenztest und Tipps zu allen Schritten eines Bewerbungsvorgangs.

Auch auf Ausstellerseite zeigte man sich mit der Resonanz sehr zufrieden. „Das sind sensationell viele Menschen hier“, hieß es.

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